Der Herr der Ringe: Peter Jackson würde gern eine Doku machen

In der neuen Ausgabe des britischen Filmmagazins Empire(öffnet im neuen Fenster) gibt es eine große Retrospektive zu 25 Jahre Herr der Ringe. Dabei geht es auch um den sogenannten Mithril Cut, eine angebliche zusätzliche Schnittfassung von Der Herr der Ringe, die noch über die bekannten Extended Editions hinausgehen soll. Diese Version gilt dabei fast als moderner Mythos: eine legendäre Fassung voller bislang ungesehener Szenen aus Mittelerde. Regisseur Peter Jackson erteilte diesen Hoffnungen jedoch eine klare Absage.
Nur wenige Sekunden sind noch übrig
Jackson erklärte dem Filmmagazin, dass es keine nennenswerten Szenen gebe, die nicht bereits in den bekannten Fassungen verwendet worden seien. Die Frage, ob es großartige, bislang unveröffentlichte Sequenzen aus den Dreharbeiten gebe, verneinte er. Ein noch längerer Schnitt soll nach seiner Darstellung lediglich minimale Ergänzungen enthalten – etwa ein paar Sekunden zusätzliches Material – und für Zuschauer letztlich enttäuschend ausfallen. Der Aufwand stehe dem Mehrwert nicht gegenüber.
Die anhaltenden Spekulationen entstanden laut Jackson und dem Autorenteam unter anderem dadurch, dass immer wieder von einzelnen gedrehten, aber nie gezeigten Szenen die Rede war. Drehbuchautorin Philippa Boyens bestätigte, dass es tatsächlich solche Aufnahmen gegeben habe, etwa eine Szene mit einem jungen Aragorn und Arwen in Lothlórien. Gleichzeitig betonte sie, dass der Umfang dieses Materials sehr gering sei und keinesfalls für eine weitere Schnittfassung ausreiche.
Jackson würde lieber eine Dokumentation machen
Ganz ausgeschlossen sei neues Herr-der-Ringe-Material dennoch nicht. Jackson deutete an, dass er sich stattdessen eine umfassende Dokumentation vorstellen könne. In den Archiven befänden sich zahlreiche alternative Takes, Pannen und Aufnahmen, die den Produktionsprozess detailliert beleuchten könnten. Bislang habe er das Studio jedoch nicht von diesem aufwendigen Projekt überzeugen können.



