Der Rasenmähermann: Als Stephen King klagte, damit sein Name entfernt wird

In den frühen 90er Jahren kamen zahlreiche Stephen-King-Adaptionen. Viele waren Mist, wenige waren gut. Einer übertraf aber alles: der von Brett Leonard inszenierte Cyberspace-Thriller Der Rasenmähermann ( Trailer(öffnet im neuen Fenster) ). Der Film basiert auf einer nur wenige Seiten starken Kurzgeschichte aus dem Jahr 1975. Wobei "basiert" ein sehr starkes Wort ist. Zum Vergleich die Handlung von Kurzgeschichte und Film. (öffnet im neuen Fenster)
Kurzgeschichte und Film
In der Kurzgeschichte heuert ein Mann ein Unternehmen an, das den Rasen in seinem Garten schneiden soll. Ein kleiner, gedrungener, haariger Mann erscheint, der den Rasenmäher nicht bedient, sondern auf allen Vieren hinter ihm herläuft und das geschnittene Gras frisst. Damit nicht genug: Der Rasenmähermann jagt später den Auftraggeber, fängt und tötet ihn.
Im Film gibt es den Rasenmähermann Jobe, der geistig unterentwickelt ist, aber der von Pierce Brosnan gespielte Wissenschaftler Dr. Angelo experimentiert an ihm mit Drogen und virtueller Realität und schafft es, Jobes kognitive Fähigkeiten anzuregen. Aber er wird nicht nur intelligenter, sondern entwickelt auch psychokinetische Kräfte, mit denen er die tötet, die ihm im Leben übel mitgespielt haben.
Das Verkaufsargument für den Film waren King, aber auch die frühen CGI-Effekte. Aber: Die sahen sogar 1992 schon sehr bescheiden aus und machen den Film heutzutage noch mehr zu einer Lachnummer.
King klagt
King selbst wusste von dem Film nichts, da er den Verkauf von Filmrechten seiner Geschichten einem Manager überließ. Bis er im Kino war, das Plakat mit seinem Namen bemerkte und den Film ansah. King war erzürnt, weil er nicht nur sich selbst, sondern auch das Publikum betrogen sah. Abgesehen von einem selbstfahrenden Rasenmäher ist von King nichts in diesem Film. Also klagte er gegen New Line Cinema, damit sein Name von dem Film entfernt würde. Er gewann auch und der Richter entschied, dass ein "Basierend auf" -Credit im Film sein durfte, aber King wurden zugleich auch 2,5 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Als der Film in die Videotheken kam, wurde er wieder mit Kings Namen beworben. King klagte also erneut und gewann, woraufhin das Studio ihm für jeden Tag, an dem sie seinen Namen nicht von den VHS-Covern entfernten, 10.000 Dollar bezahlen mussten.
Am Film selbst ändert das nichts. Wer unglaublichen Trash sehen will, mit Effekten, die heutzutage jeder Beschreibung spotten, sollte sich den Film mal ansehen. Das Sequel hat konsequenterweise mit dem ersten Film praktisch nichts zu tun.



