Warum es bei Fernsehgeräten nicht nur auf die Helligkeit ankommt

Fernseher sind mittlerweile mehr als nur reine Anzeigegeräte. Alle unsere Geräte arbeiten mit einem ausgefeilten Betriebssystem und unterstützen Apps. Die Bedienung erleichtert das enorm. Auf die Systeme selbst gehen wir in diesem Test aber nicht weiter ein und verweisen auf unseren großen Smart-TV-Betriebssystemvergleich. Es sei nur erwähnt, dass Sony trotz Android TV noch viel von seinem alten Bravia-Bedienungskonzept beibehalten hat. Wer also vorher einen Fernseher der W6-9-Serie hatte, fühlt sich auf Anhieb wohl. Auch Samsungs Tizen-Fernseher ist bei der Bedienung den ersten Smart-TVs des Herstellers sehr ähnlich. Nur WebOS von LG ist bedienungstechnisch ein kompletter Neuanfang, der bei unserem Testgerät allerdings schon die Versionsnummer 3.0 trägt.

In der 1.500-Euro-Klasse kann man nicht mehr umfangreiche Anschlüsse erwarten

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Allen Fernsehern gemein ist der Umstand, dass trotz der Größe doch ziemlich an den Anschlüssen gespart wird. Die Entwickler gehen fest davon aus, dass der Anwender einen A/V-Receiver hat und zumindest in unseren Szenarien geht es nicht ohne. Da wollen PS3, PS4, Xbox One, Xbox 360, Wii U, Blu-ray-Player, ein US-Blu-ray-Player, Apple TV, Fire TV und die Playstation Vita TV angeschlossen werden. Das ist zugegeben ziemlich viel. Allerdings zeigt sich, dass es nicht schaden kann, auf ein paar HDMI-Eingänge mehr zu achten, denn irgendwann ist auch der A/V-Receiver an seinem Limit.

Nebenbei verifizierten wir dabei einen länger gehegten Verdacht, dass es ein HDMI-CEC-Limit gibt. Mehr als vier Geräte ließen sich beim LG-Fernseher nicht anmelden. Selbiges gilt für einen alten Sony W9.

Die Bildzerstörungsalgorithmen von Sony, LG und Samsung

Bei allen Fernsehgeräten wird versucht, mit brachialen Mitteln das Bild soweit zu optimieren, dass es schön flüssig ist und auch die Schaltschwächen der Pixel ausgleicht. Ein Plasma-verwöhnter Kollege traute jedenfalls seinen Augen nicht, als er die Bilder im "optimierten" Modus sah. Das ist oft eine Standardeinstellung und fällt insbesondere bei 4K extrem negativ auf. Bei genauerer Betrachtung können wir schwer nachvollziehen, was diese Modi in den High-End-Fernsehern zu suchen haben. Besonders krass fiel uns dabei die Eingangsszene von The Divergent auf. Die vielen Schwenks, in Verbindung mit zahlreichen weitgehend statisch bleibenden Details, sorgen für enorme Bewegungsartefakte etwa zwischen den Buchstaben der als Overlay eingebundenen Schauspielernamen. Bei The Revenant fällt um sich schnell bewegende Charaktere ein Heiligenschein aus Artefakten auf und bei The Martian sahen wir verdoppelte Kanten bei Kamerafahrten. Das macht jeder Fernseher mehr oder weniger ausgeprägt und unser Tipp ist: Alle Bildoptimierungen abschalten. Ja, das Bild ruckelt digital nun einmal bei 24 Bildern. Aber das sieht man bei Schwenks auch im Kino. Lieber ein ruckelndes Bild, als Artefakte durch die Bildoptimierung des Fernsehgeräts.

HDR braucht keine enorme Helligkeit, um Spaß zu machen

Nach unseren Tests sind wir von der ursprünglichen Annahme abgekommen, dass für HDR ein Fernseher besonders hell sein muss. Besonders hell war in den Standardeinstellungen nämlich gar kein Fernseher. 500 cd/qm in der Spitze haben wir aber durchaus gemessen, was abends schon nervig ist. Das entspricht der Helligkeit moderner Smartphones oder besserer Notebooks. Worauf es aber ankommt, nämlich auf den Unterschied zwischen hell und dunkel und die trotzdem noch feine und sichtbare Aufteilung dazwischen, das gelingt allen drei Fernsehern sichtbar, wenn auch in unterschiedlich guter Ausprägung.

Jetzt gehen wir auf ausgewählte Ergebnisse ein und auch auf Unterschiede zwischen OLED-Display und LED-basiertem LCD - sowohl bei HDR, dem allgemeinen Bild, als auch der Leistungsaufnahme, bei der wir überraschende Messwerte feststellen konnten. Zudem: Wer einmal das Schwarz eines OLED-Fernsehers gesehen hat, der sieht fortan nur noch eine Welt aus Grauwerten um sich herum. Doch unser erstes Muster ist auch extrem teuer.

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