Eine Wolfsburg-Kopie in China
Einen Punkt macht Volkswagen somit richtig und baut eigenes Know-how bei der Zellfertigung auf. Bleibt die Software. Da denkt man direkt an den Fehlstart des Tochterunternehmens Cariad. Doch der Konzern holt sich in den USA bei der Programmierung Hilfe bei Rivian und in China bei Xpeng.
Außerdem ließ Konzernchef Blume Wolfsburg klonen, zumindest was den Werksteil betrifft. In Hefei entstand die Volkswagen Group China Technology Company (VCTC) und damit das letzte Glied für die Eigenständigkeit abseits der Zentrale. Dort steht das größte Forschungs- und Entwicklungszentrum des Konzerns außerhalb Deutschlands. Volkswagen entwirft, testet und baut Autos in China, ohne auf die Unterstützung aus Deutschland angewiesen zu sein. In nur 18 Monaten entstand die Fahrzeugplattform China Electronic Architecture (CEA).
Subventionen auch in Deutschland
Niedrigere Energie- und Lohnkosten dürften die größten Vorteile für Autohersteller in China sein. Natürlich kommt an dieser Stelle stets der Einwand staatlicher Subventionen. Aber dann müssen wir auch sehen, dass in Deutschland bereits die zweite staatliche Förderrunde für E-Auto-Käufer und Leasingnehmer läuft.
BMW erhielt im Jahr 2005 rund 360 Millionen Euro Förderung für den Aufbau seiner Fertigung in Leipzig. Volkswagen wollte für die Standorte Zwickau und Chemnitz Mitte der 1990er Jahre umgerechnet 390 Millionen Euro, doch die EU-Kommission genehmigte nur 270 Millionen Euro.
Einen Teil der Differenz überwies der damalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf aus der Landeskasse. Nach einer juristischen Aufarbeitung musste ein Teil des Geldes zurückgezahlt werden.
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