Deepmind: Go-Meister tritt auch wegen KI-Gegner zurück
Der südkoreanische Go-Spieler Lee Se-dol ist nach eigenen Angaben auch wegen seiner Niederlagen gegen die Go-KI Alpha Go als Profispieler zurückgetreten. In einem Interview mit der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap(öffnet im neuen Fenster) erklärte Lee: "Mit der Einführung von KI in Go habe ich realisiert, dass ich nicht an der Spitze stehe – selbst wenn ich mich noch so anstrenge, die Nummer 1 zu sein."
"Selbst wenn ich die Nummer 1 werde, gibt es immer noch eine Entität, die nicht besiegt werden kann", sagte Lee, der im Jahr 2016 fünf Partien gegen Alpha Go spielte und davon vier verlor. Seinen einzigen Sieg führte Lee auf einen Bug der Software zurück: Alpha Go habe einen Zug von ihm umgehend beantwortet und sei daher aus dem Konzept gekommen.
Partien gegen Alpha Go haben Lee frustriert
Lee sagte in dem Gespräch, er sei nach den ersten drei Niederlagen frustriert gewesen. Der Spieler Kim Myung-wan, der selbst schon gegen Lee spielte, kommentierte die ersten drei Niederlagen Lees gegen Alpha Go so: "Nach dem ersten Spiel war er überrascht. Nach dem zweiten Spiel war er enttäuscht. Nach dem dritten Spiel sah er aus, als hätte ihn ein Pferd getreten."

Lee räumte ein, dass zu seiner Rücktrittsentscheidung auch ein Streit um Mitgliedschaftsgebühren mit dem südkoreanischen Go-Verband KBA beigetragen hat. Der Spieler hatte den Verband auf Rückerstattung seiner Gebühren verklagt und trat 2016 aus dem KBA aus.
Um seinen Rücktritt zu feiern, will Lee im Dezember 2019 gegen die von NHN Entertainment entwickelte Go-KI Handol mehrere Matches spielen. In der ersten Partie erhält Lee einen Vorteil von zwei Steinen, das Ergebnis bestimmt die Vorteilsverteilung der kommenden Matches.
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