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Deutsche Bahn: Straßenverkehr im Jahr 2045 - Szenario für den Nahverkehr

Die Deutsche Bahn wollte wissen, wie der ÖPNV im Jahr 2045 aussehen könnte. Günstiger als der Autoverkehr soll er sein und Wartezeiten halbieren.
/ Patrick Klapetz
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Deckblatt der Studie zum ÖPNV für das Jahr 2045. (Bild: DB Regio, Prognos AG, DLR, KIT, ioki)
Deckblatt der Studie zum ÖPNV für das Jahr 2045. Bild: DB Regio, Prognos AG, DLR, KIT, ioki

Die Regionalverkehrssparte der Deutschen Bahn (DB Regio) wollte wissen, wie der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) der Zukunft in Deutschland aussehen könnte und hat eine Studie(öffnet im neuen Fenster) in Auftrag gegeben. Besonders durch autonom fahrende Busse und Shuttles könnte der Regionalverkehr für das Jahr 2045 effektiver und angenehmer werden.

Das Szenario zeigt auf, dass sich die Wartezeiten für die Fahrgäste halbieren könnten, wobei das vom Ort abhängig ist. In Metropolen könnte die Wartezeit fünf Minuten und im ländlichen Raum 13 Minuten betragen. Außerdem würden ländliche Gebiete besser angebunden und Straßennetze entlastet, vorausgesetzt, autonome Fahrzeuge würden flächendeckend eingesetzt.

Robotaxis und Anbindung an den Zugverkehr

Durch den Einsatz von Robotaxis könnte sich das Verkehrsaufkommen in Metropolen um bis zu 40 Prozent halbieren. Pilotversuche für diese Technologie werden bereits in den USA und China durchgeführt. Dort sind autonome Fahrzeuge privater Anbieter ohne Fahrer im kommerziellen Betrieb. In San Francisco (Kalifornien, USA) sind 1.000 Robotaxis unterwegs , auch in Las Vegas fahren welche . In Deutschland und anderen europäischen Ländern sind solche Testphasen ebenfalls angekündigt.

Die notwendigen Technologien und "Gesetze für die Anwendung im ÖPNV sind da" , teilt Frederik Ley mit, der Vorstand Straße bei DB Regio. Um einen wirklichen Nutzen für den öffentlichen Nahverkehr zu erreichen, müsste das Angebot ausgebaut und weiterentwickelt werden. Das soll über autonome Shuttles sowie optimierte Buslinien und die Verknüpfung mit dem Zugverkehr führen.

Eine Million Shuttles und Busse

Die Studie sieht dafür etwa eine Million autonome Busse und Shuttles vor. Derzeit gibt es etwa 70.000 solcher Fahrzeuge – wobei diese Fahrer benötigen, die braucht man künftig nicht mehr. Der Anteil der Gesamtverkehrsleistung des ÖPNV würde sich auf 35 Prozent verdoppeln. Dadurch könnte sich die Belastung durch den Straßenverkehr in Städten um bis zu elf Prozent reduzieren.

Autofahrer könnten beim Umstieg auf den ÖPNV im Jahr 2045 monatlich bis zu 170 Euro sparen. Selbst wenn die Tickets teurer wären als heute, lägen die Kosten für Autofahrer immer noch höher. Auch die öffentlichen Zuschüsse für den Nahverkehr könnten trotz größeren Nahverkehrsnetzes um 20 Prozent sinken.

Die Studien Mobilität in Deutschland(öffnet im neuen Fenster) von 2017 sowie das Mobilitätspanel 2022/2023(öffnet im neuen Fenster) dienten als Datengrundlage, um das künftige Verkehrsverhaltens von Nutzern zu schätzen. Erstellt wurde die Studie für die DB Regio vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR), der Prognos AG, dem Software- und Verkehrsplanungsunternehmen ioki sowie dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).


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