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Democracy: Der verbesserte Wahl-O-Mat in einer App?

Mehr Menschen politisieren, ihnen die Wahlentscheidung erleichtern und die Möglichkeit geben, Politik zu beeinflussen. All das möchte Marius Krüger mit seiner App Democracy erreichen. Gut 33.000 Nutzer haben sie bereits installiert, sich verifiziert und insgesamt über 470.000-mal abgestimmt.

Artikel von Daniel Gast veröffentlicht am
Die App Democracy will den Wählern zu mehr Mitbestimmung verhelfen.
Die App Democracy will den Wählern zu mehr Mitbestimmung verhelfen. (Bild: DEMOCRACY Deutschland e.V. / Moritz Blumentritt & Jan Sundag)

Auf die Idee für die Democracy App ist Marius Krüger vor rund zwei Jahren gekommen. Auslöser war eine Umfrage vor der Bundestagswahl 2017, wonach fast die Hälfte der befragten Wahlberechtigten rund einen Monat vor dem Termin noch unentschlossen war. Also entwickelte Krüger mit seinem Team eine App, die bei der Wahlentscheidung helfen soll. Zwar gibt es bereits den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Er gibt aber lediglich Auskunft darüber, wie die Parteien in Zukunft zu bestimmten Themen abstimmen wollen. Die Democracy-App hat da einen anderen Ansatz.

Inhalt:
  1. Democracy: Der verbesserte Wahl-O-Mat in einer App?
  2. Datenerhebung nach Wahlgrundsätzen
  3. Eine Chance für Politiker

Hier sollen die Nutzer nämlich über alle vergangenen, aktuellen und künftigen Bundestagsabstimmungen per Smartphone virtuell mitentscheiden können. So entsteht ein Abstimmungsergebnis der Community, das mit dem Bundestagsergebnis abgeglichen wird. Nach dem neuesten Update zeigt die App dem Nutzer über das Wahl-O-Meter außerdem die Übereinstimmung der eigenen Entscheidungen mit denen der Parteien im Bundestag. So sollen die Nutzer der App sehen, wie gut oder schlecht sie aktuell im Bundestag durch die jeweiligen Parteien vertreten werden.

Finanziert wird die App über Crowdfunding

Democracy-Gründer und App-Designer Krüger hat inzwischen ein kleines Team von zwei angestellten Programmierern, mehr als 100 freiwillige Tester und einen Persönlichkeitscoach für den Teamzusammenhalt. Außerdem beschäftigt der Verein Democracy Deutschland einen Praktikanten, der seine Masterarbeit über die App schreibt.

Er befasst sich vor allem mit der Benutzeroberfläche und Verbesserungen bei der Übersichtlichkeit und allgemeinen Benutzerfreundlichkeit der App. Als Krüger vor zwei Jahren das Projekt zu entwickeln begann, war er noch allein. "Ich saß in meinem Zimmer, habe gezeichnet, die App designt und eine Präsentation erstellt, mit der ich das Projekt vorstellen könnte", erzählt der 25-Jährige.

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Obwohl Krüger einen klassisch wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss als Bachelor of Logistics absolviert hat, setzt er bei der Finanzierung nicht auf Werbung, sondern auf Crowdfunding. In den FAQ der Webseite heißt es dazu: "Da wir Democracy als eine werbefreie Plattform ohne Datenverkauf realisieren wollen, kann unser Joker nur die gemeinschaftliche Finanzierung sein."

Laut Krüger werden 10.600 Euro pro Monat benötigt, damit das Projekt auch weiterhin finanziert werden kann. Darin enthalten sind laut einer Live-Übersicht in der App die Kosten für Lohnbuchhaltung, Server-Betrieb und die Verfizierungs-SMS. Den größten Anteil nehmen jedoch die Personalkosten für drei Vollzeitangestellte ein.

Die Finanzierung des Personals war bisher für insgesamt sechs Monate durch eine Crowdfunding-Summe von 35.000 Euro und die Fördersumme von 50.000 Euro der Hertie-Stiftung möglich. Aktuell fehlen den Angaben zufolge mehr als 4.600 Euro in Form von monatlichen Spenden, um die App stetig weiterzuentwickeln.

Scherz-Rechnung über 100.000 Euro an den Deutschen Bundestag

Das Ziel für Krüger ist klar: "Unser Projekt lebt davon, dass wir selbst gar keine Arbeit in die Redaktion stecken." Deshalb hat das Team von Democracy Deutschland eine eigene Datenbank für alle Bundestagsabstimmungen entwickelt. Bundestag.io bietet für die App die Schnittstelle, um die Titel, Kurzbeschreibungen, Volltexte und Abstimmungsergebnisse automatisch zu integrieren.

So soll es funktionieren: Mithilfe von Scraping scannt Bundestag.io die Dokumente auf Bundestag.de sowie in der Parlamentsdatenbank DIP21 und filtert über Keywords die entsprechenden Abstimmungen und Texte heraus. Hin und wieder führt diese Methode noch zu Fehlern, die sich laut Krüger häufig aus redaktionellen Fehlern des Bundestages ergeben.

Eine offizielle Schnittstelle würde hier die Arbeit erleichtern. Zwar beschloss der Bundestag bereits 2017 das Open-Data-Gesetz, wonach die Bundesverwaltung sämtliche Rohdaten offenlegen muss, jedoch fehlt noch die passende API. Krüger sieht hier nicht fehlenden Willen, sondern fehlendes technisches Verständnis einer überalterten Bundesverwaltung als entscheidendes Problem. Democracy Deutschland veröffentlichte kürzlich auf seiner Facebook-Seite scherzhaft eine fiktive Rechnung über rund 100.000 Euro für die Bereitstellung dieser Datenschnittstelle über Bundestag.io.

Datenerhebung nach Wahlgrundsätzen 
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EQuatschBob 01. Jul 2019

https://democracy-app.de/ Hat ja nicht jeder ein Hendi.

GodsBoss 25. Jun 2019

Was wäre denn, wenn man die Möglichkeit zur Abstimmung bei direkter Demokratie mit dem...

gaciju 24. Jun 2019

Danach war aber nicht gefragt, sondern danach, ob der Server korrumpiert ist. Aber um...

Nexilva 21. Jun 2019

Hm, vielleicht braucht sowas Entwicklungszeit. Hm, nach der Wahl ist vor der Wahl.

lester 21. Jun 2019

Aber das führ den Nutzen doch vollkommen ins Nirvana ... ... es soll mir helfen eine...


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