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Dell'Oro Group: Open RAN bleibt weiter eine Nische

Die Mobilfunk -Betreiber haben wieder mehr Geld für ihr Antennennetz ausgegeben. Doch Open RAN kann seine Position auf dem Markt nicht deutlich stärken.
/ Achim Sawall
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Deutschlands wichtigster Open-RAN-Player: Michael Martin, Vorstand 1&1 Mobilfunknetz, auf der Connect Conference 2025 in Mannheim (Bild: Achim Sawall/Golem)
Deutschlands wichtigster Open-RAN-Player: Michael Martin, Vorstand 1&1 Mobilfunknetz, auf der Connect Conference 2025 in Mannheim Bild: Achim Sawall/Golem

Open RAN bleibt für die Mobilfunkbetreiber ein Nischenprodukt und hatte "2025 einen Marktanteil im mittleren einstelligen Bereich am RAN-Markt" . Das hat das US-Marktforschungsinstitut Dell'Oro Group Golem auf Nachfrage erklärt. Insgesamt stabilisierte sich der globale Markt für Funkzugangsnetze (RAN) im Jahr 2025, nachdem er zwischen 2022 und 2024 fast 20 Prozent seines Wertes verloren hatte.

Stefan Pongratz, Vice President der Dell'Oro Group, sagte(öffnet im neuen Fenster) am 17. Februar 2026, trotz einer stärkeren Saisonalität im vierten Quartal werde für dieses Jahr ein weitgehend stabiler Umsatz im RAN-Bereich erwartet. Die Marktkonzentration erreichte in den vergangenen zehn Jahren einen Höchststand, während die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) mit 1 Prozent bis zum Jahr 2030 moderat bleibe.

Umsatzrangliste unverändert

Laut der Dell'Oro Group sei die Umsatzrangliste im Jahr 2025 unverändert geblieben. Die fünf umsatzstärksten RAN-Anbieter weltweit sind der Marktführer Huawei, gefolgt von Ericsson, Nokia, ZTE und Samsung. Es befindet sich weiterhin kein US-Unternehmen in der Liste der bedeutenden RAN-Ausrüster.

"Die Dynamik im RAN-Anbietermarkt veränderte sich 2025: Führende Anbieter stärkten ihre Positionen, während kleinere ihre Strategien anpassten. Infolgedessen erhöhte sich die Marktkonzentration im RAN-Bereich im Laufe des Jahres" , erklärte die Dell'Oro Group weiter. Huawei und Nokia konnten demnach 2025 Marktanteile gewinnen, Ericsson und Samsung stagnierten, und der Umsatzanteil von ZTE im RAN-Bereich sank. Die kurzfristigen Aussichten seien weitgehend unverändert: Für 2026 werde mit einer Stabilität des gesamten RAN-Marktes gerechnet.

NEC und Mavenir stiegen bei Open-RAN-Technik aus

Tatsächlich war das Jahr 2025 ein neuer Tiefpunkt im Open-RAN-Markt: NEC aus Japan hat den Markt verlassen , in den USA verkaufte Boost Mobile/Dish Network seine Frequenzen und die neuen Eigner hatten kein Interesse an der Open-RAN-Technik, die verschrottet wurde. Im Juni 2025 kündigte Mavenir in den USA an, die Entwicklung und Produktion eigener Antennen einzustellen.

Pongratz sagte Golem: "Es stimmt, dass einige kleinere Anbieter ihre RAN-Aktivitäten reduzieren und Open RAN allein nicht ausreichte, um die Anbietervielfalt zu verbessern." Gleichzeitig sei laut Pongratz einer der Erfolge von Open RAN, dass die meisten größeren Anbieter die Open FH-Schnittstelle unterstützten.

Im RAN besteht die Verbindung zwischen der Basisstation (Baseband Unit, BBU) und dem Funkkopf (Remote Radio Head, RRH) oft aus geschlossenen Protokollen wie dem CPRI. Das Common Public Radio Interface ist zwar ein Standard, wurde aber von jedem Hersteller proprietär implementiert. Das bedeutet, dass eine Ericsson-Steuereinheit (BBU) nur mit einem Ericsson-Funkkopf (RRH) funktioniert. Die Open FH-Schnittstelle ersetzt CPRI durch ein offenes Profil, das meist auf 7.2x Split basiert. Wenn ein Hersteller dieses Profil nativ unterstützt, kann man theoretisch eine O-DU (Distributed Unit) von Nokia mit einer O-RU (Radio Unit) von Ericsson verbinden.

Open RAN bedeutet Cloud, virtualisierte Netzwerkelemente, White-Box-Hardware, Integrationssoftware und standardisierte Schnittstellen von vielen verschiedenen Partnern. Der Standard ist ein Versuch der Netzbetreiber, zusammen mit US-amerikanischen und japanischen Herstellern professionelle Mobilfunkausrüstung durch einfache Hardware und Entkopplung der Funktionen und deren Abbildung in Software zu ersetzen. Auf proprietäre, hoch entwickelte Chips der Ausrüster und die entsprechende modernste Software muss verzichtet werden, weshalb man nicht auf dem aktuellen Stand der Technik ist. 5G Advanced ist beispielsweise mit Open RAN bisher nicht absehbar.


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