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Destinus: Schweizer haben ihren Wasserstoff-Hyperschall-Jet getestet

Ein Schweizer Unternehmen baut an einem wasserstoffbetriebenen Hyperschall-Jet. Das Flugzeug soll 2030 zum Einsatz kommen und zunächst 25 Passagiere befördern können.
/ Patrick Klapetz
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Eine künstlerische Darstellung eines Hyperschall-Jets von Destinus (Bild: Destinus)
Eine künstlerische Darstellung eines Hyperschall-Jets von Destinus Bild: Destinus

Das europäische Start-up-Unternehmen Destinus hat am 24. Mai 2023 seinen Prototyp eines wasserstoffbetriebenen Hyperschall-Jets getestet. Der Prototyp Jungfrau (Destinus-1) war mit einem wasserstoffbetriebenen Nachbrenner ausgestattet, wie das Schweizer Unternehmen am 1. Juni 2023 mitteilte.(öffnet im neuen Fenster)

"Ein Nachbrenner ist eine zusätzliche Verbrennungskomponente, die bei einem Turbotriebwerk eingesetzt wird, um mehr Schub zu erzeugen, indem zusätzlicher Kraftstoff, in diesem Fall Wasserstoff, in den Abgasstrom der Turbine eingespritzt wird" , erklärte das Unternehmen. Dadurch können ein höherer Schub sowie höhere Geschwindigkeiten und Steigraten erreicht werden.

Für diesen Versuchsflug war der Jet unbemannt. Während mehrerer Flüge mit mehrfacher Zündung des Wasserstoff-Nachbrenners hatte der Prototyp eine Geschwindigkeit von etwa 250 Kilometern pro Stunde erreicht. Das ist jedoch noch weit von dem entfernt, was Destinus erreichen will.

Mit Mach 5 um die Welt

Wenn das Flugzeug fertiggestellt ist, soll es in die Stratosphäre in eine Höhe von mehr als 30 Kilometern steigen und eine Geschwindigkeit von Mach 5 – also knapp 6.125 Kilometer pro Stunde – erreichen. Das ist schneller als die Concorde , die Mach 2 flog. Auf der Unternehmensseite heißt es, dass ein Flug von Frankfurt nach Tokio drei statt 11 Stunden und 30 Minuten dauern würde. In Sydney wäre man in 4 Stunden und 15 Minuten statt 20 Stunden – und Dubai wäre nur eine Stunde und 30 Minuten statt sechs Stunden entfernt.

"Die Geschwindigkeit und die Langstreckenfähigkeiten werden durch Wasserstoff als Treibstoff ermöglicht und werden neue Flugwege für den Personen- und Frachttransport überall auf der Erde eröffnen" , erklärte Destinus.

Destinus behauptet, dass der Jet beim Betrieb kohlenstofffrei sei und nur Wärme und Wasserdampf ausstoße. Inwieweit die Aussage zutrifft, ist nicht überprüfbar. Zumindest wird der Bau des Flugzeugs oder die Herstellung des Treibstoffs Kohlenstoff produzieren. Eine Zero-Emission-Bilanz dürfte das Flugzeug somit nicht haben. Beim Start und der Landung wird der Jet mit wasserstoffbetriebenen , luftatmenden Turbotriebwerken arbeiten.

Bis 2030 soll das Hyperschallflugzeug fertiggestellt sein und Platz für 25 Passagiere bieten. Eine spätere Version des Flugzeugs soll bis zu 100 Passagiere fassen können. Das ist immer noch weniger als bei einem herkömmlichen Passagierflugzeug – doch dafür sind diese auch viel langsamer unterwegs. Konkurrenz bekommt das Unternehmen unter anderem von Stratolaunch , die ebenfalls an einem Hyperschallflugzeug arbeiten.


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