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Deutsche Post: Neue Poststation bietet Videochat

Nach der Packstation kommt auch die Poststation mit neuen Angeboten. Viele Postfilialen wurden geschlossen und das Briefkastennetz ausgedünnt.
/ Achim Sawall
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Der Test läuft an. (Bild: Deutsche Post)
Der Test läuft an. Bild: Deutsche Post

Die Deutsche Post startet Tests mit neu entwickelten Poststationen. Wie das Unternehmen am 16. Februar 2021 bekanntgab(öffnet im neuen Fenster), werden 20 neue Automaten Dienste wie Videochats mit einem Servicearbeiter rund um die Uhr bieten. Dazu kommen der Verkauf von Brief- und Paketmarken, Versand von Briefen und Paketen und künftig auch Paketempfang.

Der Empfang von Paketen an der Poststation ist erst in wenigen Monaten möglich; für diesen Service ist dann – wie bei der Packstation – eine vorherige Registrierung erforderlich.

Nach den Angaben können Kunden an der Poststation somit rund 90 Prozent der Postdienstleistungen erhalten, die in Filialen üblicherweise nachgefragt werden. Die erste Poststation wurde am Dienstag in Würselen in Betrieb genommen.

Der neue Automat "ist leicht zu bedienen", sagte Holger Bartels, Leiter des Multikanalvertriebs Post & Paket Deutschland der Deutsche Post DHL Group. Der Zugang erfolgt mit Touchscreen, der hoffentlich wetterfest und ausreichend lichtstark bei direkter Sonneneinstrahlung ist. Zum integrierten Briefkasten kommen zwischen 18 und 106 Paketfächer. Brief- und Paketmarken können an den Poststationen mit gängigen EC-Karten, mit Visa- und Master Card sowie mit Google Pay und Apple Pay gekauft werden. Die Nutzung der Poststation zum Paketempfang ist ohne zusätzliche Kosten möglich.

Post: Automaten statt Filialen

Für ländliche Regionen bietet der neue Automat die Wiederaufnahme des eingestellten Services. "Gerade dort, wo es keine Filialen gibt oder nur Filialen mit kurzen Öffnungszeiten, kann die Poststation eine echte Servicebesserung für die Menschen darstellen", erklärte Bartels. Allerdings hat die Post auch viele selbst betriebene Filialen geschlossen. Vor über einem Jahr hatte es aus der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion geheißen, dass die Zahl der eigenen Postfilialen binnen 20 Jahren von rund 6.000 auf etwa 1.000 (Stand erstes Halbjahr 2019) hierzulande gesunken ist. Die Ausdünnung des Netzes an Briefkästen stieß ebenfalls auf Kritik: Hier gab es demnach seit 2002 einen Rückgang von 130.000 auf 110.000. Oft werden Postdienstleistungen in Verbindung mit Zeitschriften und Lotto angeboten. Hier sieht die Post offenbar Möglichkeiten zur Kostensenkung durch die Stationen.

Mit der Testphase erhofft sich die Deutsche Post DHL Rückmeldungen ihrer Kunden. Anschließend wird der Automat auf Basis dieser Rückmeldungen weiter verbessert und das Leistungsspektrum möglicherweise noch erweitert.


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