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Wirklich keine Driller mehr ...?

Zunächst bin ich gleichermaßen überrascht und verwirrt, denn der Schwierigkeitsgrad des Spiels sinkt radikal auf das Niveau der ersten fünf Schächte. Kein Wunder, schließlich fehlt von den lästigen Drillern jede Spur - zumindest vorerst.

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Stattdessen sammle ich relativ problemlos alle Schlüsselkarten ein, bis ich erneut die rote Keycard erlange und Zugang zum letzten Bereich erhalte. Darin erwartet mich jedoch ausnahmsweise kein Reaktor. Stimmt, da war ja noch was ...

Größer, stärker, tödlicher

Der erste Boss von Descent ist riesengroß, besonders schießwütig und haust in einer großen, zylinderförmigen Halle. In der Mitte steht eine dicke Säule, die mir einerseits Schutz bietet und die ich andererseits an mehreren Stellen durchfliegen darf.

Obendrein wimmelt es in der Halle nur so von roten Robotern, die mich mit Lenkraketen beschießen. Und weil das nicht fies genug ist, lauern ausgerechnet hier die einzigen beiden Driller des gesamten Levels!

Ohne solide Taktik komme ich hier nicht weit: Nähere ich mich den Widersachern vorsichtig, dann werde ich von allen Seiten beschossen und bin sofort tot. Stürme ich gezielt auf einen Roboter, dann zerstöre ich ihn mit etwas Glück und verliere erst danach eines meiner Raumschiffe.

Zwar kann ich so nach und nach einen Gegner nach dem anderen beseitigen, nur bleibt mir am Ende gerade mal ein Leben übrig. Das wäre eine denkbar schlechte Voraussetzung für die nächsten 23 Schächte.

Also schaue ich mir auf Youtube ein Longplay-Video an - und schäme mich, wie simpel man die Gegner austricksen kann. Zuallererst gibt es eine kleine, gut versteckte Nische in der Säule, in der ein Unsichtbarkeitsextra liegt. Damit kann ich mich den Gegnern für ein paar Sekunden unbemerkt nähern und zumindest die beiden lästigen Driller überrumpeln, ohne groß Schaden zu nehmen.

Und der Rest? Den erledige ich mit einer mutigen Flucht nach vorn: Ich fliege konstant im Kreis und lasse mich dabei nicht durch das bedrohliche Gepiepse der unzähligen Lenkraketen verwirren. Sobald ein Gegner in Sicht ist, schieße ich kurz auf ihn und drehe sofort wieder ab.

So kann ich ihn zwar nicht gleich zerstören, aber nach und nach seine Schildenergie abbeißen. Nach einem erfolgreichen Abschuss flüchte ich zurück in die Säule, speichere ab und starte den nächsten Angriff.

Die Taktik funktioniert erstaunlich gut, auch wenn es eine letzte Hürde zu beklagen gibt: Die Tastatur ist mit meinen komplexen Flugmanövern überfordert und untersagt gleichzeitiges Schießen sowie Fliegen gegen den Uhrzeigersinn. Somit ist es an der Zeit, meinen Thrustmaster-Joystick aus dem Regal zu hieven und in den USB-Port einzustöpseln.

Leider habe ich nun ein ganz anderes Problem: Zwar kleben am Joystick gut ein Dutzend Knöpfe, die locker für sämtliche Flug- und Waffenkommandos von Descent ausreichen würden. Allerdings können alte DOS-Spiele nur vier voneinander unterscheiden, was für ein optimales Fluggefühl zu wenig ist.

Die Neugeburt

Zum Glück gibt es eine komfortable Lösung, auf die ich nach kurzer Recherche stoße: DXX-Rebirth. Dabei handelt es sich um eine Umsetzung der Descent-Engine für moderne Windows-Systeme, die frei erhältlich ist. Legal ist die Geschichte obendrein, weil die wesentlichen Spieldaten fehlen: Diese muss ich per Hand aus meiner GOG-Installation heraussuchen und in das D1X-Rebirth-Verzeichnis kopieren.

Und in der Tat: Ich kann meinen Thrustmaster nun nach Belieben konfigurieren und fliege dank des zentralen Drei-Achsen-Sticks noch geschickter durch die unterirdischen Gänge. Der fette Ganghebel eignet sich perfekt zum Verstellen der Fluggeschwindigkeit, während ich die Knöpfe passend zum Ballern, Waffenwechsel oder Aufrufen der Übersichtskarte konfiguriere.

Mit dem Thrustmaster und reichlich Geduld knacke ich den Endgegner, ohne die befreiten Geiseln opfern zu müssen. Anschließend endet die Shareware-Demo, und es beginnt der Rest der Vollversion, die den Schwierigkeitsgrad vorerst wieder absenkt.

Der Motivation tut dies keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Allein die Größe der Levels ist inzwischen derart stattlich, dass ich locker eine halbe bis ganze Stunde pro Schacht investieren muss. Im neunten Level angekommen, beende ich meinen Retro-Ausflug fürs Erste.

Es bleibt festzuhalten: Descent war anno 1995 zu Recht ein Hit und ist erfreulich gut gealtert. Dies mag vielleicht auch an der mangelnden Konkurrenz liegen, denn abseits von zwei offiziellen Nachfolgern, dem soliden Konkurrenten Forsaken (1998) und dem von ehemaligen Parallax-Mitarbeitern entwickelten Overload (2018) gibt es keine brauchbaren Shooter-Alternativen mit Six Degrees of Freedom (kurz: 6DOF). Aber vielleicht unterstreicht diese Tatsache umso mehr die Zeitlosigkeit des Klassikers.

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Plasma 13. Apr 2020

Der Autor hat leider ein Fakt vergessen, welches eventuell auch damals relativ wenigen...

EDV-Opa 13. Apr 2020

Nicht vergessen sollte man den Multiplayer-Modus! Wir haben zu viert ganze Nächte damit...

mambokurt 09. Apr 2020

Da krieg ich Augenkrebs von, dann lieber Overload :D

Vögelchen 09. Apr 2020

Ich glaube es dir, aber als VR halbwegs erschwinglich verfügbar war, war meine...

feierabend 09. Apr 2020

Steht ja auch im Artikel. Aber absolute Zustimmung. Ich war überrascht, wie sehr mich...


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