Dermatologie: Google-Gesundheitsapp berücksichtigt kaum dunkle Haut

Mit Hilfe von KI will Google Nutzern einfache ersten Hilfen bei Hauterkrankungen liefern. Dunkle Hauttypen sind in den Daten dafür kaum vertreten.

Artikel veröffentlicht am ,
Google hat eine KI-App zur Erkennung von Hautkrankheiten vorgestellt.
Google hat eine KI-App zur Erkennung von Hautkrankheiten vorgestellt. (Bild: Thomas Peter/File Photo/Reuters)

Auf seiner Hausmesse I/O hat Google ein weiteres KI-Werkzeug vorgestellt, dass seinen Nutzern bei bestimmten Gesundheitsfragen zur Seite stehen soll. Konkret handelt es sich dabei um eine Dermatologie-App, die helfen soll, übliche Hautkrankheiten zu erkennen. Wie das Magazin Motherboard berichtet, sind dabei insbesondere dunkle Hauttypen jedoch stark unterrepräsentiert.

Google begründet die Arbeiten an seiner App damit, dass die Suchmaschine jährlich zehn Milliarden Suchanfragen zu Hautproblemen und verwandten Themen wie zu Nägeln und Haaren erhalte.

Mithilfe von Bildern der Nutzer, einigen Fragen zu Symptomen und der trainierten KI will Google dabei helfen, die Auswahl möglicher Erkrankungen einzugrenzen. Dabei unterscheide der Dienst zwischen 288 verschiedenen Erkrankungen.

Zu wenig Daten für dunkle Haut

In der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Arbeit (PDF) beschreibt Google die Auswahl und Verteilung der zum Training des Modells genutzten Bilder von Patienten. Demnach zeigen nur rund 3,5 Prozent der Bilder Haut mit dem Hauttyp der Fitzpatrick-Kategorie V und VI, was braune bis schwarze Haut umfasst. Auch der besonders helle Hauttyp I ist offenbar kaum in den Ausgangsdaten vertreten. Laut dem Bericht könnte dies bei dem KI-Modell zu falschen Diagnosen führen.

Zwar habe Motherboard Auswertungen des Systems von Google einsehen können, wonach das System insbesondere bei Schwarzen gut funktioniere. Dies basiere aber auf einer Selbstbeschreibung der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe, nicht aber auf dem tatsächlichen Hauttyp, der sich innerhalb dieser Gruppen individuell sehr stark unterscheiden kann.

Google selbst begründet dies auf Nachfrage von Motherboard schlicht damit, dass die gesamten Dermatologie ein Problem mit der Verfügbarkeit von Daten für dunkle Hauttypen habe und dass die beteiligten Forscher und Entwickler dem Rechnung trügen. Auch werde die App künftig stets weiter verbessert.

Ein von Motherboard zitierter Dermatologe und Forscher, Ade Adamson, geht davon aus, dass die von Google künstlich erhöhte Sensitivität für die wenig repräsentierten Hauttypen zu einer Erhöhung falsch positiver Diagnosen führen wird. Über ähnliche Befürchtungen von anderen Forschern berichtet auch der Guardian.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Forschung
Erstes Röntgenbild von einem einzelnen Atom

Bisher war die Röntgenemission eines einzelnen Atoms zu schwach, um es auf einer Röntgenaufnahme abzulichten. Mit einer neuen Technik geht das jetzt.

Forschung: Erstes Röntgenbild von einem einzelnen Atom
Artikel
  1. Streaming: Verbraucherschützer warnen vor Netflix-Phishing
    Streaming
    Verbraucherschützer warnen vor Netflix-Phishing

    Phishing-Nachrichten im Namen von Netflix sind nichts Neues - in der aktuellen Verwirrung rund um das Kontensharing könnten sie aber einfacher verfangen.

  2. Chatsoftware: Microsoft will Teams zum Discord-Konkurrenten machen
    Chatsoftware
    Microsoft will Teams zum Discord-Konkurrenten machen

    Microsoft bringt das Community-Feature in Teams für Windows 11. Außerdem können User mittels KI Bilder und Ankündigungskarten erstellen.

  3. US Air Force: KI-Drohne bringt in Gedankenexperiment Befehlshaber um
    US Air Force  
    KI-Drohne bringt in Gedankenexperiment Befehlshaber um

    Die US Air Force und der verantwortliche Offizier stellen klar, dass es sich nur um ein Gedankenspiel handelt - und keinen echten Test.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Tiefstpreise: AMD Ryzen 9 7900X3D 534€, KFA2 RTX 3060 Ti 329,99€, Kingston Fury SSD 2TB (PS5-komp.) 129,91€ • Sony Days of Play: PS5-Spiele & Zubehör bis -70% • Roccat PC-Zubehör bis -50% • AVM Modems & Repeater bis -36% • Sony Deals Week [Werbung]
    •  /