Abo
  • Services:
Anzeige
Denuvo-Chef Reinhard Blaukovitsch
Denuvo-Chef Reinhard Blaukovitsch (Bild: Denuvo)

'Endlich mal Fehler einbauen!'

Wenn sich ein Publisher oder Entwickler für Denuvo entscheidet, muss er zwei bis drei Monate vor der Veröffentlichung eine Betaversion nach Salzburg zu Denuvo schicken. Dort spielt ein Mitarbeiter das Spiel und lässt einen Performancemonitor mitlaufen - so kann man herausfinden, an welchen Stellen die Anti-Tamper-Software aufsetzen kann, ohne dass zeitkritische Probleme auftauchen. "Typische Stellen sind der Startbildschirm oder ein Ladescreen", sagt Blaukovitsch.

Anzeige

Anschließend bekommen die Spielentwickler ein Tool, mit dem die Exe-Datei auf einen speziellen Server hochgeladen wird. "An nicht performancekritischen Stellen integrieren wir dann unseren Sicherheitscode, rekompilieren die Exe und schicken sie zurück an die Entwickler", erzählt uns Thomas Goebl, der bei Denuvo für Sales und Marketing zuständig ist. "Das alles ist ein vollautomatischer Prozess, der Entwickler muss selbst keine einzige Zeile Quellcode schreiben."

Um die Änderungen am Gameplay einzubauen, die bei illegal kopierten Versionen den Spielspaß vermiesen sollen, fahre außerdem ein Mitarbeiter für ein paar Tage zu den Entwicklern. Dort gehe man gemeinsam die Optionen durch. "Die Devs lieben das - endlich dürfen sie mal Fehler ins Spiel einbauen", lacht Goebl. Besonders einfach seien Änderungen an der Physik, weil sie leicht umzusetzen seien und keine Auswirkungen auf die Performance hätten. Beim abstürzenden Batman etwa sei an einigen Stellen der Wert für Schwerkraft extrem erhöht worden - dagegen kam dann auch der Dunkle Ritter nicht mehr an.

Über die genaue Funktionsweise von Denuvo schweigt sich das Team natürlich aus. Aber Goebl gibt uns eine grobe Vorstellung davon, wie das System arbeitet. "Wir haben uns überlegt, wie ein Reverse-Engineer oder Cracker ein von unserer Lösung geschütztes Spiel nach Schwachstellen absucht. Also: Was sieht er am Client, was sieht er statisch an der Exe oder wenn er einen Debugger dranhängt?"

Denuvo habe dann daran gearbeitet, diese Analysen so schwierig wie möglich zu machen. "Zum Beispiel benutzen wir eine virtuelle Maschine. Das heißt, dass aus einer einzelnen Maschineninstruktion einfach mal zehntausend werden. Oder da könnte ein RISC-Prozessor emuliert werden", sagt Goebl. Das müsse ein Reverse-Engineer erst mal verstehen und sich durch Zehntausende Zeilen an Quellcode arbeiten. Das koste viel Zeit, während derer sich das Spiel ohne illegale Kostenlos-Konkurrenz weiterverkaufen könne.

Eine Garantie oder etwas Ähnliches, dass ihre Software den Bemühungen der Cracker möglichst lange standhält, gibt die Firma Denuvo übrigens nicht ab. "Wir geben unser Bestes und erledigen unseren Job so gut es geht", sagt Reinhard Blaukovitsch. Bislang habe das funktioniert, was auch ein paar Briefe von einigen der bekanntesten Spielefirmen zeigen, die sich für die gute Zusammenarbeit bedankt haben. Das Team bei Denuvo - viele der Entwickler sind selbst Gamer - hat die Schreiben gut sichtbar in Bilderrahmen an die Wand gehängt.

