Deutsche Glasfaser: Für Kontakt mit Behörden extra ein Fax angeschafft

Deutsche Glasfaser und Vodafone sehen sich durch staatliche Bürokratie behindert. Mehr Förderung lehnen sie ab.

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Die Diskussionsrunde der Firmenchefs.
Die Diskussionsrunde der Firmenchefs. (Bild: VATM/Screenshot: Golem.de)

Die Genehmigungsverfahren für den Glasfaserausbau sind oft noch sehr schwierig und bürokratisch. "Wir haben uns extra ein Fax angeschafft, weil manche Behörden nicht anders zu erreichen sind", sagte Thorsten Dirks, Chef der Deutschen Glasfaser am 18. November 2021 bei der Veranstaltung VATM Virtuell Spezial.

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Um die Netz in Deutschland weiter auszubauen, "brauchen wir keine weiteren Förderprogramme", betonte Dirks. "Es sind 30 Milliarden Euro private Investitionen angekündigt, die noch verbaut werden müssen."

David Zimmer, Präsident des Branchenverband VATM (Verband der Anbieter von Telekommunitations- und Mehrwertdiensten) sagte: "Das bestehende Förderkonzept ist nicht in der Lage, den Investoren eine vernünftige Perspektive und Investitionssicherheit zu geben. Es muss so umgestaltet werden, dass viel sicherer erkannt werden kann, wo langfristig Förderung wirklich nötig ist. Zwei bis drei Jahre Verzögerung drohen sonst für jeden unnötig geförderten Ausbau und führen zu einer Vergeudung von Steuergeldern, die dringend in Digitalisierung und Klimaschutz gesteckt werden müssten."

Schnelle Hilfe für Opfer des Vectorings

Nötig sei zudem eine ehrliche und wirklich schnelle Hilfe für all diejenigen, die sonst an Digitalisierung nicht teilhaben können. Mehr als 200.000 einzelne Gebäude und damit fast eine Millionen Menschen brauchten eine solche schnelle Hilfe. "Überall in Deutschland - auch in ansonsten sehr gut versorgten Gebieten - gibt es für Häuser am Ende einer Straße aufgrund zu langer Kupferdoppeladerleitungen eben kein schnelles Internet. Das Verlegen einzelner Glasfasern zu diesen Häusern im Tiefbau ist unmöglich. Man baut Glasfaser nicht vereinzelt. Das muss warten, bis der ganze Ort erreicht wird", erklärte Zimmer. Die Deutsche Telekom hat diese Angaben auf Anfrage von Golem.de nicht kommentiert.

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Für die Zeit bis zum Glasfaserausbau brauche man hier laut Zimmer eine unkomplizierte Übergangslösung. Dies könne ausschließlich per Funk oder per Satellit erfolgen. Der Satellit heutzutage könne viel mehr als noch vor wenigen Jahren - Übertragungsraten von 100 MBit/s seien kein Problem. Der Digitalisierungszuschuss des alten Bundesverkehrsministeriums sei hierfür allerdings unbrauchbar. Er decke nur etwa ein Prozent der Problemfälle ab und sei um Jahre zu spät abrufbar. Der Anbieter von Satelliteninternet Eutelsat ist Mitglied im VATM.

Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter beklagte: "Die Genehmigungsverfahren für Mobilfunkstationen zählen in Deutschland zu den längsten in ganz Europa." In Spanien würden solche Anlagen von vornherein genehmigt und danach abgenommen. Es dauere in Deutschland 2 Jahre, bis eine Mobilfunkstation gebaut ist. "Das wäre in sechs Monaten zu schaffen", sagte Ametsreiter.

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mike_kaily 19. Nov 2021 / Themenstart

... als CEO bei Telefonica war eines seiner zentralen Projekte nämlich alle Faxe...

PaBa 19. Nov 2021 / Themenstart

Schon mal darüber nachgedacht, dass dies einfach mal ein Spruch war/ist. Da werden MFG...

PaBa 19. Nov 2021 / Themenstart

Um das Haus an Ende der Straße zu versorgen, musst Du an allen anderen Häusern vorbei...

Destrudo 19. Nov 2021 / Themenstart

Wir haben auch ein Fax, dass nur auf zweit Arten genutzt wird. Täglich die Spam aus dem...

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