Leistungsstarke Engine, aber noch viel Arbeit für die Entwickler
Technisch wurde Mankind Divided im Vergleich zur Vorgängerproduktion sichtbar augmentiert. Die aus der Glacier 2 Engine hervorgegangene Dawn Engine sorgt für eine stets flüssige Bildrate, tolle Weitsicht, eine höhere Dichte an Nichtspieler-Charakteren, viele schicke Effekte beim Einsatz der zahlreichen Augmentierungen und ein deutlich mehr auf Vertikalität getrimmtes Leveldesign. Außerdem stemmt sie sämtliche Audioinhalte im Gegensatz zu Human Revolution nicht nur in Stereo, sondern endlich auch in 5.1-Surround-Sound.
Klingt nach einer eierlegenden Wollmilchsau? Nicht ganz, denn noch offenbarte unser knapp vierstündiges Techtelmechtel mit der Vorabversion zahlreiche Stolperfallen, die das Team bis zur Veröffentlichung in knapp viereinhalb Monaten dringend in den Griff bekommen sollte. Allen voran störende KI- und Physikaussetzer: Im Prag-Level zum Beispiel führte ein minutenlanger Schusswechsel letztendlich dazu, dass zwei Wachposten mit ausgestreckten Armen wie versteinerte Ampelmännchen in der Gegend herumstanden. Ihr wütendes Gebrabbel ertönte dabei weiter durch die Lautsprecher, was die Szene umso bizarrer erscheinen ließ.
Darüber hinaus begegneten wir einer sich ständig selbst heilenden Fensterscheibe, mehreren sekundenlang zuckenden Ragdoll-Leichen und Dutzenden Objekten, deren physikalisches Gewicht völlig unglaubwürdig simuliert wurde.
Die gute Nachricht: Über einen Großteil dieser Ungereimtheiten ist man sich in Montreal bereits im Klaren und kommunizierte sie daher direkt in der Einführungspräsentation. Ein sehr transparenter Ansatz, wie wir finden - und einer, der Hoffnung gibt, dass uns ein Bug-Debakel wie bei Ubisofts Assassin's Creed Unity erspart bleibt.
Fazit
Schon jetzt bietet Deus Ex: Mankind Divided nahezu alle Komponenten, um in der Königsklasse der Action-Rollenspiele zu bestehen. Die Atmosphäre ist zum Schneiden dicht, die Story macht unglaublich neugierig, der Multipath-Ansatz scheint voll aufzugehen und auch die Technik hinterlässt - vom nötigen Feintuning mal abgesehen - einen vielversprechenden Eindruck. Ergänzt man nun noch die emotional aufwühlenden Dialoge, die charismatischen Charaktere, die zahlreichen neuen Augmentierungen sowie die großartige Soundkulisse, bleibt ein Cyberpunk-Abenteuer mit Hit-Qualitäten. Das gilt insbesondere dann, wenn Eidos Montreal den leider nur grob skizzierten Social-Hacking-Ansatz konsequent umsetzt.
Deus Ex: Mankind Divided ist ab dem 23. Februar 2016 für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich.
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