Demis Hassabis: Dieser Mann will die ultimative KI entwickeln

Seine Software besiegte den Go-Weltmeister, doch Demis Hassabis will mehr. Er arbeitet an einem Algorithmus, der jede Aufgabe lösen kann.

Artikel von Mirjam Hauck/Süddeutsche.de veröffentlicht am
Demis Hassabis nach dem Match von Deep Mind gegen den Go-Spieler Le Sedol
Demis Hassabis nach dem Match von Deep Mind gegen den Go-Spieler Le Sedol (Bild: Jeon Heon-Kyun-Pool/Getty Images)

Nein, es geht nicht nur darum, Computern Höchstleistungen beizubringen. Demis Hassabis sieht die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) auch als Fortschritt der Menschheit. "Schachspieler konnten nach der Erfindung von Schachcomputern bessere Taktiken entwickeln", sagte er bei seinem Auftritt auf der Digitalkonferenz DLD in München. Er ist da ganz Wissenschaftler. Was man nicht bauen kann, könne man auch nicht begreifen. Deswegen werde KI den Menschen helfen, ihr eigenes Denken besser zu verstehen.

Inhalt:
  1. Demis Hassabis: Dieser Mann will die ultimative KI entwickeln
  2. Mächtige Algorithmen

Seine Firma Deep Mind sei deswegen so etwas wie das Apollo-Programm für künstliche Intelligenz, sagte er. Die besten Wissenschaftler im Silicon Valley arbeiteten daran, seien es Hirnforscher oder Informatiker. Ihre Mission sei es, den menschlichen Verstand zu entschlüsseln und dieses Wissen zu nutzen, um unzählige andere Probleme zu lösen. Hassabis weiß, wovon er spricht. Er ist beides.

Deswegen ist er auch so optimistisch, was die Zukunft der KI betrifft: "Wenn Menschen und Maschinen zusammenarbeiten, wird die künstliche Intelligenz unser wahres Potenzial zutage fördern." Die Algorithmen der KI würden der Menschheit helfen, die reale Welt zu verbessern, sei es bei der Entwicklung von neuen Medikamenten oder Materialien oder auch bei der Roboterforschung.

Vom Schach zur Informatik zur Neurowissenschaft

Demis Hassabis war der heimliche Superstar der diesjährigen DLD-Konferenz. Der 40-jährige Londoner ist ein Musterbeispiel des Überfliegers. Mit vier Jahren lernte er das Schachspielen, mit zwölf Jahren war er Meister, mit 13 hatte er die zweithöchste Elo-Zahl der Welt, nach der die Spielstärke von Schachgenies gemessen wird.

Stellenmarkt
  1. Consultant Virtualisierung (m/w/d)
    ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn
  2. Informatiker / Mathematiker / Physiker / Ingenieur als wissenschaftlicher Berater IT-Sicherheit ... (m/w/d)
    VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Berlin, Bonn, München, Hannover, Erfurt
Detailsuche

Schach war auch sein Schlüssel zum Beruf. Mit acht hatte er mit dem Spiel so viel Geld verdient, dass er sich seinen ersten Computer kaufen konnte, auf dem er sich das Programmieren beibrachte.

Er studierte dann zunächst Informatik. 1994 lauschte er in den Räumen der Cambridge-Universität einem Vortrag über künstliche Intelligenz, der die Weichen für seinen revolutionären Ansatz stellte. Er fand es viel zu begrenzt, dass Maschinen ausschließlich auf eng gefasste Probleme angesetzt werden, dass sie die schnellste Route ermitteln, das beste Suchergebnis anzeigen, Sprache oder Bilder analysieren können. Aber jedes dieser Systeme kann eben nur das. Und damit ist ihre Intelligenz beschränkt.

Der Dozent schmiss Hassabis aus der Vorlesung

Hassabis dachte größer. Er soll damals zu seinem Sitznachbarn gesagt haben: "Ich glaube, die wollen uns hier das Gehirn waschen." Der Dozent hörte seine Kritik und forderte ihn auf, den Raum zu verlassen, wenn er der Meinung sei, alles besser zu wissen. Hassabis ging. Seitdem haben nur wenige das Feld der KI so vorangebracht wie er.

Zunächst entwickelte er Spiele wie Theme Park, mit dem man einen fiktiven Erlebnispark leiten muss. Als ihm selbst diese komplexen Welten zu einfach wurden, ging er zurück an die Uni und machte einen Abschluss in Neurowissenschaften. Die perfekte Voraussetzung, um künstliche Intelligenz zu entwickeln. 2010 gründete er Deep Mind als Startup. Vier Jahre später kaufte Google sein Unternehmen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Mächtige Algorithmen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Trollversteher 19. Jan 2017

Bei Schach? Ja. Bei GO? Definititv nein. Die sortiert kein "dummer Algorithmus" aus...

Eve666 19. Jan 2017

Hmm seit CRISPR/Cas9 entdeckt wurde ist es schon jetzt nicht mehr möglich genetisch...

Trollversteher 19. Jan 2017

Unsinn. In diesem Falle war das völlig korrekt, diesen überflüssigen Seitenhieb hättest...

BLi8819 18. Jan 2017

Unser Gehirn kann alles. Ob Bauarbeiter oder Pilot. Das Gehirn muss es nur einmal...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Amazon Shopper Panel
Amazon zahlt für Überwachung des Smartphone-Datenverkehrs

Wer seinen gesamten Smartphone-Datenverkehr über Amazons Server leitet, wird mit einem monatlichen Gutschein dafür bezahlt.

Amazon Shopper Panel: Amazon zahlt für Überwachung des Smartphone-Datenverkehrs
Artikel
  1. Vodafone und Telekom: LTE-Ausbau in Berliner Bahntunneln dauert weitere Jahre
    Vodafone und Telekom
    LTE-Ausbau in Berliner Bahntunneln dauert weitere Jahre

    Laut Senatsverwaltung kam der Ausbau der Base-Transceiver-Station-Hotels nicht wie geplant voran. Nicht nur die Kunden von Vodafone und Telekom haben das Nachsehen.

  2. Northrop Grumman: B21 Raider als erster digitaler Bomber vorgestellt
    Northrop Grumman
    B21 Raider als erster digitaler Bomber vorgestellt

    Northrop Grumman hat mit dem B-21 Raider eine neuen Tarnkappenbomber vorgestellt. Dabei kamen agile Softwareentwicklung und digitales Engineering zum Einsatz.

  3. Soziale Netzwerke: Liken bei Hasspostings kann strafbar sein
    Soziale Netzwerke
    Liken bei Hasspostings kann strafbar sein

    Facebook-Nutzer, die nicht davor zurückschrecken, diskriminierende oder beleidigende oder Postings zu liken, sollten sich das gut überlegen. Denn das Drücken des Gefällt-mir-Buttons kann hier erhebliche rechtliche Folgen haben.
    Von Harald Büring

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5-Bundle vorbestellbar • SanDisk Extreme PRO 1TB 141,86€ • Amazon-Geräte bis -53% • Mindstar: Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 199€, AMD-Ryzen-CPUs zu Bestpreisen • Alternate: WD_BLACK P10 2TB 76,89€ • Advent-Tagesdeals bei MediaMarkt/Saturn • Thrustmaster Ferrari GTE Wheel 87,60€ [Werbung]
    •  /