Deutsche Bahn: One Fiber baut entlang des Bahn-Netzes zweites Glasfasernetz

Das Start-up One Fiber Interconnect will entlang des Schienennetzes der Deutschen Bahn ein eigenes Glasfasernetz aufbauen – parallel zu dem der Bahn. Nach Informationen des Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) haben sich der Bahn-Konzern und das Unternehmen jetzt auf das Vorgehen geeinigt.
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) begrüßte im Gespräch mit der Zeitung Initiativen, "die dazu beitragen, alle Regionen in Deutschland schnell mit leistungsfähigem Internet und Mobilfunk zu versorgen" . Das gelte erst recht, wenn diese Infrastrukturen Schutz bei Hackerangriffen bieten würden. "Dazu muss jeder Anbieter natürlich in der Lage sein, all das, was er fest zugesagt habe, auch zu erfüllen" , sagte Scheuer.
Bahn bereitet seit Jahren Ausschreibung für Glasfasernetz vor
One Fiber Interconnect, deren Chef Klaus Kremper einst Leiter der Güterverkehrssparte der Bahn war, stellte im Juni 2020 dem Haushaltsausschuss des Bundestags in Anwesenheit von Scheuer ein Konzept für den kompletten Ausbau des 33.000 km langen Bahnnetzes mit Glasfaser vor. 18.500 Kilometer sind bereits mit Glasfaser versorgt. Der Ausbau sollte laut Kremper 1,8 Milliarden Euro kosten und nach fünf Jahren abgeschlossen sein. Strategischer Partner der One Fiber ist das Energie- und Telekommunikationsunternehmen EWE aus Oldenburg. Die Bahn wollte mit DB Broadband jedoch lieber selbst ausbauen, weshalb sich ein Rechtsstreit(öffnet im neuen Fenster) entwickelte.
One Fiber hat bisher noch kein Glasfaserkabel verlegt. Strategischer Erstinvestor ist die Aton-Gruppe des Gründers der Helios-Kliniken, Lutz Helmig. Kremper will in fünf Jahren 27.000 Kilometer Glasfaser verlegen und 1,8 Milliarden Euro investieren. "Zum Jahreswechsel" sollen die ersten Kabel in den Kabelkanälen neben dem Gleisbett liegen, sagte der Unternehmer dem Handelsblatt.