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Deutsche Marine rüstet auf: Acht riesige Überwachungsdrohnen sollen 2028 fliegen

Die Bundeswehr hat acht unbemannte Aufklärungsluftfahrzeuge vom Typ MQ-9B Seaguardian bestellt. Die Drohnen sollen ab 2028 fliegen.
/ Andreas Donath
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MQ-9B Seaguardian-Drohnen (Bild: General Atomics Aeronautical Systems)
MQ-9B Seaguardian-Drohnen Bild: General Atomics Aeronautical Systems

Die deutsche Marine erhält Verstärkung aus der Luft. Wie der Hersteller General Atomics Aeronautical Systems bekanntgab(öffnet im neuen Fenster) , hat die Bundeswehr acht MQ-9B Seaguardian-Drohnen geordert(öffnet im neuen Fenster) . Die unbemannten Luftfahrzeuge sollen ab 2028 ausgeliefert und vom Marinefliegergeschwader 3 Graf Zeppelin(öffnet im neuen Fenster) in Nordholz betrieben werden.

Die Beschaffung erfolgte über die Nato Support and Procurement Agency(öffnet im neuen Fenster) (NSPA), die einen Rahmenvertrag für MQ-9-Beschaffungen zwischen Bündnispartnern eingerichtet hat. Zum Auftrag gehören auch vier Bodenkontrollstationen, die am Standort Nordholz stationiert werden.

Einsatz über Nord- und Ostsee

Die Marineflieger planen den Einsatz der Drohnen hauptsächlich für maritime Überwachungsmissionen über dem Nordatlantik und der Ostsee. Die Flugzeuge werden zusammen mit den bereits vorhandenen P-8A Poseidon-Seefernaufklärern(öffnet im neuen Fenster) der Marine eingesetzt, um Seewege und Unterwasseraktivitäten zu überwachen.

Technische Ausstattung und Reichweite

Die MQ-9B(öffnet im neuen Fenster) verfügen über eine Spannweite von mehr als 20 Metern bei einer Länge von zehn Metern. Das vergleichsweise geringe Gewicht ermöglicht Flugzeiten von bis zu 30 Stunden, wobei die tatsächliche Einsatzdauer von Wetterbedingungen, Zuladung und Flughöhe abhängt.

Die Drohne kann über 2.000 Kilogramm Ausrüstung transportieren. Zu den geplanten Sensorsystemen gehören mehrere Kamerasysteme und Radareinheiten zur Oberflächenerfassung. Das Flugzeug kann zudem Sonarbojen-Behälter zur Unterwasserortung abwerfen.

Die von den Drohnen gesammelten Daten werden an Bodenkontrollstationen übermittelt, wo Marineflieger die Systeme bedienen. Die Informationen können bei Bedarf mit anderen deutschen Marineeinheiten und verbündeten Streitkräften geteilt werden. Diese Fähigkeit dürfte sich besonders bei der U-Boot-Ortung als nützlich erweisen.

Nato-weite Beschaffung

Deutschland reiht sich damit in die Liste der Nato-Länder ein, die sich für die MQ-9B-Plattform entschieden haben, darunter Belgien, Kanada, Dänemark, Polen und Großbritannien. Die britische Royal Air Force betreibt bereits die Protector RG Mk1-Variante, die über 30 Stunden in der Luft bleiben kann und bis zu 40.000 Fuß Höhe erreicht. Diese Variante lässt sich mit Brimstone-3-Raketen(öffnet im neuen Fenster) und Paveway-IV-Präzisionsbomben(öffnet im neuen Fenster) bewaffnen.

General Atomics-Chef Linden Blue betonte, dass die Gemeinsamkeiten zwischen Nato-Betreibern die Interoperabilität mit Deutschlands P-8A-Flotte erleichtern könnten.

Das Marinefliegergeschwader 3 muss vor Betriebsbeginn 2028 noch Personal schulen und Infrastruktur aufbauen. Die Bundeswehr plant, dabei auf die Betriebserfahrungen britischer und belgischer Einheiten zurückzugreifen, die das System bereits fliegen.


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