Defense Grid 2 angespielt: Kerne, Türme, Aliens

Da marschiert der dicke Alien doch einfach mit drei Energiekernen durch unser Spalier an MG-Türmen und Kanonen! Hätten wir die mal lieber aufgerüstet, statt ständig neue zu bauen... aber halt, auf die letzten Meter gibt er klein bei. Glück gehabt, die Taktik ist doch aufgegangen.
Fünf Jahre nach dem Indie-Hit Defense Grid arbeitet Entwickler Hidden Path (Counter-Strike: Global Offensive) wie gehabt am Nachfolger(öffnet im neuen Fenster) : Die Kickstarter-Kampagne(öffnet im neuen Fenster) brachte dem Studio nur gut 270.000 statt einer Million US-Dollar ein, dank Dracogen Strategic Investments und Publisher 505 Games erscheint das Tower-Defense-Spiel dennoch.
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Wie einst die Mod für Warcraft 3 oder das heute populäre Plants vs. Zombies ist Defense Grid 2 ein taktischer Titel: Mehrere Horden von Aliens wandern einen festgelegten (für den Spieler sichtbaren) Pfad über eine Karte hin zu einer Sammlung von Energiekernen, um diese zu klauen.
Wir wiederum benötigen die Kerne, um damit Türme anzutreiben. Diese werden auf der Map an vorbestimmten, aber frei wählbaren Positionen per Mausklick errichtet und sollen die Monster umleiten und abschießen – gestohlene Kerne schweben dann langsam zurück zum Generator.
Die meisten Türme sind aus dem Vorgänger bekannt: Der Laser verbrennt Gegner, die auch dann noch verglühen, wenn sie längst vorbeigelaufen sind, der Temporal verlangsamt sie und die Rakete hat eine sehr große Reichweite. Neu ist der Boost: Dieser blockiert erst einmal nur den Weg, mit einem Waffenturm bestückt dürfen wir diesen aber um ein Viertel "boosten" – also verstärken.
Alle Türme gibt es in drei Stufen: Die schwache Basisversion ist grün, per Upgrade auf die gelbe oder rote Variante steigen Reichweite und Feuerkraft. Der Bau und das Aufrüsten kosten Ressourcen, die in geringem Maße ohne Zutun des Spielers, vor allem aber durch erledigte Aliens auf das Konto kommen.
Mit Taktik zu Erfolg
Der Kniff bei Defense Grid 2 ist es also, die Außerirdischen über viele Umwege zu den Energiekernen zu geleiten, die Ressourcen strategisch wie taktisch zu handhaben und die richtigen Türme an der richtigen Stelle zu errichten oder wieder abzureißen. Das klingt einfacher als es ist, denn mit jeder der 20 Alien-Wellen werden es mehr Außerirdische und neue, stärkere oder schnellere Varianten wollen sich die Energiekerne schnappen.
Zudem hat Hidden Path eine feine Neuerung entwickelt: Im Laufe des Spiels erweitert sich die Karte, was mehr Platz bringt und neue Taktiken ermöglicht. Am Ende generiert Defense Grid 2 einen Highscore, das motiviert zusätzlich.

Wem der Story-Modus mit dem genial kommentierenden Computer Fletcher trotz vier Schwierigkeitsgraden zu wenig fordernd ist, der versucht sich an den drei Zusatzoptionen: 100 statt 20 Wellen, nur grüne Türme und Kerne, die nicht mehr zum Generator zurückschweben, machen Defense Grid 2 ziemlich anspruchsvoll. Wer gerne zu zweit spielt, tritt gemeinsam mit einem Freund gegen die Aliens an.
Technisch hat Hidden Path verglichen mit dem Defense Grid 2 einen sichtlichen Fortschritt gemacht: Die neue DX11-Engine ersetzt den angestaubten DX9-Vorgänger, allerdings ist daher am PC eine DX10-Grafikkarte Pflicht. Erweiterte Optionen und Kantenglättung fehlen in der Beta noch, dafür ist ein Vsync-Schalter vorhanden.
Die Grafik ist für ein so kleines Projekt aber durchaus hübsch: Die Texturen sind okay, alles wirft Schatten und ein paar schicke Partikeleffekte gibt es auch. Die Musik ist stimmig, Fletcher ist ohnehin der heimliche Star des Spiels.
Verfügbarkeit und Ersteindruck
Defense Grid 2 soll 2014 für Windows (ab Vista wegen DX10), Mac, Linux sowie Playstation 4 und Xbox One erscheinen. Das Tower-Defense-Spiel ist bei Steam bereits vorbestellbar(öffnet im neuen Fenster) , Käufer erhalten Zugang zur Betaversion.
Obwohl der Titel längst noch nicht fertig ist, gefallen uns die Neuerungen – da darf der dicke Alien ruhig einen Kern stehlen, am Ende kriegt er ihn schließlich doch nicht.



