Deutsche-Bank-Studie: Staat fördert Elektroautos mit bis zu 22.000 Euro

Durch Prämien und Steuervorteile kommt die E-Mobilität den Steuerzahler teuer zu stehen. Die Kosten für jede eingesparte Tonne CO2 sind immens.

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Der Staat subventioniert einen VW ID.3 mit mehr als 15.000 Euro.
Der Staat subventioniert einen VW ID.3 mit mehr als 15.000 Euro. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der Staat lässt die Förderung von Elektroautos bis zu 22.000 Euro pro Fahrzeug kosten. Das geht aus einer Studie der Deutschen Bank (PDF) hervor, die am 5. August 2021 veröffentlicht wurde. Die Kosten entstehen demnach vor allem durch verminderte Einnahmen bei der Energiesteuer im Vergleich zu Verbrennerfahrzeugen. Derzeit sei der der Klimaeffekt durch Elektroautos daher "noch klein und teuer erkauft".

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Die Autoren haben dazu jeweils Modelle aus der Kompakt- und der Mittelklasse miteinander vergleichen. Konkret waren das der VW Golf Life mit Benzinmotor und der VW ID.3 Pure. In der Mittelklasse vergleicht die Studie den Audi SQ5 mit Dieselantrieb und den Audi E-Tron 50 quattro, der im Gegensatz zum größeren E-Tron 55 quattro mit der Kaufprämie gefördert wird.

Bis zu 22.000 beim kleinen Audi E-Tron

Über eine Nutzungsdauer von zwölf Jahren berechneten die Autoren beim VW ID.3 einen Vorteil von 9.500 Euro "bei den Steuereinnahmen durch Energie- bzw. Stromsteuer, CO2-Bepreisung, Mehrwertsteuer auf Kraftstoff und Kfz-Steuer". Zusammen mit dem staatlichen Anteil der Kaufprämie in Höhe von 6.000 Euro summiert sich die Förderung in diesem Segment auf 15.500 Euro.

Noch höher fällt dieser Wert in der gehobenen Mittelklasse aus. Demnach liegen die steuerlichen Vorteile bei einer zwölfjährigen Nutzung des Audi E-Tron bei 17.000 Euro. Zusammen mit der aktuellen Kaufprämie in Höhe von 5.000 Euro ergibt dies eine staatliche Förderung in Höhe von 22.000 Euro. Dabei gehen die Autoren von derselben Laufleistung der beiden Audi-Fahrzeuge aus, was angesichts der geringen Reichweite des E-Tron aber eher unwahrscheinlich sei.

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Durch die Nutzung eines Elektroautos als Firmenwagen erhöhe sich noch der steuerliche Effekt. Dieser betrage in den ersten drei Jahren in der Kompaktklasse zusätzliche 1.000 Euro und in der Mittelklasse 1.800 Euro im Jahr. In der Summe könnte sich dieser Wert in der Kompaktklasse sogar auf 2.300 Euro pro Jahr belaufen, in der Mittelklasse auf 3.700 Euro.

Nicht in die Rechnung einbezogen ist hingegen die Förderung der Ladeinfrastruktur. Erhält ein Elektroautobesitzer den Zuschuss von 900 Euro pro Wallbox, würde dies die Fördersumme noch erhöhen.

Bis zu 1.000 Euro pro Tonne CO2

Unter Berücksichtigung des aktuellen Strommixes in Deutschland berechnet die Studie staatliche CO2-Vermeidungskosten in Höhe von etwa 1.000 Euro beziehungsweise 800 Euro pro Tonne CO2, wenn das Auto privat genutzt wird. Bei Firmenwagen erhöhe sich dieser Wert noch. "Wenn noch die Emissionen, die zusätzlich durch die Produktion des Fahrzeugs entstehen, berücksichtigt werden, erhöhen sich die Vermeidungskosten pro Tonne CO2 weiter", heißt es.

Die Studie kann der hohen staatlichen Förderung auch positive Seiten abgewinnen: "Schaut man statt auf die statische Effizienz auf die mögliche dynamische Effizienz, kann das Urteil zumindest weniger negativ ausfallen. So werden die CO2-Vermeidungskosten der Elektromobilität durch technischen Fortschritt und Größenvorteile in der Produktion künftig (weiter) sinken. Die staatlichen Subventionen können diesen Trend beschleunigen, weil sie einen schnelleren Markthochlauf ermöglichen und bei den Herstellern Anreize setzen, in die Technologie zu investieren."

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Soziale Schieflage bei E-Mobilität

Kritisch bewerten die Autoren die Bevorzugung des batterieelektrischen Antriebs im Vergleich zu anderen Antriebsarten. "Gleichwohl zementiert der Staat durch technologiespezifische Subventionen und die regulatorische Einstufung von Elektroautos als Null-Emissions-Fahrzeuge zu einseitig die Technologiepfade. Die vermehrte Nutzung von synthetischen, CO2-armen Kraftstoffen wäre zum Beispiel eine Möglichkeit für Emissionsreduktionen im Verkehrssektor, mit denen die Emissionen des großen globalen Flottenbestandes vermindert werden könnten", heißt es.

Ebenfalls kritisch betrachtet wird eine "soziale Schieflage" bei der Elektroautoförderung. "Generell nehmen derzeit Personen mit einem höheren Einkommen die staatlichen Fördermaßnahmen stärker in Anspruch als Personen mit einem niedrigeren Einkommen", schreibt die Studie. Der technische Fortschritt könne jedoch dazu beitragen, dass auch im Volumensegment noch in diesem Jahrzehnt die Nachfrage nach Elektroautos nicht mehr von Subventionen getrieben werde.

Aus ordnungspolitischer Sicht sei es daher "wünschenswert, wenn die Subventionen für Elektroautos so schnell wie möglich zurückgefahren werden könnten". Die Verlängerung des aktuellen Förderregimes bis 2025 "könnte ein solches Enddatum markieren, denn der Kostenunterschied zwischen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird weiter sinken".

Nachtrag vom 10. August 2021, 14:30 Uhr

Auf Anfrage von Golem.de erläuterte Studienautor Eric Heymann, warum Faktoren wie die Förderung der Ladeinfrastruktur nicht in die Summe einbezogen worden seien. Zwar seien die Fördermittel erheblich, doch diese ließen sich nicht auf die einzelnen Elektroautos herunterrechnen. Daher seien diese Kosten nicht in die Summe der Gesamtförderungen eingeflossen.

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