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Der Kampf der Ukraine um Sicherheit: KI gegen Landminen

Die Ukraine setzt auf künstliche Intelligenz, um die Aufgabe der Beseitigung unzähliger Landminen in der vom Krieg zerstörten Landschaft zu bewältigen.
/ Andreas Donath
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Minenwarnschild (Bild: MatthiasKabel/ Wikipedia)
Minenwarnschild Bild: MatthiasKabel/ Wikipedia / CC-BY-SA 3.0

Ukrainische Wissenschaftler setzen künstliche Intelligenz (KI) ein, um Regionen für Minenräumarbeiten zu identifizieren und zu priorisieren, um diese Aufgabe besser bewältigen zu können, heißt es im Magazin New Scientist(öffnet im neuen Fenster) .

Die weit verbreitete Verwendung von Landminen in der Ukraine stellt das Land vor eine gewaltige Herausforderung. Laut Forschern, die von New Scientist zitiert werden, könnte die Beseitigung dieser Minen bis zu 700 Jahre dauern, da das Land seit der Invasion der Krim im Jahr 2014 stark kontaminiert ist.

Olena Pareniuk, Beraterin der ukrainischen Regierung, ist Teil eines Teams, das ein KI-Modell entwickelt, das bereits bei der Minenräumung eingesetzt wird. Das Modell berücksichtigt eine Vielzahl von Daten, darunter Steuer- und Grundbuchdaten, landwirtschaftliche Karten, Daten zur Bodenfruchtbarkeit, Protokolle von Militär und Rettungsdiensten, Satellitenbilder und Interviews mit der örtlichen Bevölkerung und dem Militär, heißt es in dem Bericht.

Die KI berücksichtigt verschiedene Faktoren, wie die Sicherheit der Zivilbevölkerung und potenzielle wirtschaftliche Vorteile, um die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Minenräumung auf einem bestimmten Stück Land zu bestimmen.

Die Landwirtschaft genießt dem Bericht nach bei den Minenräumungsbemühungen grundsätzlich Priorität. Die KI muss jedoch auch die unterschiedlichen Kontaminationsgrade und die Zeit berücksichtigen, die für die Räumung der verschiedenen Minen- und Granatentypen erforderlich ist. Mithilfe von Satellitenbildern werden Krater aufgespürt und die Bodenfruchtbarkeit bewertet, um Land zu priorisieren, das schnell für den Anbau von Nutzpflanzen wiederhergestellt werden kann.

Sobald die KI die wichtigsten Gebiete identifiziert habe, würden diese an Minenräumingenieure übergeben. Mit Quadcopter-Drohnen, die mit Bodenradar und Magnetometern ausgestattet sind, würden dann intensivere Untersuchungen durchgeführt, berichtet New Scientist. Allerdings könnten Plastikminen und hohe Vegetation die Genauigkeit dieser Untersuchungen beeinträchtigen.

Die Minenräumungsexperten stehen vor weiteren Herausforderungen wie der Schaffung minenfreier Korridore für den Vormarsch der Truppen, wobei einige Gebiete absichtlich als Minenpuffer zurückgelassen würden, heißt es in dem Bericht.


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