Defense Distributed: Waffendrucker stellen 30-Schuss-Magazin her

Cuomo Magazine oder kurz Cuomo Mag heißt das neue 3D-Objekt, das die Gruppe Defense Distributed(öffnet im neuen Fenster) gedruckt hat. Es ist ein Magazin für eine Schnellfeuerwaffe. Der Name ist ein Seitenhieb auf einen US-Politiker, der für eine Verschärfung des Waffenrechts eintritt.
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| Video: Test des Cuomo Mag |
Das Magazin passt in ein Sturmgewehr vom Typ AR-15(öffnet im neuen Fenster) und fasst 30 Schuss. Ein Test des Werkstückes sei erfolgreich verlaufen, sagte Cody Wilson dem US-Technologiemagazin Wired(öffnet im neuen Fenster) . Wilson, ein Jurastudent aus Texas, ist Gründer der Gruppe, deren Ziel eine Gemeinschaft für das Drucken von Schusswaffen ist.
Es handele sich um eine neue Version des Magazins, erklärte Wilson. Sie hätten es neu konstruieren müssen, da es bei der ersten Version wiederholt Ladehemmungen gegeben habe. Auf einem Schießstand nahe Austin hätten sie aus dem überarbeiteten Magazin 342 Schuss abgegeben, sagte Wilson. Die Gruppe plant als Nächstes ein 40-Schuss-Magazin für eine AK-47(öffnet im neuen Fenster) , besser bekannt als Kalaschnikow.
Verbote großer Magazine
Defense Distributed hat es Cuomo Magazine genannt. Das ist eine Anspielung auf Andrew Cuomo: Der Gouverneur von New York hatte im Januar ein Gesetz unterzeichnet, das in dem US-Bundesstaat Magazine mit mehr als sieben Schuss verbietet. Wenn es künftig nicht mehr möglich sei, größere Magazine zu kaufen, dann würden sie eben welche drucken, erklärte Defense Distributed.
Defense Distributed hatte am Freitagnachmittag (Ortszeit USA) ein Video vom Test des Cuomo Mag auf der Plattform Youtube veröffentlicht. Youtube entfernte das Video nach kurzer Zeit. Defense Distributed bestätigte das im eigenen Blog(öffnet im neuen Fenster) : Youtube habe das Video entfernt, "weil einige tolerante Liberale es als unangebracht markiert haben." Allerdings sei das Video nach kurzer Zeit wieder auf Youtube abrufbar gewesen, berichtet das US-Nachrichtenangebot Cnet(öffnet im neuen Fenster) .
Geleasten 3D-Drucker eingezogen
Defense Distributed hatte im Sommer 2012 Aufsehen mit einer Crowdfunding-Aktion erregt: Die Gruppe wollte über die Plattform Indiegogo 20.000 US-Dollar sammeln, um einen 3D-Drucker zu leasen. Damit wollte die Gruppe eine AR-15 aufbauen . Das Projekt wurde schnell entfernt. Doch gelang es Defense Distributed, das nötige Geld auf anderem Weg zusammenzubekommen und den Drucker beim Marktführer Stratasys zu bestellen. Als Stratasys erkannte, was die Gruppe mit dem Gerät anfangen wollte, zog das Unternehmen dieses kurzerhand wieder ein .
Nach dem Massaker an der Grundschule in Sandy Hook im US-Bundesstaat Connecticut am 14. Dezember 2012, bei dem 27 Menschen getötet wurden, wird in den USA über eine Verschärfung der Waffengesetze diskutiert. Die Waffenlobby will das unbedingt verhindern. Ein Abgeordneter hat bereits dazu aufgerufen, mit 3D-Druckern hergestellte Magazine zu verbieten. Das 3D-Druck-Portal Thingiverse entfernte wenige Tage nach der Tat 3D-Druckvorlagen für Feuerwaffen aus seiner Datenbank.