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Dell Latitude 12 Rugged Extreme im Test: Convertible zum Fallenlassen

Dells Latitude 12 Rugged Extreme machen Wasser, Schmutz und Stürze nichts aus. Genügend Leistung besitzt es auch. Eine Schwäche hat das Windows -Convertible aber.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Sebastian Wochnik
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Dell Latitude 12 Extreme Rugged (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)
Dell Latitude 12 Extreme Rugged Bild: Fabian Hamacher/Golem.de

Robuste Notebooks für den Einsatz in widrigen Umgebungen sind nicht neu - ein Convertible mit Dells speziellem Drehmechanismus dagegen schon. Das Dell Latitude 12 Rugged Extreme basiert auf dem zwei Jahre alten Convertible XPS 12 aus dem eigenen Haus: Auch sein Display lässt sich im Gehäuserahmen um 180 Grad drehen. Dazu ist es links und rechts am Rahmen mit Gelenken befestigt. Anders als das XPS 12 ist das neue Convertible aber besonders geschützt: Wasser, Schmutz und Stürze machen ihm nichts aus. Das hat aber seinen Preis.

Dell Latitude 12 Rugged Extreme -Test
Dell Latitude 12 Rugged Extreme -Test (02:29)

Die Konstruktion des Latitude 12 Extreme Rugged macht einen sehr widerstandsfähigen Eindruck. Dell setzt auf stoßfeste Kunststoffe und eine Magnesiumlegierung als Materialien für das Gehäuse. Wirklich schön anzusehen ist es aufgrund der zentimeterdicken Gummipuffer nicht - das Design passt eher in einen Baumarkt. Stürze aus bis zu 1,8 m Höhe soll das Convertible dafür schadlos überstehen.

Die Basis des Notebooks misst 311 x 219 x 39 mm und wiegt mehr als 2,7 kg, lässt sich dafür aber nicht mit den Händen verbiegen, eindrücken oder verdrehen. Eine Ausnahme stellt der Deckel dar: Dieser ist aufgrund des drehbaren Displays nicht so stabil. Das Latitude 12 Extreme Rugged ist nach dem Militärstandard MIL-STD-810G geprüft: Erschütterungen bei Betrieb, Feuchtigkeit, Sand, Staub und Wasser dürfen dem Gerät nicht schaden. Auch größere Temperaturwechsel im laufenden Betrieb muss das Convertible überstehen. Diverse Falltests gehören ebenfalls zum Testprozedere. Nach IP-65 ist das Windows-Gerät außerdem staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt.

Wir haben das Convertible während eines Regenschauers genutzt. Redakteur und Convertible wurden zwar pitschnass, dem Gerät hat der Regen aber nicht geschadet. Auch mehrere Stürze aus einem Meter Höhe überstand das Gerät ohne größere Blessuren. Einzig ein paar Kratzer an der Gehäusekante sind zu sehen. Nach einem Bad in Sand setzten sich die kleinen Körnchen in allen Öffnungen und Ritzen fest. Das hat den Betrieb aber nicht beeinflusst. Nur mit einem Pinsel lassen sich auch die letzten Sandkörner entfernen.

Serielle Schnittstelle und Fingerabdruckleser

Die vielen Anschlüsse sind rund um den Rechner hinter dicken isolierten Klappen geschützt. Diese sind doppelt verriegelt, damit sie nicht versehentlich geöffnet werden können. Zwei USB-3.0- und eine USB-2.0-Buchse sowie ein HDMI-Anschluss, eine Audio-Kombi-Buchse und ein Speicherkartenleser sind - wie für Notebooks üblich - vorhanden. Speziell für professionelle Anwender hat das Dell Latitude 12 Rugged Extreme auch einen Smartcard-Leser, eine Gigabit-Ethernet-Buchse sowie eine serielle Schnittstelle. Einen VGA-Ausgang besitzt das Gerät auch. Auf der Unterseite befindet sich ein Docking-Port.

Neben dem Smartcard-Leser sorgt ein Fingerabdruckleser für eine zusätzliche Authentifizierungsmöglichkeit. Dank einer mitgelieferten Dell-Software kann damit das Convertible entsperrt werden. Ihre Einrichtung ist simpel, die Dell-Software beschreibt die Konfiguration im Detail. Smartcard oder Fingerabdruck können so beim Anmeldevorgang das Passwort ersetzen.

Das 11,6 Zoll große Display des Convertibles kann um 180 Grad um die eigene Achse gedreht werden. Der Mechanismus dafür ist überraschend stabil. Wie schon beim XPS 12 arretieren zwei Haken den Touchscreen mechanisch am Rahmen. Mit etwas Druck am Displayrand kann das Display gedreht werden. Eine Sicherung, die das Drehen des Displays verhindert, fehlt leider.

Drücken, nicht berühren

Der resistive Touchscreen reagiert auf Druck und nicht wie die meisten Tablets und Convertibles auf einfache Berührung. Dadurch kann er auch mit dicken Handschuhen benutzt werden. Ein Stift zur besseren Eingabe ist vorhanden, er ist mit einem Spiralband am Gehäuse befestigt.

Die Auflösung des IPS-Displays ist mit 1.366 x 768 Pixeln sehr niedrig, das entspricht einer Pixeldichte von nur 125 ppi. Einzelne Pixel sind zu sehen. Dafür ist das Display mit einer durchschnittlichen maximalen Helligkeit von 490 cd/m2 hell. Zwar ist auf der entspiegelten Display-Oberfläche bei ausgeschaltetem Display jeder Fingerabdruck zu sehen, dafür lassen sich die Bildschirminhalte auch bei einstrahlendem Sonnenlicht gut ablesen - ideal, um draußen zu arbeiten.

