Welterbe hilft bei Archivierung und Ausstellung der Demos

Fehrenbach: Was bedeutet die Entscheidung der Unesco ganz konkret für Sie - auch in finanzieller Hinsicht?

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Tobias Kopka: In finanzieller Hinsicht resultiert daraus zunächst einmal nichts. Wir haben uns mehrere Ziele gesetzt. Das erste ist mehr Öffentlichkeit - auch, um neue Mitglieder anzuziehen, die beispielsweise ihre Kenntnisse in der Shader-Programmierung oder Musikproduktion einbringen wollen.

Das zweite Ziel ist die Bewahrung der Demoszene. Dank der Unesco-Entscheidung können sich Archive, Museen und andere Institutionen stärker mit ihr auseinandersetzen - und dafür leichter Ressourcen akquirieren. Das passiert zwar schon jetzt, aber es ist natürlich mit dem Stempel "erstes digitales Kulturerbe in Deutschland" einfacher geworden. Einfacher wird auch, Türen für den weiteren Diskurs zu öffnen. In der Hoffnung, dass Phänomene wie Games, Open Source oder die Hacker-Kultur künftig ebenfalls einbezogen werden - falls gewünscht.

Fehrenbach: Gibt's denn keine staatlichen Fördergelder?

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Tobias Kopka: Zunächst nicht. Aber es lohnt sich ein Blick in die Unesco-Konvention. In den Artikeln 13 und 14 steht, wozu sich die Staaten verpflichten, die ein immaterielles Kulturerbe anerkennen. Artikel 13 betrifft in erster Linie die Bewahrung dieses Kulturerbes - indem man zum Beispiel Institutionen und rechtliche Rahmenbedingungen schafft.

In Artikel 14 geht es mehr um Fortbildung, Weiterbildung, das Aktivhalten - also darum, die jeweilige Kultur in ihrem Fortbestand zu unterstützen. Dieser Bereich ist seitens der deutschen Unesco noch in der Ausgestaltung. Wir werden mit ihr darüber in einen Dialog treten, wie virtuelle Kulturen ihren Ort finden können.

Was wir schon jetzt wissen, ist: Es wird mit Sicherheit leichter werden, wenn wir zum Beispiel Ideen für ein Demoszene-Museum lancieren wollen. Oder wenn wir Projekte auf den Weg bringen wollen, die die Demoszene unterstützen.

Fehrenbach: Hat Ihre Kampagne Unterstützung von Politik und Interessenverbänden erhalten?

Kopka: Nein, danach haben wir aber auch nicht gefragt. Wir wollten unabhängig bleiben, denn sonst wäre uns die Szene auf die Füße gestiegen. Außerdem nimmt die Unesco nur Kulturen auf, die ein Interesse haben, sich für sich selbst einzusetzen. Der Antrag muss also über Mitglieder der jeweiligen Kultur laufen - und nicht über andere Verbände oder Institutionen. Allerdings wurden wir von Institutionen in NRW ausgezeichnet zu den Anträgen beraten.

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Fehrenbach: Was sind Ihre nächsten Schritte in Deutschland?

Tobias Kopka: Momentan geht es uns um die Bewahrung, Anerkennung und Weiterentwicklung der Demoszene. Zum Beispiel können wir - zusammen mit Museen - Ausstellungen organisieren. Eine unserer Partnerorganisationen für die gesamte Kampagne ist EFGAMP, also die European Federation of Video Game Archives, Museums and Preservation Projects. Da ist Andreas Lange federführend, der Gründer und langjährige Leiter des Computerspielemuseums Berlin, mit dem ich die Demoszene-Kampagne initiiert habe. Bei EFGAMP sind Institutionen wie die Royal Danish Library oder auch das Finnish Museum of Games dabei.

Zuerst liegt es an jedem und jeder in der Szene selbst, wie die Anerkennung als Kulturerbe aufgegriffen wird. Wir als Verein Digitale Kultur e.V. werden noch entscheiden, welche Projekte wir vorantreiben wollen - zum Beispiel Fortbildungen oder Ausstellungen. Ziel ist, Leute an die Szene heranzuführen und zu zeigen, wie faszinierend Demos sein können. Ein weiteres Ziel ist, dass Demoszener Fundraising für ihre eigenen Initiativen betreiben können. Demoszene-Plattformen wie pouet.net oder scene.org werden seit den Achtzigerjahren von Freiwilligen betrieben. Das Ethos der Demoszene ist, kein Geld damit zu verdienen, was man für die Szene tut. Allerdings ist es hilfreich, wenn man für solche Archive Gelder akquirieren kann. Oder auch für die Veranstaltung unserer zentralen Zusammenkünfte, der Demo-Partys.

Fehrenbach: Was ist da die wichtigste?

Tobias Kopka: Die größte Veranstaltung der Szene ist die Revision, die traditionell an Ostern stattfindet. Mit der Unesco-Entscheidung wird es für die Veranstalter solcher Events einfacher, eine Förderung von der jeweiligen Stadt oder Region zu erhalten - so dass sie bei Großveranstaltungen weniger Risiko auf sich nehmen müssen. Wobei eine Großveranstaltung vielleicht 500 bis 800 Leute umfasst, manchmal auch 1.500.

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mibbio 16. Mai 2021 / Themenstart

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zZz 16. Mai 2021 / Themenstart

Würde mich freuen, wenn die Demoszene da über den Tellerrand schauen würde, da gibt es ja...

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