Abo
  • Services:

'Endlich mal Fehler einbauen!'

Wenn sich ein Publisher oder Entwickler für Denuvo entscheidet, muss er zwei bis drei Monate vor der Veröffentlichung eine Betaversion nach Salzburg zu Denuvo schicken. Dort spielt ein Mitarbeiter das Spiel und lässt einen Performancemonitor mitlaufen - so kann man herausfinden, an welchen Stellen die Anti-Tamper-Software aufsetzen kann, ohne dass zeitkritische Probleme auftauchen. "Typische Stellen sind der Startbildschirm oder ein Ladescreen", sagt Blaukovitsch.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Waiblingen
  2. Thyssengas GmbH, Dortmund

Anschließend bekommen die Spielentwickler ein Tool, mit dem die Exe-Datei auf einen speziellen Server hochgeladen wird. "An nicht performancekritischen Stellen integrieren wir dann unseren Sicherheitscode, rekompilieren die Exe und schicken sie zurück an die Entwickler", erzählt uns Thomas Goebl, der bei Denuvo für Sales und Marketing zuständig ist. "Das alles ist ein vollautomatischer Prozess, der Entwickler muss selbst keine einzige Zeile Quellcode schreiben."

Um die Änderungen am Gameplay einzubauen, die bei illegal kopierten Versionen den Spielspaß vermiesen sollen, fahre außerdem ein Mitarbeiter für ein paar Tage zu den Entwicklern. Dort gehe man gemeinsam die Optionen durch. "Die Devs lieben das - endlich dürfen sie mal Fehler ins Spiel einbauen", lacht Goebl. Besonders einfach seien Änderungen an der Physik, weil sie leicht umzusetzen seien und keine Auswirkungen auf die Performance hätten. Beim abstürzenden Batman etwa sei an einigen Stellen der Wert für Schwerkraft extrem erhöht worden - dagegen kam dann auch der Dunkle Ritter nicht mehr an.

Über die genaue Funktionsweise von Denuvo schweigt sich das Team natürlich aus. Aber Goebl gibt uns eine grobe Vorstellung davon, wie das System arbeitet. "Wir haben uns überlegt, wie ein Reverse-Engineer oder Cracker ein von unserer Lösung geschütztes Spiel nach Schwachstellen absucht. Also: Was sieht er am Client, was sieht er statisch an der Exe oder wenn er einen Debugger dranhängt?"

Denuvo habe dann daran gearbeitet, diese Analysen so schwierig wie möglich zu machen. "Zum Beispiel benutzen wir eine virtuelle Maschine. Das heißt, dass aus einer einzelnen Maschineninstruktion einfach mal zehntausend werden. Oder da könnte ein RISC-Prozessor emuliert werden", sagt Goebl. Das müsse ein Reverse-Engineer erst mal verstehen und sich durch Zehntausende Zeilen an Quellcode arbeiten. Das koste viel Zeit, während derer sich das Spiel ohne illegale Kostenlos-Konkurrenz weiterverkaufen könne.

Eine Garantie oder etwas Ähnliches, dass ihre Software den Bemühungen der Cracker möglichst lange standhält, gibt die Firma Denuvo übrigens nicht ab. "Wir geben unser Bestes und erledigen unseren Job so gut es geht", sagt Reinhard Blaukovitsch. Bislang habe das funktioniert, was auch ein paar Briefe von einigen der bekanntesten Spielefirmen zeigen, die sich für die gute Zusammenarbeit bedankt haben. Das Team bei Denuvo - viele der Entwickler sind selbst Gamer - hat die Schreiben gut sichtbar in Bilderrahmen an die Wand gehängt.

