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Derzeit schnellste Grafikkarte: Modder bauen eigene Geforce RTX 4090 Super

Nvidia hat bisher keine schnellere Version der Geforce RTX 4090 angekündigt. Overclocker haben jetzt ein eigenes Modell gebaut – mit Erfolg.
/ Martin Böckmann
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Die Geforce RTX 4090 (Super) von Teclab ist ein Unikat. Nvidia hat bisher keine Pläne angekündigt. (Bild: Teclab)
Die Geforce RTX 4090 (Super) von Teclab ist ein Unikat. Nvidia hat bisher keine Pläne angekündigt. Bild: Teclab

Hardwareexperten des Overclocking-Teams Teclab aus Brasilien haben auf Basis einer Nvidia Geforce RTX 4090 eine schnellere Grafikkarte gebaut. Dafür verwendeten sie die Platine einer Geforce RTX 3090 Ti und tauschten die GDDR6X-Speicherchips mit 21 GBit/s gegen Chips mit 23 GBit/s. Außerdem greift Teclab per I2C-Bus in die Spannungsversorgung der Grafikkarte ein und nutzt ein modifiziertes Bios.

Die Basis der Grafikkarte ist eine Galax-RTX-3090-Ti-HOF-OC-Lab-Edition(öffnet im neuen Fenster) . Die OC-Lab-Serie von Galax ist speziell für Overclocking-Wettbewerbe ausgelegt und wurde nur in kleinen Stückzahlen verkauft. Viele Limitierungen, die reguläre Grafikkarten mit Nvidia-GPU haben, lassen sich hier deaktivieren. OC-Experten haben zudem häufig direkte Beziehungen zu Galax und kommen so an proprietäre Informationen für weitere Modifikationen, die andernfalls nicht möglich wären.

Mit einer BGA-Lötstation wurde die AD-102-300-A1-GPU auf der Platine verlötet und zudem die Speicherchips gegen schnelleren Speicher getauscht. Zahlreiche Überbrückungskabel wurden angebracht, um die Spannungsversorgung von GPU und Speicher anzupassen. Ein eigens für die Karte angepasstes Bios wurde vor der Inbetriebnahme auf den Bios-Chip übertragen.

Bis zu 13 Prozent höhere Leistung durch schnelleren Speicher

Im Unigine Superposition Benchmark in 8K-Auflösung schafft die Grafikkarte ohne Übertaktung der GPU eine 13 Prozent höhere Performance im Vergleich einer Nvidia Geforce RTX 4090 mit normalem Grafikspeicher. Wenn die GPU ebenfalls übertaktet wird, sind es 16 Prozent. Einen vollständigen Vergleichstest mit verschiedenen Spielen gibt es aber nicht.

Dennoch zeigen die Experten von Teclab, dass allein beim Speicher noch einiges an Potenzial in der RTX 4090 steckt. Außerdem hat die AD-102-300-A1-GPU nur 128 aktive Shader-Module (SM) und kommt damit auf 16.384 Shader-Kerne. Physisch vorhanden sind allerdings 144 SMs. Nvidia könnte durch gezielte Vorsortierung der Chips (binning) auch eine Grafikkarte mit mehr aktiven Kernen anbieten, wie etwa die Workstation-Grafikkarte RTX 6000 Ada .

Da vollständig funktionierende Chips selten sind und sich Workstation-Grafikkarten auch für KI-Anwendungen gut verkaufen, wäre eine auf einem Vollausbau basierende Geforce-GPU aber vermutlich ähnlich teuer wie eine Workstation-Grafikkarte. Der Kundenkreis, der so einen Preis zahlen kann und will, dürfte überschaubar sein.


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