Für die Zukunft denkt die Firma über eine vorsichtige Ausdehnung ihrer Konzepte auf weitere Geschäftsfelder nach. So arbeitet Denuvo an Lösungen für den Vertrieb von E-Books. Dabei geht es darum, Vorgänge wie Ausleihen oder Secondhand-Verkäufe ins Geschäftsmodell miteinzubeziehen, aber eben auch zu schützen. Bereits jetzt gibt es von Denuvo außerdem Lösungen, mit denen andere Firmen etwa die Vervielfältigung von Konstruktionszeichnungen oder CAD-Dateien unterbinden können. Auch der Bereich der Hardware dürfte an Bedeutung gewinnen, vermutet Blaukovitsch.

Dabei geht es um Drucker ebenso wie um Industrieanlagen - auch so etwas werde heutzutage gefälscht und dann aus Kompatibilitätsgründen mit Kopien der Originalsoftware betrieben. Nur eines sei in diesem Segment nicht möglich: lustige Manipulationen an der Physik von Fußbällen oder an der Schwerkraft von Batman.

 Denuvo: "Verdammt gute Leute versuchen, unseren Schutz zu cracken"

eye home zur Startseite
My1 24. Nov 2016

aber als demo reichts. bis denuvo geknackt wurde.

Achranon 24. Nov 2016

Es klappte für Witcher 3, aber ob das auch für andere Spiele gilt ist die Frage.

blariog 23. Nov 2016

Du meinst also, alle Leute spielen eigentlich dauernd Multiplayer. Und Fallout4 oder...

blariog 23. Nov 2016

Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Leute die Spiele antesten und dann gleich auf...

der_wahre_hannes 22. Nov 2016

Da bin ich aber mal mächtig ins Fettnäppfchen getreten. :) Ich meinte natürlich FPS...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, München
  2. Conrad Connect GmbH, Berlin
  3. MSH Medien System Haus GmbH & Co. KG, Stuttgart
  4. BIONORICA SE, Neumarkt / Oberpfalz


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 1,64€
  2. 109,99€/119,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. (u. a. Sonic Collection 22,99€ und diverse Titel ab 0,62€)

Folgen Sie uns
       


  1. Deutsche Telekom

    Narrowband-IoT-Servicepakete ab 200 Euro

  2. Malware

    Der unvollständige Ransomware-Schutz von Windows 10 S

  3. Skylake und Kaby Lake

    Debian warnt vor "Alptraum-Bug" in Intel-CPUs

  4. Playerunknown's Battlegrounds

    Täglich 100.000 einsame Überlebende

  5. Google Wifi im Test

    Google mischt mit im Mesh

  6. United-Internet-Übernahme

    Drillisch will weg von Billigangeboten

  7. Video

    Facebook will teure und "saubere" Serien

  8. Wegen Wanna Cry

    Australische Polizei nimmt Strafen gegen Raser zurück

  9. Gaming-Bildschirme

    Freesync-Displays von Iiyama und Viewsonic

  10. Umfrage

    Frauen in Startups werden häufig sexuell belästigt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Risk: Kein normaler Mensch
Risk
Kein normaler Mensch

Mieten bei Ottonow und Media Markt: Miet mich!
Mieten bei Ottonow und Media Markt
Miet mich!
  1. Prime Reading Amazon startet dritte Lese-Flatrate in Deutschland
  2. Elektronikkonzern Toshiba kann Geschäftsbericht nicht vorlegen
  3. Übernahmen Extreme Networks will eine Branchengröße werden

WD Black SSD im Test: Mehr Blau als Schwarz
WD Black SSD im Test
Mehr Blau als Schwarz
  1. NAND-Flash Toshiba legt sich beim Verkauf des Flashspeicher-Fab fest
  2. SSD WD Blue 3D ist sparsamer und kommt mit 2 TByte
  3. Western Digital Mini-SSD in externem Gehäuse schafft 512 MByte pro Sekunde

  1. Re: Ich finde das toll...

    dice2k | 15:32

  2. Re: 18 ... 400 mm

    deg | 15:31

  3. Ziel des Spiels?

    Baker | 15:31

  4. Re: Mobile games sind öde...

    t3st3rst3st | 15:30

  5. Re: SMB?

    slead | 15:28


  1. 15:42

  2. 14:13

  3. 13:33

  4. 13:17

  5. 12:04

  6. 12:03

  7. 11:30

  8. 11:10


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel