Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht: Epische Rückkehr nach Mittelerde

Die langerwartete Serie um die Vorgeschichte von Der Herr der Ringe ist bei Amazon gestartet. Epische Fantasy wird geboten.

Eine Rezension von Peter Osteried veröffentlicht am
Galadriel (Morfydd Clark) in Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht
Galadriel (Morfydd Clark) in Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht (Bild: Amazon Studios)

Wenn man die Herr-der-Ringe-Filme von Peter Jackson liebt, dann ist die neue Serie Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht wie eine Heimkehr. Alles - wirklich alles! - sieht nach Jacksons Trilogie aus. Die wundervollen Landschaften Neuseelands ergänzen sich mit tollen Sets und Kulissen. Die Kostüme sind typisch Herr der Ringe, ebenso die Rüstungen, das Aussehen der Orks und der Trolle. Nur etwas diverser ist Mittelerde geworden.

450 Millionen US-Dollar hat sich Amazon die erste Staffel der Serie kosten lassen und das für acht Folgen - eine für eine Fernsehserie bisher nie dagewesene Summe. In die Verhandlungen mit Warner Bros. und dem Tolkien Estate war Amazon-Chef Jeff Bezos persönlich involviert. Denn Amazon Prime war es wichtig, eine Serie vom Kaliber der Games-of-Thrones-Serie zu bekommen.

450 Millionen US-Dollar für eine Serie

Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht wurde von den Filmautoren Patrick McKay und J.D. Payne entwickelt. Sie sahen sich einer riesigen Herausforderung gegenüber. Denn für die Geschichte ihrer Serie konnten sie nur auf Der Herr der Ringe und insbesondere auf die Anhänge des dritten Teils als Basis zurückgreifen. Alles andere, so etwa das Silmarillion, mit dem J.R.R. Tolkien die Welt seiner Mittelerde-Saga enorm ausgebaut hat, war tabu.

Zugleich sollte die Serie die Vorgeschichte der Filmtrilogie darstellen, aber auch für sich selbst stehen. Anders gesagt: Es durfte keine direkte Verbindung geben, während man vom Look und von der Art der Erzählung aber an die Filme anschließen wollte. In der Frühzeit der Produktion war auch im Gespräch, den Regisseur der Filmtrilogie, Peter Jackson, als Berater hinzuzuziehen, doch den Gedanken ließ man bei Amazon wieder fallen, da man so glaubwürdig auch eine inhaltliche Loslösung von den drei Filmen begründen konnte. Eine Notwendigkeit, weil die Rechte an Der Herr der Ringe sehr aufgesplittet sind.

Die Welt von Mittelerde

Die Serie spielt etwa 3.000 Jahre vor den Filmen, zu Beginn des zweiten Zeitalters. Jahrhunderte zuvor wurde der große Feind Morgoth von einer Armee der Elben besiegt, seine rechte Hand Sauron tötete jedoch Galadriels Bruder und verschwand. Seit jener Zeit sucht Galadriel nach Sauron, da sie sicher ist, dass der alte Feind noch irgendwo ist. Doch damit steht sie allein. Die Elben wollen nicht länger an den Krieg und an den alten Feind denken.

In weiteren Handlungsfäden der ersten beiden Folgen ist Elrond mit der Aufgabe betraut, die Zwerge für ein gemeinsames Unterfangen zu gewinnen, die Menschen werden von Orks angegriffen, und die Haarfüße, ein Stamm der Hobbits, sind auf Wanderschaft durch Mittelerde, als das Mädchen Nori einen geheimnisvollen Fremden findet, der vom Himmel gefallen ist.

Das ist die Ausgangslage von Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht. Die ersten zwei Folgen etablieren den Status Quo der Figuren, treiben aber auch die Geschichten voran. Die einzelnen Figuren treffen sich hier noch nicht. Dafür versteht es die Serie, dem Zuschauer ein Gefühl davon zu geben, wo was in Mittelerde geschieht. Die Geschichte selbst ist immens groß, hat sogar ein Mysterium (um den besagten Fremden) und fühlt sich wie der Auftakt von etwas Gewaltigem an.

Eindrucksvoller Look und Sound

Auch der Look ist eindrucksvoll. Jede Einstellung sieht nach großem Kino aus. Und die Serie klingt sogar toll: Hier passt einfach alles, sogar die Musik von Bear McCreary. Das Titelthema stammt von Howard Shore, dem Komponisten der Filme. McCreary wiederum kommt stilistisch den Filmen nahe und setzt auch Chöre zur Untermalung des Geschehens ein.

Selbst bei manchen Figurenkonstellationen werden wohlige Erinnerungen geweckt - die Kabbelei zwischen Elrond und dem Zwerg Durin erinnert nicht von ungefähr an Legolas und Gimli.

Mittelerde wird divers

Die Macher haben sich in Teilen an Tolkiens Vorlage gehalten, sich aber die Freiheit genommen - wie Peter Jackson vor gut 20 Jahren auch - zu verändern, was ihrer Meinung nach zu einer stärkeren Geschichte führt.

So haben die Showrunner einige Rollen ethnisch besetzt; der Produktion war es wichtig, eine vielfältigere Mittelerde zu zeigen. Das mag sich mit den Filmen beißen und gefällt nicht allen Fans, ist aber durchaus stimmig. Galadriel ist in der Serie eine Kriegerin, was ebenfalls von einigen Kritikern bemängelt wurde, da sie es bei Tolkien nicht war. Aber warum sollte sie es nicht sein? Sie hat bis zur Handlung der Filme 3.000 Jahre Zeit, das Schwert zur Seite zu legen.

Stark ist der Auftakt dieser Serie auf jeden Fall. Er hat episches Format. Das soll Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht auch werden. Amazon plant fünf Staffeln. Die erste besteht aus acht Episoden, die ersten beiden sind 65 und 68 Minuten lang.

Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht ist all das, was man sich erhoffen durfte - und noch mehr. Ein würdiges Kapitel in der riesigen Herr-der-Ringe-Saga, das als Prequel so weit vor den Filmen spielt, dass mit Überraschungen zu rechnen ist - immerhin gibt es mit Galadriel und Elrond nur zwei Figuren, deren Schicksal bekannt ist.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Dwalinn 06. Sep 2022

Also ich hätte kein Problem damit. Sith können doch schon jetzt Blitze aus den Finger...

Trollversteher 06. Sep 2022

Eigentlich ist es genau andersherum: Der typische "Mainstream-Zuschauer" (wenn es ihn...

Dwalinn 05. Sep 2022

Vielleicht können das Elben, hat Tolkien mal das Gegenteil behauptet? Ich persönlich...

xPandamon 05. Sep 2022

Dir mag es egal sein, andere möchten Authentizität in einer Herr der Ringe Serie.. Für...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Updates für GPT-3 und GPT-4
GPT im Geschwindigkeitsrausch

OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
Von Fabian Deitelhoff

Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
Artikel
  1. Candy Crushed: Royal Match wird profitabelstes Mobile Game
    Candy Crushed
    Royal Match wird profitabelstes Mobile Game

    Die langanhaltende Dominanz von Candy Crush Saga ist vorbei. Das meiste Geld verdient jetzt ein Start-up aus Istanbul mit einem Puzzlespiel.

  2. Datenschutz: ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern
    Datenschutz
    ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern

    Eigentlich sollte der Chatbot auf diese Anfrage gar nicht antworten. Tut er es dennoch, lauern womöglich noch viel brisantere Informationen.

  3. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /