Deutsche Bank: Rund 1.700 Beschwerden zur Postbank-IT

Überweisungen werden nicht ausgeführt, Konten willkürlich gesperrt. Die Deutsche Bank fährt die Postbank bei der IT-Migration an die Wand.

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Deutsche-Bank-Filiale in Berlin
Deutsche-Bank-Filiale in Berlin (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Betroffene melden immer häufiger Probleme mit der Postbank und DSL-Bank, nachdem deren IT zum Mutterkonzern Deutsche Bank migrierte. Wie die Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) am 23. Oktober 2023 bekanntgab, gab es seit Jahresbeginn rund 1.700 Beschwerden.

Wie Golem.de aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr, wurde die Migration von der Deutschen Bank bewusst so durchgeführt, dass für Zehntausende Kunden der Service zeitweise praktisch eingestellt wurde. Geldautomaten, beispielsweise im Süden Berlins, funktionierten monatelang nicht.

Zwischen Januar und September 2023 gab es annähernd dreimal so viele Beschwerden wie im gesamten Vorjahr. Konten wurden gesperrt, Mietüberweisungen nicht ausgeführt, die Anschlussfinanzierung von Immobilienkrediten verzögerte sich.

Ramona Pop, Vorständin des Vzbv sagte: "Aus Sicht des Vzbv ist das Verhalten der Deutschen Bank grob fahrlässig. Unsere Erwartung an die Deutsche Bank ist, dass sie Verbraucher schnell und unbürokratisch entschädigt und Kunden eine vollständige Schadenskompensation schriftlich zusichert."

Die Banken würden immer mehr Stellen abbauen, um deren Gewinne zu erhöhen, "wovon auch die Kundenbetreuung betroffen ist, so dass Verbraucher bei Problemen letztendlich hilflos dastehen", sagte Pop.

Die Auswertungen der Beschwerdestatistik basieren auf der Vorgangserfassung aller 16 Verbraucherzentralen in den insgesamt rund 200 Beratungsstellen in Deutschland.

IT-Migration: Deutsche Bank wollte jährlich 900 Millionen Euro erwirtschaften

Laut einem Bericht der Financial Times dauerte es nach Übernahme des ersten Aktienpakets fast 13 Jahre, bis die Postbank-Privatkundendaten über ein Wochenende in einer Mammutaktion in das IT-System der Deutschen Bank migriert wurden.

An einem Wochenende Anfang Juli arbeiteten 200 Banker und IT-Spezialisten daran, eine Aufgabenliste mit 2.833 Einträgen abzuschließen, um die verbleibenden Daten von 12 Millionen Kunden der Postbank auf die Computersysteme der Deutschen Bank zu übertragen.

Das erste Projekt zur Postbank-Migration zwischen 2010 und 2015 mit dem Codenamen Magellan kostete eine Milliarde Euro – und scheiterte. Das führte dazu, dass die Deutsche Bank die Postbank wieder verkaufen wollte. Es wurde jedoch kein Abnehmer gefunden. Ab 2017 lief dann der jetzt abgeschlossene zweite Anlauf als Projekt Unity.

Gestartet war das Projekt Unity mit dem Ziel, durch die volle Datenmigration ab 2022 "jährliche Kosteneinsparungen und zusätzliche Einnahmen" von 900 Millionen Euro zu erwirtschaften.

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gaym0r 24. Okt 2023 / Themenstart

OK? Warum widerspricht dein ganzer nachfolgende Text dem dann? Welcher Chef? Also nur...

demon driver 24. Okt 2023 / Themenstart

Ja. Bin auch gespannt, was dabei rauskommt. Daran wird sich zeigen, ob die...

demon driver 24. Okt 2023 / Themenstart

[...] +1 Das kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ist in seiner Struktur...

Last-unicorn 23. Okt 2023 / Themenstart

Die haben auch diverse gescheiterte Migrationsprojekte hinter sich. Eines nannte sich...

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