Dell'Oro Group: Fixed Wireless Access läuft in USA und kaum in Deutschland

Fixed Wireless Access (FWA) nehme weiter stark zu, jedoch nicht in Deutschland. Das sagte Jeff Heynen, Vice President Broadband Access and Home Networking bei den Marktforschern Dell'Oro Group Golem auf Anfrage. "Der deutsche Markt für FWA ist im Vergleich zu anderen EU-Ländern relativ klein. Man betrachtet es dort eher als Brückentechnologie und nicht als Ersatz für Glasfaser."
In einem aktuellen Bericht der kalifornischen Analysten(öffnet im neuen Fenster) hieß es: "Die Dell'Oro Group prognostiziert, dass die Ausgaben für Infrastruktur und CPE (Customer Premises Equipment) im Bereich FWA bis 2029 jährlich über zehn Milliarden US-Dollar liegen werden, da die weltweite Nutzung im privaten und geschäftlichen Bereich weiter zunimmt. Angetrieben durch die starke Dynamik der US-amerikanischen Netzbetreiber und die rasche internationale Expansion etabliert sich FWA als zukunftsfähige Breitbandalternative."
Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Gesamtumsätze mit FWA, einschließlich RAN-Ausrüstung, Consumer-Prototypen (CPE) für Privatkunden sowie Routern und Gateways für Unternehmen, im Jahr 2025 voraussichtlich um zehn Prozent stiegen. Mobilfunkbetreiber bauten ihre FWA-Dienste kontinuierlich in weiteren Märkten aus, um unzufriedene DSL- und Kabel-Breitbandkunden zu gewinnen.
Bundesnetzagentur untersucht Potenzial von FWA
"In den USA beobachten wir weiterhin, wie die größten Mobilfunkbetreiber ihre FWA-Dienste in bestehenden und neuen Märkten ausbauen, insbesondere da die FWA-Umsätze die Gesamteinnahmen positiv beeinflusst haben" , erklärte Heynen weiter. "Mobilfunkbetreiber in Indien, Südostasien, Europa und dem Nahen Osten orientieren sich an den US-amerikanischen Betreibern und bauen ihre eigenen FWA-Angebote rasch aus, insbesondere angesichts der unmittelbar bevorstehenden Bedrohung durch Starlink, Amazon, Oneweb und andere LEO-Satelliten-Breitbandanbieter" , sagte er.
Die Bundesnetzagentur hat im Dezember 2025 in ihrem Jahresbericht untersucht (PDF)(öffnet im neuen Fenster) , wie sich mit FWA eine Grundversorgung mit 10 MBit/s und eine Gigabitversorgung mit 1 GBit/s aus ökonomischer Sicht realisieren lasse. Nötig sei dafür der Einsatz entsprechender Trägerfrequenzen und Bandbreiten. Die damit verbundenen Investitionen in FWA-Anschlüsse seien vergleichbar mit Investitionen, die für eine FTTH-Versorgung zu tätigen sind.
FWA bedeutet, dass das Mobilfunksignal über eine Antenne auf dem Dach oder am Fenster ins Haus gebracht wird, von wo Ethernet-Kabel und Wi-Fi die Versorgung bieten. Gearbeitet wird meist im Bereich 26 bis 60 GHz. Ein einfacher 5G-Router ist kein echtes FWA.



