Der Kuss: Unverkaufte NFTs eines berühmten Kunstwerks gestohlen
Seit Anfang 2022 konnten Kunstinteressierte für 1.850 Euro eines von 10.000 digitalisierten Teilen des berühmten Kunstwerkes Der Kuss(öffnet im neuen Fenster) (von Gustav Klimt) in Form eines NFT (Non-Fungible Token) erwerben. Nachdem nur ein Bruchteil davon tatsächlich verkauft wurde, soll Ende Mai ein Hacker alle verbleibenden Token gestohlen haben. Deren Wert liegt theoretisch in Millionenhöhe, praktisch aber wohl eher weit darunter.
Wie die österreichische Tageszeitung Der Standard berichtet(öffnet im neuen Fenster), gelangte der Angreifer an etwa 7.200 NFTs, die die Galerie Belvedere, in deren Besitz sich das Kunstwerk befindet, noch nicht verkauft hatte. Angesichts des angestrebten Verkaufspreises von 1.850 Euro pro Stück geht es also um eine Summe von 13,3 Millionen Euro.
Der Markt scheint den Wert der Der-Kuss-NFTs jedoch anders einzuschätzen. Aktuell werden diese auf der Handelsplattform Opensea(öffnet im neuen Fenster) zu Preisen ab 0,059 ETH gehandelt, was derzeit rund 87 Euro entspricht. Die Phase des großen NFT-Hypes ist aber auch längst vorbei, wie unter anderem Google-Suchstatistiken zeigen(öffnet im neuen Fenster). Das erklärt auch, warum das Belvedere über vier Jahre hinweg für fast drei Viertel seiner Kollektion keine Käufer fand.
Belvedere pausiert NFT-Verkauf
Auf der offiziellen Webseite der NFT-Kollektion(öffnet im neuen Fenster) von Der Kuss gibt es ebenfalls eine Meldung zu dem Diebstahl. Dort ist die Rede von einem nicht näher spezifizierten "unbefugten Zugriff", der am 29. Mai erfolgt sein soll. Immerhin sollen dabei nur die NFT-Zertifikate gestohlen worden sein, nicht jedoch die zugehörigen digitalen Bilddateien. Das Belvedere spricht daher von "leeren NFT-Zertifikaten", deren Handel auf Opensea nach dem Vorfall gesperrt wurde.
Das Belvedere versichert, zusammen mit Blockchain-Experten und Behörden an der Aufklärung des Diebstahls zu arbeiten. Für frühere Käufer besteht wohl kein Grund zur Sorge. Bereits erworbene NFTs behalten den Angaben zufolge ihre Gültigkeit und können weiterhin gehandelt werden.
Weitere Verkäufe durch die Galerie soll es vorerst nicht geben. Zu einem späteren Zeitpunkt möchte das Belvedere die bisher unverkauften digitalen Kopien von Der Kuss aber wieder anbieten. Die gestohlenen NFT-Zertifikate werden dafür vermutlich einfach durch neue ersetzt und wieder mit den bestehenden Bilddateien verknüpft. Dass die sich danach wieder besser verkaufen, darf jedoch bezweifelt werden.
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