Deutsche Glasfaser: Irgendwann mehr Glasfaser auf dem Land als in Städten
Es entwickelt sich eine neue Spaltung zwischen Stadt und Land. Uwe Nickl, Chef der Deutschen Glasfaser, sagte auf einem Diskussionsforum von VATM Virtuell(öffnet im neuen Fenster): "Zunehmend wenden sich Städte mit 50.000 bis 60.000 Einwohnern an uns, die einen Ausbau wollen. Hier entwickelt sich eine neue Spaltung. Irgendwann haben wir weniger Glasfaser in den Städten als im ländlichen Raum."
Tatsächlich ist in keiner einzigen deutschen Großstadt Glasfaser komplett ausgebaut, berichtete die Internetvergleichsplattform Verivox unter Berufung auf den Bundes-Breitbandatlas(öffnet im neuen Fenster) und eigene Berechnungen. So seien in Berlin nur 5 Prozent mit Glasfaser versorgt. Mit Wuppertal ist eine der 20 größten deutschen Städte überhaupt nicht versorgt, in 11 Städten liegt die Quote unterhalb von 5 Prozent. Gute Ausbauzahlen mit bis zu 80 Prozent verzeichnen lediglich Köln, Hamburg und München durch kommunale Stadtnetzbetreiber wie Netcologne, M-net und früher Hansenet. Die Versorgung mit Kabelinternet hingegen liegt in vielen Städten bei über 90 Prozent.
Selbst Nickl, dessen Unternehmen nur auf Glasfaser setzt, räumte ein: "Kabelnetze liefern eigentlich 1 Gigabit pro Sekunde." Koaxialnetze würden von der Deutschen Glasfaser auch nicht überbaut, versicherte er.
Investoren seien bereit wie nie zuvor, in Glasfaser zu investieren, sagte Nickl. So bereiten laut seinen Angaben die spanische Telefónica und die Allianz Versicherungsgruppe in Deutschland ein Gemeinschaftsunternehmen vor, dass für 5 Milliarden Euro Glasfaser in unterversorgten Regionen ausbaut. Das berichtete zuvor die spanische Wirtschaftszeitung Expansion unter Berufung auf informierte Finanzkreise(öffnet im neuen Fenster). "Das Investorenumfeld hat sich grundlegend geändert", schlussfolgerte Nickl.
Deutsche Glasfaser wurde im Februar 2020 von der schwedischen Investitionsgruppe EQT und dem kanadischen Pensionsfonds Omers gekauft. Omers werde 7 Milliarden Euro in Deutschland investieren, erklärte Nickl. Solche Investoren gingen gerade nicht in die Städte, sondern auf das Land, wo kein doppelter Ausbau ökonomisch abbildbar sei. "In den Städten machen die Kabelnetzbetreiber einen guten Job", sagte Nickl.
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