Für die Zukunft denkt die Firma über eine vorsichtige Ausdehnung ihrer Konzepte auf weitere Geschäftsfelder nach. So arbeitet Denuvo an Lösungen für den Vertrieb von E-Books. Dabei geht es darum, Vorgänge wie Ausleihen oder Secondhand-Verkäufe ins Geschäftsmodell miteinzubeziehen, aber eben auch zu schützen. Bereits jetzt gibt es von Denuvo außerdem Lösungen, mit denen andere Firmen etwa die Vervielfältigung von Konstruktionszeichnungen oder CAD-Dateien unterbinden können. Auch der Bereich der Hardware dürfte an Bedeutung gewinnen, vermutet Blaukovitsch.

Dabei geht es um Drucker ebenso wie um Industrieanlagen - auch so etwas werde heutzutage gefälscht und dann aus Kompatibilitätsgründen mit Kopien der Originalsoftware betrieben. Nur eines sei in diesem Segment nicht möglich: lustige Manipulationen an der Physik von Fußbällen oder an der Schwerkraft von Batman.

 Denuvo: "Verdammt gute Leute versuchen, unseren Schutz zu cracken"
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Window Silver 99,90€)
  2. 59,90€ (Bestpreis!)
  3. 54,99€
  4. (u. a. Tablet PC 143,99€, Schallplattenspieler 63,99€)

Crass Spektakel 31. Mai 2018

Ohne mich nennenswert anzustrengen habe ich noch nie ein Spiel gekauft in dem Denuvu...

Chatlog 31. Mai 2018

Eine Absolute Luege, Denuvo reduziert die Performance spuerbar.

DerDudeDerAndere 25. Mai 2018

Witcher 3 wurde inzwischen übrigens etwa 33 Millionen mal verkauft, die 10 Millionen sind...

ElMario 24. Mai 2018

Direkt aus dem Otto Katalog x'D

neocron 24. Mai 2018

tatsaechlich? magst mal ein paar Links geben von diesen Forumseintraegen, in denen du...


Folgen Sie uns
       


LG V40 ThinQ - Test

Das V40 Thinq ist LGs jüngstes Top-Smartphone, das mit drei Kameras auf der Rückseite und zwei auf der Vorderseite in den Handel kommt.

LG V40 ThinQ - Test Video aufrufen
WD Black SN750 ausprobiert: Direkt hinter Samsungs SSDs
WD Black SN750 ausprobiert
Direkt hinter Samsungs SSDs

Mit den WD Black SN750 liefert Western Digital technisch wie preislich attraktive NVMe-SSDs. Es sind die kleinen Details, welche die SN750 zwar sehr gut, aber eben nicht besser als die Samsung-Konkurrenz machen.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. WD Black SN750 Leicht optimierte NVMe-SSD mit 2 TByte
  2. Ultrastar DC ME200 Western Digital baut PCIe-Arbeitsspeicher mit 4 TByte
  3. Western Digital My-Cloud-Lücke soll nach 1,5 Jahren geschlossen werden

Metro Exodus im Technik-Test: Richtiges Raytracing rockt
Metro Exodus im Technik-Test
Richtiges Raytracing rockt

Die Implementierung von DirectX Raytracing in Metro Exodus überzeugt uns: Zwar ist der Fps-Verlust hoch, die globale Beleuchtung wirkt aber deutlich realistischer und stimmungsvoller als die Raster-Version.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Turing-Grafikkarten Nvidias Geforce 1660/1650 erscheint im März
  2. Grafikkarte Chip der Geforce GTX 1660 Ti ist überraschend groß
  3. Deep Learning Supersampling Nvidia will DLSS-Kantenglättung verbessern

Carsharing: Regierung will Mobilitätsdienste per Gesetz stärken
Carsharing
Regierung will Mobilitätsdienste per Gesetz stärken

Die digitalen Plattformen für Carsharing und Carpooling sollen Rechtssicherheit bekommen. BMW, Daimler und VW sowie Uber & Co. stehen in den Startlöchern.
Ein Bericht von Daniel Delhaes und Markus Fasse

  1. Lobbyregister EU-Parlament verordnet sich mehr Transparenz
  2. Contract for the web Bundesregierung unterstützt Rechtsanspruch auf Internet
  3. Initiative D21 E-Government-Nutzung in Deutschland ist rückläufig

    •  /