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Deutsche Telekom: "Andere ziehen sich bei Glasfaser zurück, wir nicht"

"Während viele Glasfaserunternehmen sich zurückziehen, erhöhen wir unsere Investitionen" , meint die Deutsche Telekom . Doch sie ist selbst eine der Ursachen dafür.
/ Achim Sawall
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Rodrigo Diehl, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom und Sprecher der Geschäftsführung Telekom Deutschland (Bild: Deutsche Telekom)
Rodrigo Diehl, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom und Sprecher der Geschäftsführung Telekom Deutschland Bild: Deutsche Telekom

Während einige große Netzbetreiber den Glasfaserausbau stoppen, verstärke die Deutsche Telekom ihre Anstrengungen. Das sagte Rodrigo Diehl, der neue Deutschlandchef der Telekom, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) . "Andere ziehen sich aktuell beim Ausbau zurück, wir machen das Gegenteil. Wir erhöhen die Investitionen in den kommenden drei Jahren auf 800 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant."

Tatsächlich hatte Unsere Grüne Glasfaser (UGG) , ein Joint Venture der Telefónica Group und des Allianz Versicherungskonzerns, im Juni 2025 laut einem Medienbericht erklärt, keine neuen Ausbauprojekte mehr zu starten.

Unternehmenssprecher Jens Lauser sagte Golem am 4. Dezember 2025: "Bei UGG wird der Fokus auch 2026 darauf liegen, die aktuell eigenwirtschaftlich finanzierten rund 450 deutschen Gemeinden online zu bekommen. Zusätzliche neue Gebiete und neue Vereinbarungen sind für den Moment nicht in der Planung."

Deutsche Glasfaser kündigte Mitte Oktober 2025 an , den Ausbau in den kommenden Jahren langsamer voranzutreiben. Bis zu 250 Arbeitsplätze sollen deutschlandweit abgebaut werden.

In Gemeinden, in denen bereits die Ausbauquote erreicht wurde, zog man sich nach Pleiten von Bauunternehmen zurück. Auch der Überbau oder dessen Ankündigung durch die Telekom ist eine Ursache für die Probleme von UGG und Deutsche Glasfaser.

Telekom: Vollausbau als Standard in den Städten?

Laut Diehl kann die Telekom mit ihrem erhöhten Investitionsvolumen "deutlich mehr in ländlichen Gebieten bauen. In den Städten setzen wir auf den sogenannten Vollausbau als Standard: Wenn wir einen Kunden in einem Mehrfamilienhaus gewinnen, bauen wir direkt das ganze Haus aus. Das ist zwar teurer im Ausbau, aber wenn dann noch jemand Interesse hat, können wir direkt die Leitung schalten."

In ländlichen Gebieten würden schon über 30 Prozent der Anschlüsse genutzt, was auch im internationalen Vergleich ein guter Wert sei. "In Städten ist es schwieriger. Der Zugang zu Mehrfamilienhäusern ist oft kompliziert. Die Eigentümer müssen uns reinlassen. Leider wollen die nicht immer" , sagte Diehl.


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