Deutsche Giga Access: Deutsche Giga Access fliegt in neun Kommunen raus

Der FTTH-Betreiber Deutsche Giga Access hat offensichtlich Probleme, seine Ausbauzusagen zu erfüllen. Der bisherige Partner GVG Glasfaser gab am 28. Mai 2024 das sofortige Ende der Zusammenarbeit bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Davon betroffen seien sämtliche Kooperationsprojekte der beiden Unternehmen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, erklärte GVG Glasfaser.
Im Jahr 2022 hatte man vereinbart, dass Deutsche Giga Access die FTTH-Netze plant, baut und betreibt, und GVG Glasfaser mit ihrer Marke Teranet die Vermarktung übernimmt. Die Deutsche Giga Access und GVG Glasfaser wollten 30.000 Haushalte mit FTTH versorgen . Nun führt GVG Glasfaser Gespräche mit neuen Partnern.
Die Stuttgarter Zeitung (Paywall) berichtete zuvor(öffnet im neuen Fenster) , dass neun Kommunen Verträge für Glasfaserausbau mit Deutsche Giga Access gekündigt haben, weil der Ausbau nicht erfolgte. Betroffen sind Orte in den Landkreisen Ludwigsburg, Esslingen und Rems-Murr.
Die Deutsche Giga Access hat ihren Sitz in Essen und bietet Netzbetreibern den Aufbau als Wholesale-Partner an. Bereits Ende Januar 2024 verkaufte Deutsche Giga Access(öffnet im neuen Fenster) sechs Glasfasernetze in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen an Westconnect. Es ging um Glasfasernetze in Emmelshausen, Geseke, Haren und der Verbandsgemeinden Langenlonsheim und Sprendlingen-Gensingen sowie Warstein mit insgesamt rund 250 Kilometer Länge. Die Glasfaserleitungen führen laut Westconnect in über 20.000 mit Glasfaser erschlossene Wohneinheiten. Westconnect ist eine Tochter des Energieversorgers Eon.
Deutsche Giga Access ist noch aktiv
Wie die Verbraucherzentrale Essen mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , ist Deutsche Giga Access in der Stadt aktiv und kooperiert mit der Breitbandversorgung Deutschland (Marke Chris) und mit Westconnect (E.on Highspeed).
Auf dem deutschen Glasfasermarkt gab es seit 2023 bereits erste Insolvenzen und massiven Stellenabbau. Im Januar 2023 ging der FTTH-Betreiber Liberty Network Germany in das Insolvenzverfahren. Einen Monat danach folgte das Kölner Unternehmen Glasfaser Direkt und meldete Insolvenz an. Im Januar 2024 setzte GVG Glasfaser die Vermarktung neuer Glasfaserprojekte vorerst aus und kündigte rund einem Viertel seiner Beschäftigten.
Auch bei Deutsche Glasfaser wurden im Januar 2024 100 Beschäftigte entlassen , was fünf Prozent der Belegschaft entsprach. Wegen hoher Zinsen, gestiegener Kosten und knapper Baukapazitäten kürzte Deutsche Glasfaser die Arbeitsplätze im Vertrieb.
Deutsche Giga Access hat unsere Anfrage zur Zukunft des Unternehmens bislang nicht beantwortet.



