Design: Der Stuhl weiß, wie er aussieht

Mitnahmemöbel sind ja praktisch: Der Käufer geht ins Möbelgeschäft, sucht aus, kauft und kann sie daheim gleich aufstellen. Es gibt keine Wartezeit, es muss kein Termin mit dem Lieferanten gemacht werden. Wenn nur die Montage nicht wäre – nach einer zumeist unverständlichen Anleitung, die nur in Bildern abgefasst ist, damit Käufer in aller Welt sie verstehen, oder auch nicht. Der belgische Designer Carl de Smet schafft Abhilfe: Er hat einen Stuhl entworfen, der sich selbst aufbaut(öffnet im neuen Fenster) .




Aufbauen ist indes nicht ganz die richtige Bezeichnung. Denn gebaut wird bei dem Stuhl nichts – er entfaltet sich. Das Möbel besteht aus einem Formgedächtnis-Polymer(öffnet im neuen Fenster) . Das ist ein von Mitsubishi entwickelter Kunststoff(öffnet im neuen Fenster) , der verformt werden kann, und der, wenn er erhitzt wird, in seine alte Form zurückkehrt. Verpackung und Produkt seien das gleiche Objekt, sagt der Designer(öffnet im neuen Fenster) .

Paket und Sessel in einem
De Smet hat aus diesem schaumartigen Material einen futuristisch anmutenden Sessel kreiert. Nach der Fertigung wird der Sessel auf etwa 5 Prozent seiner Größe zusammengepresst. Dieses handliche kleine Paket soll der Käufer dann bequem nach Hause tragen. Dort angekommen, schließt er es an die Steckdose an. Durch die Wärme kehrt das Material nach etwa zehn Minuten in seine ursprüngliche Form zurück.
Bei einem zweiten Möbelstück ist der Designer noch einen Schritt weiter gegangen: Es ist ein Stuhl, der zu einer Rolle komprimiert wird. Die Rolle kann nicht nur durch das Anlegen von elektrischem Strom in seine Stuhlform zurückgebracht werden. Der Besitzer kann den Stuhl zudem auch selbst in eine neue Form bringen.