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Destiny angespielt: Schöne Grüße vom Master Chief

Sehr viel Halo, eine große Portion MMORPG und ein unverbrauchtes, schön in Szene gesetztes Szenario: Golem.de hat die Beta von Destiny erkundet – und zeigt Gameplay aus den Missionen im Video.
/ Peter Steinlechner
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Destiny (Bild: Bungie)
Destiny Bild: Bungie

Ein kleiner blauer Flugroboter fliegt direkt nach dem Intro über den Schrottplatz und weckt uns auf – Moment mal, ein kleiner blauer Flugroboter? So wie "343 Guilty Spark" in Halo? Tatsächlich: Die fliegende und sprechende Drohne ist eines von erstaunlich vielen Elementen in Destiny, die Bungie(öffnet im neuen Fenster) aus seinem eigenen Actionspektakel rund um den Master Chief übernommen hat. Wir haben uns beim Anspielen der Beta jedenfalls teils über die bekannten Elemente gefreut – uns teilweise aber auch gewundert, wie sehr die Entwickler etwa Verhaltensmuster und Animationen der KI-Gegner übernommen haben.

Destiny Beta-Build angespielt
Destiny Beta-Build angespielt (02:43)

Die Drohne heißt Geist in der deutschen Version von Destiny. Sie führt uns direkt nach dem Start erst zu einer Waffe und dann durch Horden von Aliens bis zu einem Raumschiff. Damit können wir zum sogenannten Turm fliegen: Das ist ein Gebiet, in dem wir – ähnlich wie in einem MMORPG – zum einen zahlreiche andere von Menschen gesteuerte Figuren sehen, in dem wir aber auch Waffen, Rüstungen und sonstige Ausstattung kaufen oder sie nach erfolgreich absolvierten Einsätzen, in denen wir sie als Belohnung bekommen haben, freischalten können.

Vom Turm aus können wir auf Knopfdruck auch in den Orbit fliegen und dann auf einer Übersichtskarte zwischen mehreren Einsatzorten fliegen. In der Beta von Destiny befinden die sich auf der Erde und dem Mars, im fertigen Spiel wird es auch Missionen auf dem Mond und auf Planeten geben. Je nachdem, an welcher Stelle der Kampagne sich der Spieler befindet, hat er nur einen verfügbaren Auftrag oder mehrere zur Auswahl.

Kämpfe wie in Halo

Die in der Beta spielbaren Missionen sind nicht sonderlich komplex, sie machen wegen der gut inszenierten Kämpfe aber viel Spaß – und sie erinnern ebenfalls deutlich an Halo. Feindliche Außerirdische springen auf ähnliche Weise in Deckung und daraus hervor, sie verwenden teils die gleiche Art von Schild, und auch der typische Halo-Nahkampfangriff ist in Destiny wieder zu finden, inklusive einiger aufwendiger Animationen und vieler vergleichbarer Waffeneffekte.

Das ist durchaus gut, denn die Kämpfe in Destiny sind ähnlich abwechslungsreich und spannend wie die besseren Momente in Halo: Einfach nur durchballern funktioniert kaum, stattdessen sind taktisches Vorgehen, das sinnvolle Nutzen von Deckung und der passenden Waffen nötig. Eher an MMORPGs als an Halo erinnern große und teils wirklich sehr starke Bossgegner mit ausgefallenen Namen und einem großen gelben Lebensbalken.

Wer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist, kann sogar auf riesige Monster treffen, etwa an einen gigantischen Alien-Käfer, der deutlich an die großen Monster aus Starship Troopers erinnert, und der innerhalb eines Zeitlimits von ein paar Minuten erledigt werden muss. Das kann ein einzelner Spieler nicht alleine schaffen, stattdessen muss er sich – einfach durch seine Teilnahme an dem Kampf – mit anderen menschlichen Mitstreitern, die auch gerade auf der Karte unterwegs sind – zusammenschließen.

Missionen mit menschlichen Mitstreitern

Die Missionen in der Beta führen den Spieler vor allem in Gebiete auf der Erde, die Namen wie Alt-Russland tragen. Die Umgebungsgrafik der angespielten PS4-Version macht einen sehr guten Eindruck: Wir kämpfen auf in abwechslungsreich und sehr aufwendig texturierten Hügellandschaften aus Schnee und Sand, sind aber auch in schick gestalteten unterirdischen Katakomben mit sehenswerten Licht- und Schatteneffekten unterwegs.

Destiny – Trailer (E3 2014)
Destiny – Trailer (E3 2014) (03:57)

An einer Stelle haben wir es in einer riesigen Halle mit Horden von zombieähnlichen Außerirdischen zu tun. Unsere – automatisch eingeschaltete – Taschenlampe reicht nur ein paar Meter weit, sodass die Gegner fast schon aus der Dunkelheit in ihren Lichtkegel springen oder an einigen der Wände riesige Schatten werfen.

Ein Leveldetail erinnert übrigens auch an Halo: Die Umgebungen sind so gut wie gar nicht interaktiv gestaltet, was wir etwas schade finden. Wir können selbst keine Gegenstände benutzen, aufnehmen, verändern oder kaputt machen – wenn es mal einen Schalter zu drücken gibt, erledigt das der Flugroboter in einer Zwischensequenz oder einem Ingame.

Die Betaversion von Destiny ist nur mit Internetverbindung spielbar, auch das fertige Spiel verfügt nicht über einen Offlinemodus. Zumindest in der Beta waren alle Missionen schon bei der Auswahl für ein bis drei Spieler ausgelegt, und vor Ort sind wir immer auf menschliche Mitstreiter im gleichen Gebiet gestoßen. Es fühlt sich etwas seltsam an, dass da irgendwer in unserer persönlichen Heldengeschichte herumfuhrwerkt, den wir nicht kennen und mit dem wir auch nicht wirklich sinnvoll kommunizieren können – aber letztlich funktioniert das System gut, zumal die anderen Spieler auch beim ein oder anderen Kampf helfen.

Xbox-One-Beta nicht in 1080p-Auflösung

Die Betatestphase von Destiny läuft auf Playstation 3 und 4 seit dem 17. Juli 2014, auf Xbox 360 und One soll es am 23. Juli 2014 losgehen. Auf beiden Plattformen läuft die Beta bis zum 27. Juli 2014. Auf der Playstation 4 läuft die Betaversion übrigens wie die finale Fassung in der Auflösung von 1080p (1.980 x 1.080 Pixel). Auf der Xbox One berechnet das Spiel die Grafik in der Beta in einer niedrigeren, nicht konkret spezifizierten Auflösung. Das fertige Spiel soll aber auch auf der Microsoft-Konsole nativ in 1.080p laufen – das sei laut Bungie erst durch die Ressourcen möglich geworden, die der Wegfall von Kinect möglich mache, müsse aber noch implementiert werden.

Die finale Fassung von Destiny erscheint am 9. September 2014 für Playstation 3 und 4 sowie für Xbox 360 und Xbox One; eine PC-Fassung ist vorerst nicht konkret geplant, könnte laut Hersteller aber später folgen. Das Actionspiel spielt in rund 700 Jahren, nachdem die Menschen den Sprung ins All geschafft – damit aber auch zahlreiche nicht so freundliche Aliens auf die Erde aufmerksam gemacht haben.


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