Nicht nur der Touchscreen, sondern auch das Touchpad kann mit dicken Handschuhen bedient werden. Mit 90 x 50 mm ist es für manche Nutzer zu klein. Die Tastatur ist mit leicht konkav gewölbten Tasten bestückt. Zusammen mit dem klaren Druckpunkt sorgen sie für ein angenehmes Tippgefühl. Bei der Beleuchtung der Tastatur kann zwischen den Farben Weiß, Rot, Grün und Blau sowie vier Helligkeitsstufen gewechselt werden.

Schneller Prozessor, schnelle SSD

Im Inneren des Convertibles arbeitet der Dual-Core-Prozessor Core i5-4300U(öffnet im neuen Fenster) von Intel mit einem Basistakt von 1,9 GHz. Bei anspruchsvollen Arbeiten taktet er bei Bedarf auf 2,6 GHz. Als Grafikeinheit dient die im Prozessor integrierte HD Graphics 4400. 8 GByte Arbeitsspeicher sollten für die meisten Anwendungen reichen.

Dell Latitude 12 Rugged Extreme - Benchmarks
Benchmark Dell Latitude 12 Rugged Extreme (Intel Core i5-4300U)
3DMark x64 Ice Storm 47.307 Punkte
3DMark x64 Ice Storm Unlimited 23.592 Punkte
3DMark x64 Cloud Gate 4.705 Punkte
Cinebench R15 x64 (X-CPU) 115 Punkte

Die SSD des Convertibles kann schnell ausgetauscht werden. Sie befindet sich nämlich wie die Anschlüsse hinter einer abgedichteten Klappe an der Gehäusekante und kann einfach herausgezogen werden. Dell verbaut die LMT-256M6m von Liteonit mit 256 GByte Speicher. Rund 190 GByte stehen dem Nutzer zur freien Verfügung, den Rest nehmen das Betriebssystem und zahlreiche Dell-Anwendungen in Anspruch. Die SSD arbeitet sehr schnell. Die Lese- und Schreibraten von 480 MByte/s und 378 MByte/s sind gut. Mit der Geschwindigkeit einer 840 Pro von Samsung kann sie aber nicht mithalten.

Das Convertible besitzt zwei Kameras: eine Webcam, die Videos in 720p aufnehmen kann, und eine 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Letztere macht Bilder von überraschend hoher Qualität. Durch das enorme Gewicht und die Größe ist das Aufnehmen von Bildern aber sehr unpraktisch. WLAN unterstützt das Gerät nach 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 ist vorhanden und auch ein NFC-Modul ist verbaut.

Trusted Platform Module soll für mehr Sicherheit sorgen

Ein Trusted Platform Module(öffnet im neuen Fenster) (TPM) in der Version 1.2 soll den Rechner vor Manipulationen durch Dritte schützen, zum Beispiel vor Viren und Trojanern. Im Zuge der NSA-Enthüllungen warnten Experten der Bundesregierung vor dem Trusted Computing , denn Vertraulichkeit und Integrität seien mit dem System nicht gewährleistet. Außerdem installiert Dell bei bestimmten Softwarepaketen Lösungen zur Verschlüsselung von Daten vor.

Dell stellt dem Nutzer frei, ob er Windows 8.1 oder Windows 7 als Betriebssystem nutzen möchte. Viele Nutzer kritisierten nämlich, dass vor allem durch den Startbildschirm mit den Windows-Apps nicht produktiv gearbeitet werden könne. Auch nach dem Kauf steht es dem Nutzer frei, das Betriebssystem kostenlos zu wechseln.

Die Akkulaufzeit des Geräts ist in Ordnung. Im Powermark war der Akku nach über 7 Stunden fast leer, dabei war aber die Bildschirmhelligkeit nicht auf maximaler Stufe. Die Ergebnisse stimmen in etwa mit unseren Erfahrungen im Alltag überein. Werden hauptsächlich Office-Arbeiten erledigt und im Internet gesurft, muss das Gerät nach 6 bis 7 Stunden geladen werden.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Dell Latitude Extreme 12 Rugged wird derzeit ab 2.700 Euro angeboten. Wer direkt bei Dell bestellt, kann verschiedene Softwarepakete dazubuchen.

Fazit

Das robuste Convertible hält alles, was Dell verspricht: Es ist extrem stabil, Strahlwasser ist kein Problem und auch Sand setzt dem Gerät nicht zu. Schick sieht das Gerät dadurch zwar nicht aus, es soll aber ja vor allem funktional sein.

Als größte Schwachstelle sehen wir das Display. Es ist zwar ausreichend hell, doch hätten wir angesichts des hohen Preises eine höhere Auflösung erwartet.

Ansonsten liefert das Gerät genügend Leistung, und auch die Akkulaufzeit ist angemessen. Der Drehmechanismus des Geräts funktioniert überraschend gut. Er ist wesentlich stabiler, als wir erwartet haben. Die vielen Schnittstellen werden professionellen Anwendern gefallen.

Mit einem Preis von knapp 2.700 Euro ist das Gerät kein Schnäppchen. Vergleichbare Konkurrenzgeräte gibt es aber kaum, weshalb Dell sich das Gerät fürstlich bezahlen lassen kann.

Nachtrag vom 16. Oktober 2014, 12:25 Uhr:

Wir reparieren gerade einen Fehler im Testvideo und haben es so lange aus dem Artikel genommen, es ist gleich wieder da.

Nachtrag vom 16. Oktober 2014, 13:30 Uhr:

Das Testvideo ist wieder drin.


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