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Deepnude: London will intime Deepfakes ohne Einverständnis bestrafen

Ohne Einverständnis der Betroffenen sollen intime Deepfakes in Großbritannien künftig Strafen nach sich ziehen. Auch weitere Übergriffe werden künftig geahndet.
/ Moritz Tremmel , dpa
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Mittels Deepfake lassen sich Gesichter animieren oder austauschen. (Bild: Reuters)
Mittels Deepfake lassen sich Gesichter animieren oder austauschen. Bild: Reuters

Das Verbreiten pornografischer Fake-Inhalte, in denen Menschen mittels Bildmanipulation vermeintlich in intimer Weise gezeigt werden, soll in Großbritannien künftig strafbar werden.

"Wir müssen mehr tun, um Frauen und Mädchen vor Menschen zu schützen, die intime Fotos machen oder manipulieren, um sie zu demütigen" , sagte Justizminister Dominic Raab, der am 25. November 2022 die Gesetzesänderung ankündigte. Polizei und Strafverfolger sollten die notwendigen Befugnisse bekommen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und solchen Missbrauch zu verhindern.

Offiziellen Zahlen zufolge ist einem von 14 Erwachsenen in England und Wales bereits damit gedroht worden, dass von ihm sogenannte Deepfakes verbreitet werden. Mit der Reform, die als Teil eines sogenannten Online-Sicherheitsgesetzes angelegt ist, soll außerdem das Anfertigen intimer Aufnahmen ohne Einverständnis stärker kriminalisiert werden – etwa die Installation versteckter Kameras.

Einschlägige Seite mit 38 Millionen Zugriffen

Den Angaben zufolge tragen die Maßnahmen der Sorge Rechnung, dass mit Hilfe von Software zunehmend Deepfakes erstellt werden. Dabei werden Bilder – oft pornografischer Natur – mit Aufnahmen einer bestimmten Person so verschmolzen und manipuliert, dass sie authentisch aussehen.

Im vergangenen Jahr habe eine Internetseite in einem Zeitraum von acht Monaten 38 Millionen Zugriffe verbucht, auf der "Frauen virtuell ausgezogen" werden, hieß es in einer Regierungsmitteilung(öffnet im neuen Fenster) .

"Ich begrüße diese Schritte der Regierung, die darauf abzielen, Opfern und Überlebenden online, auf der Straße und in ihren eigenen Häusern mehr Sicherheit zu gewährleisten," sagte Nicole Jacobs, die Beauftragte für häusliche Gewalt.


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