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Deutsche Darknet-Größe:
Wie "Lucky" demaskiert wurde

Alexander U. hat das Forum betrieben, über das die Waffe für den Amoklauf in München verkauft wurde. BKA -Ermittler schildern vor Gericht, wie sie ihm auf die Schliche kamen.
/ Hakan Tanriverdi (Sueddeutsche.de)
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Bei dem Terroranschlag in München kamen neun Menschen ums Leben. (Bild: Arnd Wiegmann/Reuters)
Bei dem Terroranschlag in München kamen neun Menschen ums Leben. Bild: Arnd Wiegmann/Reuters

Als das Spezialeinsatzkommando vor der Tür steht, bekommt Luckyspax eine Nachricht. Geschickt hat sie ein Nutzer seines Forums mit dem Namen Gazza. "Hi Lucky" , schreibt er, "ich will dich ja nicht beunruhigen, aber ich habe eine ernsthafte Sicherheitslücke gefunden." Lucky soll sich in einen Chat einloggen, dort werde er mehr Details erfahren.

Das Registrierungsdatum von Gazza – der 23. August 2016 – hätte ein Indiz sein können, dass verdeckte Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) Lucky längst auf die Schliche gekommen waren. Gazza hatte eine Mission. Knapp einen Monat nach dem Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum in München hatte er sich im Forum angemeldet, er schrieb 55 Beiträge und kundschaftete "Deutschland im Deep Web" (DiDW) aus. DiDW war das größte derartige Forum im deutschsprachigen Raum, mehr als 20.000 angemeldete Nutzer, sechs Millionen Seitenaufrufe im Monat. Erreichbar war DiDW nur über das Darknet, also mit einem Tor-Browser, der verschleierte, wer sich dort herumtrieb. Alle schrieben hier unter Pseudonym.

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