Das steinerne Herzstück des Films
Wer die Vorlage hingegen kennt, wartet beim Film natürlich von der ersten Minute an nur ungeduldig auf den wahren Star von Der Astronaut. Das ist nicht etwa Sandra Hüller, die als allmächtige Projektleiterin die vielleicht letzte Chance der Menschheit auf ihr Überleben koordinieren muss. Die deutsche Ausnahmeschauspielerin ist hier zwar passend als pragmatisch resolute Eva Stratt besetzt, muss in dieser einseitigen Rolle jedoch nicht ihr ganzes Talent abrufen.
Nein, ohne Frage ist das putzige Alien Rocky das große Highlight im Ensemble. Ein lebendiges Wesen mit steinernem Körper, das an eine Mischung aus Spinne und Krabbe erinnert. Seine in musikalischen Tönen ausgedrückte Sprache kennen wir aus dem Audiobook bereits, sie klingt im Film fast gleich.
Der Eridianer wurde, genau wie der Mensch Grace, von seinem Volk losgeschickt, um eine Weltraumplage zu besiegen, die den Fortbestand ihrer beiden Heimatplaneten bedroht: Astrophagen genannte Einzeller, die weite Strecken durchs All zurücklegen, um sich von Sonnenenergie zu ernähren. Sowohl den Menschen als auch den Eridianern ist nun ein Stern aufgefallen, der auf dem kosmischen Pfad der Astrophagen liegt, jedoch von ihnen nicht beeinträchtigt zu sein scheint.
Und jetzt treffen sich beide Spezies fast zufällig dort, weil sie gleichzeitig auf dieselbe Frage zu ihrer eigenen Rettung gekommen sind. Was schützt Tau Ceti(öffnet im neuen Fenster) vor Astrophagen?
Grace war auf der Erde einer der führenden Forscher im Bereich Astrophagen und hat zuvor als Lehrer gearbeitet. Beides macht ihn jetzt zur richtigen Person am richtigen Ort, denn nur gemeinsam mit dem Außerirdischen Rocky, den Grace natürlich selbst so getauft hat, kann er eine Lösung für das Astrophagenproblem entwickeln.
Aber erst, nachdem sich beide gegenseitig ihre Sprache beigebracht haben. Hier kommen Graces Qualitäten als geübte Lehrkraft(öffnet im neuen Fenster) und ein Computer mit improvisiertem Übersetzungsprogramm ins Spiel. Die Kennenlernphase zwischen den beiden ungleichen Astronauten, die zu richtigen Freunden werden, ist das wahre Herzstück des Films.
Für alte und junge Sci-Fi-Freunde
Obwohl Rocky schon erwachsen ist und als Ingenieur ein Genie seiner Zunft, entsteht zwischen Grace und ihm im Film eine ähnlich herzerwärmende, auch lustige Vater-Sohn-Dynamik wie zwischen Grogu und dem Mandalorianer aus Star Wars. Was viel damit zu tun hat, wie putzig der Eridianer sich bewegt, welche Töne er von sich gibt und dass er am Set als Puppe präsent war, die zusätzlich überzeugend mit digitalen Effekten ergänzt wurde. Der Rocky, den wir auf der Leinwand sehen, stellt mit seiner lebendigen Gestik einen echten Charakter dar, obwohl er nicht mal ein Gesicht hat und wie aus Stein aussieht.
Lord und Miller, die als Regie-Duo einst vom Star-Wars-Set(öffnet im neuen Fenster) des Solo-Films gefeuert wurden, beweisen mit Der Astronaut, dass sie visuell ansprechende Science-Fiction, technisch komplex gefilmt, mit unterhaltsamem Familienkino wunderbar in Einklang bringen können. Ryan Gosling funktioniert wie erwartet in der Rolle des locker auftretenden Sympathieträgers, dem wir gerne beide Daumen nach unten zeigen. Was Rockys Version von zwei Daumen hoch ist, da er seine Hände nicht komplett umdrehen kann.
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