Stellungnahme der Rocket Factory Augsburg

Wir freuen uns sehr, dass der Countdown-Podcast vom 24.2.2021 eine so lebhafte Experten-Diskussion ausgelöst hat, nachdem wir dort sehr viele technische Details öffentlich gemacht haben. Dabei stehen zwei Fragen im Raum, die ungläubiges Staunen ausgelöst haben: Wie schafft es Rocket Factory in so kurzer Zeit, die technischen Herausforderungen bei der Entwicklung eines so komplexen Triebwerks zu meistern und dabei diese anspruchsvolle Technologie so konkurrenzlos günstig bauen?

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Wir haben bei der Rocket Factory das ursprüngliche Konzept mit einem offenem Triebwerkszyklus sehr früh verworfen, weil der Markt sich rasant zu höheren Nutzlasten entwickelt hat. Wir planen unsere ersten Starts mit einer geringen Nutzlast von ca. 200-400 kg, aber wollen diese sukzessive auf 1.300 kg steigern, um den Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Heute ein Raketenentwicklungsprogramm mit alter Technik und offenen Triebwerkzyklen zu realisieren ist nicht wettbewerbsfähig, denn die Konkurrenz aus den USA ist schon viel weiter. Deshalb haben wir uns für ein stärkeres Triebwerk entschieden, das eine sehr hohe Performance ermöglicht bei gleichzeitig sehr niedrigen Produktionskosten. Von diesem Triebwerk haben wir bereits mehrere Prototypen gebaut und erste Zündversuche erfolgreich durchgeführt.

Rocket Factory ist optimistisch, ein eigenes staged combustion Triebwerk in sehr viel kürzerer Zeit als andere bekannte Triebwerksprojekte zu entwickeln, da wir einzelne Bauteile, wie zum Beispiel die Turbopumpe bereits bei dem ukrainischen Hersteller Yuzhmash eingekauft haben. Gleichzeitig verfügen wir über einen eigenen großen track record in unserem eigenen Team, bei dem jede/r einzelne Mitarbeiter/in bereits an einem erfolgreichen Raketenstart mitgearbeitet hat. Darüber hinaus steht uns das gesamte Know-how der OHB-Gruppe zur Verfügung. Wir können also unsere Rakete zielgerichtet aus der Perspektive eines Satellitenherstellers planen.

Warum kann Rocket Factory die Rakete trotz komplexer Triebwerkstechnologie so kostengünstig herstellen? Weil wir Triebwerke und Raketen künftig in Serie herstellen, indem wir Raketen wie Autos bauen. Der Transfer von Fabrikkonzepten und Fertigungsstrategien aus der klassischen Maschinenbau- und Automobilindustrie ermöglicht uns kurzfristige Effizienzsprünge. Und die Verwendung handelsüblicher Komponenten in Industriequalität, die auf Weltraumbedingungen modifiziert werden, führt zu einer Standardisierung und modularen Bauweise, die auf baugleichen Komponenten und einheitlichen Produktionsmaschinen basieren. Dabei spielt der 3-Druck eine entscheidende Schlüsselrolle.

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Eine weitere Rolle in unserer low-cost-Strategie spielt die Wiederverwendbarkeit vor allem der ersten Antriebsstufe. Das wollen wir im Laufe der Entwicklung später realisieren, um immer weniger Raketen für immer mehr Starts zu bauen. Auch hier rechnet sich unsere Triebwerksentscheidung deutlich: Es macht keinen Sinn, Wiederverwendbarkeit mit einfachen, offenen Triebwerken zu koppeln. Dafür ist ein Triebwerk, das im geschlossenen Zyklus mit deutlich mehr Sicherheit gefahren werden kann, besser geeignet. SpaceX und Blue Origin haben gezeigt, dass die Zukunft der Wiederverwendbarkeit der geschlossenen, modernen Triebwerkstechnologie gehört.

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung

Stefan Brieschenk & Jörn Spurmann

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 Deutsche Raumfahrt: Triebwerkstechnik der Rocket Factory kommt aus der Ukraine
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Quantium40 10. Mär 2021

Innerhalb gewisser Grenze geht das durchaus und ist in manchen Fällen sogar...

kollege 10. Mär 2021

In der UDSSR wurden soweit ich weiß dort Raketen gebaut und war glaube ich eins der...

Mandrake 08. Mär 2021

Da kann ich dir nur zustimmen. Es wurden schon im management erfahrene personen...

AllDayPiano 08. Mär 2021

Ne, ich muss. Will die IT. Warum sie allerdings einen Mitm freiwillig laufen lassen, ist...



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