Dell: Alienware lässt Ryzen-Systeme schlechter dastehen
Vor über einem Jahrzehnt wurde Intel eine Milliardenstrafe wegen Wettbewerbsbehinderung aufgebrummt – unter anderem soll Geld an Partner bezahlt worden sein, damit diese wenige oder keine AMD-basierten Systeme anbieten. Wer einen Blick auf die US-Seite von Dell Alienware wirft, fühlt sich durchaus etwas in der Zeit zurückversetzt, wie Extremetech(öffnet im neuen Fenster) berichtet.
Die dort angebotenen Desktop-Systeme gibt es mit AMD- und mit Intel-Prozessoren: Aktuell ist der Aurora R12(öffnet im neuen Fenster) mit Intels Rocket Lake, welcher auf den Aurora R11(öffnet im neuen Fenster) mit Comet Lake folgte. Bei AMD blieb es allerdings beim Aurora R10(öffnet im neuen Fenster), obwohl mit den Ryzen 5000 ebenfalls ein CPU-Upgrade stattfand, sogar mit mehr Leistungszuwachs.
Hinzu kommt, dass Alienware auf der vorgelagerten Landing Page(öffnet im neuen Fenster) das Intel-System mit PCIe Gen 4 bewirbt, was mit Rocket Lake neu dazukam. Bei AMD wurde das nie gemacht, dabei wird PCIe Gen4 schon seit 2019 von den Ryzen 3000 unterstützt. Ebenfalls einseitig ist die Beschreibung des Netzteils, denn nur der Intel-basierte Aurora R12 wird mit einem 80-Plus-Gold-Modell beworben.
Weiter geht es beim Arbeitsspeicher: Während der Aurora R10 mit Ryzen 5000 angeblich bis zu 64 GByte mit spezifikationskonformem DDR4-3200 nutzt, sind es beim Aurora R12 bis zu 128 GByte als DDR4-3400, womit der RAM übertaktet läuft. Und als wäre das nicht genug, kann das Intel-System vermeintlich mit bis zu einer Geforce RTX 3090 ausgestattet werden, das AMD-Pendant aber nur mit bis zu einer Geforce RTX 3080.
Sobald aber der Aurora R10 mit Ryzen angeklickt wird, stellt sich heraus: Es gibt PCIe Gen4, es gibt 80 Plus Gold, es gibt 128 GByte RAM, es gibt DDR4-3400, es gibt eine Geforce RTX 3090 und Dell Alienware verbaut sogar Radeon-Grafikkarten von AMD. Ungeachtet dessen ist irritierend, dass auf der ersten Seite einzig Ryzen-Systeme mit maximal 16 GByte im Singlechannel-Betrieb angezeigt werden, selbst für rund 2.800 US-Dollar, und bei Intel bis zu 32 GByte im Dualchannel-Modus.
Auf der deutschen Seite(öffnet im neuen Fenster) fehlt eine aktuelle Landing Page, es existiert allerdings eine veraltete(öffnet im neuen Fenster) mit Ryzen 3000. Inkonsistent ist auch dort, dass Intel mit bis zu 128 GByte DDR4-3400 beworben wird und AMD nur mit bis zu 64 GByte DDR4-3200. Im Shop selbst werden allerdings erneut bis zu 128 GByte DDR4-3400 auch beim Aurora R10 mit Ryzen 5000 angeboten.

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