Desktop-Modus des Steam Deck ausprobiert: Das fast perfekte Linux für Umsteiger

Das Steam Deck könnte für einige der erste Desktop-Rechner sein und kommt mit der Linux-Distribution SteamOS. Taugt das für den Einstieg?

Ein Hands-on von veröffentlicht am
Das Steam Deck im Desktop Modus
Das Steam Deck im Desktop Modus (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Auch wenn es sich viele Golem.de-Leser und auch -Redakteure nach wie vor kaum vorstellen können: Seit Jahrzehnten wächst eine Generation an Computernutzern heran, die von der klassischen Desktop-Metapher nicht viel bis gar nichts wissen. Und selbst wenn etwa bei Gamern Vorerfahrung mit Windows existiert, kommt das Steam Deck (Test) mit einem für die meisten wohl ungewohnten Linux-Desktop. Höchste Zeit also für einen Selbstversuch, um mit dem Steam Deck als Desktop-Rechner zu arbeiten. Möglich macht das Valve mit seinem SteamOS, das auf Arch Linux basiert. Und so viel vorweg: Von diesem Unterbau bekommen Desktop-Nutzer nichts mit.

Inhalt:
  1. Desktop-Modus des Steam Deck ausprobiert: Das fast perfekte Linux für Umsteiger
  2. Ein solider Linux-Desktop ohne Konsolen-Zwang
  3. Steam-Deck-Desktop-Modus: Fazit

In unserem ersten Test des Steam Deck haben wir die Fähigkeit zur Nutzung des standardmäßig verfügbaren Desktops nur kurz erwähnt und uns dabei zunächst vor allem auf das Haupteinsatzszenario als Gaming-Handheld konzentriert. Mit dem Steam Deck ist darüber hinaus aber seit Jahren endlich mal wieder ein Gerät in Massenproduktion verfügbar, das zusätzlich zu seinem eigentlich Einsatzzweck eine Linux-Desktop-Umgebung bietet.

Derartige Versuche gab es beispielsweise im Android-Umfeld immer wieder. Wirklich durchsetzen konnten sich diese leider nicht. Nun legt also Valve mit einem Linux-Handheld nach und bietet einen relativ problemlosen Zugang zu einer Desktop-Umgebung, die zusätzlich zur eigentlichen Steam-UI im Game Mode genutzt werden kann.

Schnell auf dem Desktop

Der Wechsel ist dabei zwar etwas versteckt, aber dennoch denkbar einfach: Über den An/Aus-Schalter beziehungsweise über das Menü zum Ausschalten können wir in den Desktop-Modus wechseln. Das Steam Deck lädt dann KDE Plasma auf dem integrierten Panel des Handheld. Zwar arbeitet das Plasma-Team an einem für kleinere Displays gedachten Mobile-UI, das etwa im Pinephone (Test) genutzt werden kann. Auf dem Steam Deck kommt stattdessen die übliche Desktop-Oberfläche von Plasma zum Einsatz.

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Ein langer Druck auf die Steam- plus die X-Taste öffnet eine virtuelle Tastatur oder aktiviert zusammen mit dem rechten Analogstick einen Mauszeiger samt L2/R2 als Maustasten. Praktischerweise sind die L2/R2-Tasten hierbei im Vergleich zu einer echten Maus vertauscht. Das heißt, die R2-Taste ist für die Auswahl zuständig (Linksklick), die L2-Taste öffnet Kontextmenüs (Rechtsklick). Das dürfte zumindest den Gewohnheiten von Rechtshändern entsprechen und fühlt sich so direkt natürlich an.

Spannenderweise treffen wir schon hier auf den ersten Bug. Das Display des Steam Deck ist quer verbaut, zumindest gibt das die Firmware standardmäßig vor. Das heißt, die Taskleiste erscheint bei uns nicht immer an der unteren Bildschirmkante, sondern an der rechten. Das lässt sich leicht durch die Einstellungen zur Display-Rotation ändern und tritt nur sporadisch auf, einen guten ersten Eindruck erzeugt dies dennoch nicht.

Nintendo Switch (OLED-Modell) Weiss

Etwas irritierend ist auch, dass zwar sowohl die Belegung der virtuellen Tastatur wie auch einer angeschlossenen Tastatur geändert werden kann, die Systemsprache selbst aber nicht. Sämtliche Menüs des Plasma-Desktops sind damit auf Englisch. Das Herunterladen weiterer Sprachpakete ist offenbar bisher nicht vorgesehen und der entsprechende Menüpunkt in den Einstellungen ausgegraut.

Mit Adapter, Dongle oder Hub zum Arbeiten

Für einen produktiven Einsatz eignet sich das Steam Deck so aber noch nicht. Selbst einfaches Browsern im Web ist mit der virtuellen Tastatur, den Joysticks und den Schultertasten eher kompliziert. Dicke Zeigefinger oder Daumen erschweren bei einer Eingabe über das Touchpad eine Nutzung zusätzlich. Letzteres liegt schlicht an der klein dargestellten Desktop-UI, die nicht für einen Touch-Eingabe optimiert ist.

Um das Steam Deck wirklich im Desktop-Modus zu nutzen, braucht es Maus, Tastatur und einen größeren Monitor. In der Redaktion haben wir dazu No-Name-Adapter für USB-C, ein günstiges Dock sowie unseren Eizo EV2785 mit integriertem USB-Hub getestet. In jedem unserer Szenarien klappte die Nutzung auf Anhieb. Also: Los geht's mit der Arbeit.

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Ein solider Linux-Desktop ohne Konsolen-Zwang 
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Seitan-Sushi-Fan 31. Mai 2022 / Themenstart

Aber wie du ja selber geschrieben hast, ist das kein unmodifizierter Upstream Kernel...

Seitan-Sushi-Fan 29. Mai 2022 / Themenstart

Bitwig Studio und REAPER gibt es nun echt nicht erst seit gestern als native Linux...

Seitan-Sushi-Fan 28. Mai 2022 / Themenstart

Game Mode, und das ist ja der primäre Zweck des Steam Decks, ist bereits jetzt völlig in...

Seitan-Sushi-Fan 28. Mai 2022 / Themenstart

Warum sollte Valve Kernel-Komponenten patchen, die beim Steam Deck nicht genutzt...

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