Deutsche Glasfaser: FTTH-Ausbau praktisch überall günstig möglich

Der FTTH-Ausbau lasse sich auch in kleinen Dörfern kostengünstig und ohne öffentliche Zuschüsse realisieren. Das sagte Gerda Johanna Meppelink, Sprecherin von Deutsche Glasfaser(öffnet im neuen Fenster) , im Gespräch mit Golem.de. Deutsche Glasfaser ist eine Tochtergesellschaft des niederländischen Baukonzerns Reggeborgh. "Wir arbeiten mit innovativen modernen Ausbaumethoden und haben bisher keinen öffentlichen Zuschuss angenommen" , betonte Meppelink.
Deutsche Glasfaser ist bisher in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bayern und Niedersachsen aktiv. Doch das soll sich nun schnell ändern. Meppelink: "Bisher haben wir nur kleine Netze in Dörfern gebaut und diese verdichtet, damit es für den Backbone Sinn ergibt. Wir werden in Kürze bekanntgeben, dass wir sehr stark wachsen wollen und unsere Strategie grundlegend ändern. Wir werden unser Investitionsvolumen vervier- bis verzehnfachen und in weiteren Bundesländern aktiv werden."
Verlegen in geringer Tiefe ist günstiger
Das Unternehmen arbeitet mit der mindertiefen offenen Verlegetechnologie von 20 Zentimetern Breite und 40 Zentimetern Tiefe, verlegt das Glasfaserkabel und verschließt die Baustelle noch am selben Tag.
Deutsche Glasfaser beginnt mit dem Ausbau, wenn 40 Prozent der Haushalte vor Baubeginn einen Vertrag abschließen: "Dann können wir das Investment starten. Es ist immer so, dass die Quote dann innerhalb eines Jahres auf 60 Prozent steigt. 60 Prozent ist die Quote für einen guten Businessplan, doch bei 40 Prozent beginnen wir."
Das Unternehmen sei vor etwa zwei Jahren gestartet und habe im vergangenen Jahr den einhunderttausendsten Haushalt angeschlossen. Doch die Telekom behindere es bei der Arbeit, sagt Meppelink.
Telekom stört Ausbau angeblich ganz gezielt
Deutsche Glasfaser macht der Telekom schwere Vorwürfe: "Die Deutsche Telekom verfolgt genau, wo wir den Ausbau starten und stört dann ganz gezielt" , sagte die Unternehmenssprecherin Golem.de. In Schleswig-Holstein sei den Kunden der Telekom schriftlich mitgeteilt worden, dass sie bei einer Umschaltung ihre Telefonnummern verlören und diese nur behalten könnten, wenn sie einer Vertragsverlängerung über zwei Jahre zustimmten. "Die Telekom geht auch in die Orte, von Tür zu Tür und sagt den Leuten, sie verkaufte Glasfaser, obwohl sie gar kein FTTH bieten" , berichtete Meppelink.
Auch die Stadtwerke Bamberg und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) haben die Telekom wegen ihrer Ausbaupolitik angegriffen. Es gebe das Problem des Doppelausbaus. Der Verband beobachte häufig, "dass die Telekom zunächst kein Interesse an einem Ausbau zeigt und dies damit begründet, dass die Kosten zu hoch seien" . Dann starte eine Kommune ein eigenes Breitbandunternehmen "und plötzlich will die Telekom doch ausbauen" . Die Telekom dementiert dies .
Ungedrosselt bei 200 MBit/s
Deutsche Glasfaser bietet gegenwärtig Internet und Telefonie mit einer ungedrosselten Flatrate mit bis zu 100 MBit/s im Up- und Downstream für monatlich 34,95 Euro, bei 24-monatiger Vertragsbindung. Wer nicht kündigt, wird danach um zwölf Monate verlängert, danach sei der Anschluss monatlich kündbar. Dazu kommt eine Bereitstellungsgebühr von einmalig 50 Euro.
Die Option Bandbreiten-Upgrade 200 für eine Datenübertragungsrate von bis zu 200 MBit/s im Up- und Downstream kostet im Monat 10 Euro zusätzlich. Der Glasfaseranschluss ist frei von Baukosten, solange das Projekt realisiert wird. Sonst kommen Baukosten des Glasfaseranschlusses ab 750 Euro hinzu. Diese Kosten entstehen nur, wenn der Anschluss beantragt wird, nachdem der Bau abgeschlossen ist. Während der sogenannten Nachfragebündelung ist es kostenfrei.
Deutsche Glasfaser Netze bieten über die regionalen Partner Flink, Unser Ortsnetz und BorNet einen Zugang zu Telefonie, Internet und IP-TV. Die Netzinfrastruktur stehe grundsätzlich allen Marktplayern offen, somit könnten weitere Anbieter ihre Dienste anbieten.
Nachtrag vom 24. Juni 2015, 20:09 Uhr
"Die Telekom steht für fairen Wettbewerb - und das erwarten wir auch von der Konkurrenz. Die Unterstellungen werden wir nicht einfach hinnehmen" , kündigte Telekom-Sprecher Philipp Blank im Gespräch mit Golem.de an.



