Neue Märkte für China-VW
Aber zurück zu den Kostenvorteilen in China: Diese will Konzernchef Blume für den Export nutzen. "Aufgrund unserer Kostensituation in Deutschland blieben bislang einige Märkte für uns verschlossen", sagt Blume Golem während des Produktionsstarts des ID.Polo im spanischen Martorell.
Autos aus chinesischer Produktion will er in Indien, Südostasien, im Nahen Osten und in Afrika verkaufen. Den Auftakt bildet Usbekistan. Erstmals in der Konzerngeschichte übernimmt Volkswagen China die Verantwortung für einen Exportmarkt.
In dem zentralasiatischen Land mit 38 Millionen Einwohnern wurden im vergangenen Jahr 461.000 Pkw verkauft. Zum Auftakt gehören Modelle der Einstiegsmarke Jetta sowie Volkswagen zum Angebot in Usbekistan.
Doch sollte nicht der Eindruck entstehen, Volkswagen verfolge hier eine Billigstrategie. Etliche der E-Autos sind den heimischen Versionen technisch überlegen. Modelle wie der ID-Unyx 08, der SUV Range Extender ID.ERA 9x sowie der Audi Sportback E5 (der ohne Ringe) nutzen für kürzere Ladepausen ein 800-Volt-Batteriesystem. Die künftigen Modelle auf der MEB+-Plattform in Europa müssen mit geringerer Ladeleistung wegen 400-Volt-Spannung vorliebnehmen.
Autos mit künstlicher Intelligenz
Spannend bleibt die Frage, ob deutsche Autohersteller den nächsten Evolutionsschritt bei Software mitgehen. Die Unternehmensberatung Alix Partners sieht nach dem SDV das AIDV. In einem Software-definierten Fahrzeug steuert im Idealfall ein Zentralrechner sämtliche Funktionen im Fahrzeug. Updates ermöglichen die Weiterentwicklung über die Nutzungszeit.
Das KI-definierte Fahrzeug entwickelt sich eigenständig weiter. Die künstliche Intelligenz lernt aus Nutzerverhalten und Verkehrssituationen und verbessert die Software laufend (Data Flywheel). Das passiert im Fahrzeug und über eine Anbindung zur Cloud, so dass alle Fahrzeuge von der Erfahrung einzelner profitieren. Bislang entstehen die führenden KI-Modelle in Nordamerika und China.
Abgewanderte Wertschöpfung
Die deutsche Autoindustrie braucht eine neue Verteidigung, etwas, in dem sie unschlagbar gut ist. Zur Auswahl stehen Zellchemie und Software, ergo künstliche Intelligenz.
Die Wertschöpfung der Technologien sollte hierzulande entstehen. Um auf das Beispiel von VW in Hefei zurückzukommen: Wenn neue Ideen in China umgesetzt werden, schaffen die dort neue Arbeitsplätze und Umsatz. Wer das Geld verdient, bestimmt. Wolfsburg wird dann zur Umsetzungszentrale der Ansagen aus China.
IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)
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