Deutsche Telekom: Die eSIM kommt als fest im Endgerät verbauter Chip
Die Embedded SIM-Card (eSIM) wird es als fest im Endgerät verbauten Chip geben. Das sagte Ingo Hofacker, Senior Vice President Products (Group Innovation) von der Deutschen Telekom, am 12. November 2015 bei einem Hintergrundgespräch in Berlin. Er erklärte, über den Chip sei ein Gitter gelegt, damit er nicht ausgelesen werden könne. Die Hardware "lässt sich nicht herausholen, ohne sie zu zerstören."
Als Zwischenschritt sei eine Hybrid-SIM geplant, so Hofacker, dabei sei das SIM-Profil over the Air übertragbar, die SIM-Karte sei aber noch wechselbar. Bei der eSIM ist das SIM-Profil über das Netz übertragbar und der SIM-Chip fest verbaut. Auf der eSIM befinden sich die Daten zu ICC-id, IMSI, K/Ki, PIN/PUK und Networks. Mit dem Smartphone wird ein OCR-Code gescannt, um das Nutzerprofil vom Netzbetreiber zu übertragen. Discovery Server lösen die Daten auf.
Die Zukunft der eSIM im SoC
Christian von Reventlow, Innovationschef der Telekom, erklärte, mittelfristig werde die eSIM in den Chipsatz des Smartphones integriert werden, etwa von Herstellern wie Qualcomm.
Im Juli 2015 sei in Shanghai der eSIM-Standard der GSMA verabschiedet worden, sagte Hofacker. Daran beteiligt gewesen seien die rund 800 Mobilfunkbetreiber weltweit, die Endgeräte- und SIM-Kartenhersteller. Der Standard werde bis März 2016 detailliert ausgearbeitet und könne dann genutzt werden.
Die Telekom hatte bereits im März ausdrücklich erklärt, die Entwicklung von eSIM zu unterstützen. Der Konzern sehe dies als Chance und beteilige sich in internationalen Gremien an der Erarbeitung eines offenen eSIM-Standards. Die Telekom erwartet, dass die eSIM ab dem Jahr 2016 auf den Markt kommt und ab 2017 massenhafte Verbreitung findet. Die Aktivierung der eSIM sei über eine App auf dem Endgerät oder online möglich. Geräte, die keine Kamera haben, könnten einfach durch Annäherung ein Nutzerprofil erhalten, meinte von Reventlow.
eSIM: Anbieterwechsel nicht vorantreiben
Wechselt der Kunde zu einem anderen Anbieter, benötigte er bisher eine neue SIM-Karte. Mit der eSIM-Karte wird sich die Karte per Funksignal auf einen anderen Anbieter umstellen lassen. Diese Funktion ist für die Telekom natürlich nicht von Interesse: Das Wechseln zwischen den Betreibern "werden wir nicht vorantreiben" , sagte Hofacker.
Mit der Apple SIM gibt es bereits etwas Ähnliches: Kunden können den Mobilfunkanbieter wechseln und einen passenden Prepaid-Tarif buchen, ohne dass eine neue SIM-Karte erforderlich ist. Die Apple SIM gibt es auch in Deutschland, allerdings wird sie von keinem deutschen Mobilfunkanbieter unterstützt. Sie kann daher nur im Ausland verwendet werden und funktioniert generell nur mit den aktuelleren Apple-Tablet-Modellen der iPad- und iPad-Mini-Reihe.
Laut Hofacker ist die Apple SIM "nicht hundertprozentig standardkonform, aber upgradefähig" . Die Telekom ist daran beteiligt, um Erfahrungen zu sammeln, die später eine reibungslose Einführung sicherstellen sollen. Apple ist nicht Mitglied des Netzbetreiberverbands GSMA (GSM Association), hat aber den Status eines assoziierten Mitglieds. Vodafone lehnte die Apple SIM dagegen noch im März 2015 ab.
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