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Deutsche Bahn: Bundesverkehrsminister bekommt für Boni-Pläne Zuspruch

Der Bundesverkehrsminister will Manager-Boni bei der Bahn an die Pünktlichkeit koppeln. Für den Vorstoß bekommt er Zuspruch aus fast allen Parteien.
/ Michael Linden
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Ein ICE im Berliner Hauptbahnhof (Bild: Ralf Hirschberger / AFP via Getty Images)
Ein ICE im Berliner Hauptbahnhof Bild: Ralf Hirschberger / AFP via Getty Images

Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) möchte Bonuszahlungen für Bahn-Manager enger an die tatsächliche Zielerreichung koppeln und trifft parteiübergreifend auf Zustimmung, wie die Tagesschau berichtet.(öffnet im neuen Fenster)

Im Zentrum von Bilgers Vorstoß steht die Pünktlichkeit im Fernverkehr. Verfehlt die Deutsche Bahn die vom Bund gesetzten Ziele, sollen Führungskräfte künftig weniger Boni erhalten als bisher. Das sagte Bilger in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Ganz neu ist der Gedanke nicht. Bereits Bilgers Vorgänger Patrick Schnieder (CDU) hatte in einem Strategiepapier angekündigt, die variable Vergütung von Vorstand und Führungsebene stärker an die Unternehmensziele zu binden.

Bilger erhält Unterstützung aus mehreren Parteien

Aus der SPD kommt Zustimmung. Die Obfrau im Verkehrsausschuss des Bundestages, Isabell Cademartori, begrüßte laut Tagesspiegel(öffnet im neuen Fenster) ausdrücklich, dass Bilger die Bonuszahlungen an die Pünktlichkeit koppeln wolle. Sie verwies zugleich auf hohe Investitionen des Bundes in die Infrastruktur, die sich nun auch im Betrieb zeigen müssten.

Auch die Grünen signalisierten grundsätzliche Zustimmung, verknüpften diese jedoch mit einer Forderung. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julia Verlinden erklärte den Zeitungen der Funke Mediengruppe zufolge(öffnet im neuen Fenster), Verspätungen und Zugausfälle gingen vor allem auf jahrzehntelang zu geringe Investitionen des Bundes in die Schieneninfrastruktur zurück.

Kritischer äußerte sich Thüringens Digital- und Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW). Als Unternehmer habe er Sonderzahlungen nur dann erhalten, wenn Ziele vollständig erreicht worden seien, sagte er dem Tagesspiegel. Bei der Bahn gälten offenbar andere Maßstäbe, weil der Konzernvorstand Ziele zu niedrig ansetze und deren Unterschreitung trotzdem belohnt werde.

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte sich zustimmend. Der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann erklärte der Funke Mediengruppe, es sei richtig, wenn der Eigentümer klare Vorgaben mache und diese kontrolliere. Zugleich müsse der Bund auch seine eigene Verantwortung wahrnehmen und der Bahn ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stellen.

Bisherige Zielwerte gelten als vergleichsweise niedrig

Schon jetzt fließt die Pünktlichkeit im Fernverkehr in die Bonusberechnung für Vorstandsmitglieder ein. Recherchen von ZDF frontal(öffnet im neuen Fenster) zufolge liegen die dafür angesetzten Schwellenwerte allerdings recht niedrig. Erste Bonuszahlungen sollen demnach bereits ab 65 Prozent Pünktlichkeit fließen. Ab 67,5 Prozent gilt das Ziel als vollständig erreicht, ab 70 Prozent sollen 150 Prozent des vereinbarten Bonus ausgezahlt werden.

Da die Fernzüge 2025 im Schnitt nur zu etwa 60 Prozent pünktlich waren, blieb in diesem Bereich offenbar kein Bonus übrig. Im Regionalverkehr, wo die Marke bei 90 Prozent liegt, wurde das Ziel ebenfalls verfehlt. Ausgezahlt wurde ein Bonus laut Recherche lediglich in der Gütersparte Cargo, wo mit 67,7 Prozent das dortige Ziel erreicht wurde.

Insgesamt erhielten die Bahn-Vorstände für 2025 nach Angaben von ZDF frontal Bonuszahlungen in Höhe von knapp drei Millionen Euro. Auf den damaligen Konzernchef Richard Lutz sollen davon rund 570.000 Euro entfallen sein.


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