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Deep Sea Mining: Nautilus Minerals will Gold auf dem Meeresgrund abbauen

Gold und Silber aus der Tiefsee: Das kanadische Unternehmen Nautilus Mining will 2019 anfangen, Edelmetalle vom Meeresboden abzubauen. Unter Wasser soll es große Vorkommen an Rohstoffen geben. Die Auswirkungen auf die Umwelt könnten gravierend sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Roboter für das Deep Sea Mining
Roboter für das Deep Sea Mining (Bild: Nautilus Minerals)

Bergbau auf dem Meeresgrund: Das kanadische Unternehmen Nautilus Minerals will in zwei Jahren nach Edelmetallen auf dem Meeresgrund schürfen. Der Unterwasserbergbau, auch Deep Sea Mining genannt, ist jedoch umstritten.

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Nautilus hat eine Lizenz, um am Grund der Bismarcksee vor Papua-Neuguinea zu schürfen. Dort wollen die Kanadier aus Massivsulfiden Gold, Silber und Kupfer gewinnen. Dazu hat Nautilus drei riesige Unterwasserroboter gebaut. Der kleinste von ihnen wiegt 200 Tonnen.

Massivsulfide entstehen an Schwarzen Rauchern

Massivsulfide sind metallhaltige Schwefelverbindungen, die an unterseeischen Hydrothermalquellen, den Schwarzen Rauchern, entstehen. Sie treten in vulkanisch aktiven Regionen auf und enthalten unter anderem Kupfer, Zink, Gold, Silber, Indium, Germanium, Wismut oder Selen. Die Roboter sind mit Fräsen ausgestattet, mit denen sie die Massivsulfide abbauen sollen.

"Viele Menschen erkennen nicht, dass es mehr Bodenschätze auf dem Meeresgrund gibt als an Land", sagte Natulius-Chef Michael Johnston dem US-Onlinewissenschaftsmagazin Seeker.com. Jetzt stehe die Technik zur Verfügung, um sie dort abzubauen.

Nautilus findet Gold und Kupfer

Bei Tests in dem Abbaugebiet Solwara-1 hat Nautilus deutlich höhere Anteile von Kupfer und Gold als in Vorkommen an Land gefunden. So enthielt eine Tonne abgebauten Materials mehr als 200 Gramm Gold - an Land sind es im Schnitt sechs Gramm. Der Anteil an Kupfer ist demnach sogar zehnmal so groß wie in Abbaustätten an Land.

  • Manganknollen auf dem Meeresgrund sind ein begehrter Rohstoff aus der Tiefsee. (Foto: Matthias Häckel/Geomar)
  • Sie enthalten neben Eisen und Mangan  auch Kobalt, Kupfer, Nickel oder Titan. (Foto: ROV-Team/Geomar)
  • Ein Schwarzer Raucher auf einem mittelozeanischen Rücken (Foto: ROV-Team/Geomar)
  • Sie enthalten Metalle, ... (Foto: ROV-Team/Geomar)
  • ... die heißes Wasser aus dem Untergrund gelöst hat. (Grafik: Jörg Hasenclever/Geomar)
  • Für den Abbau der Schwarzen Raucher sollen schwere Unterwasserroboter eingesetzt werden. (Foto: Nautilus Minerals)
Ein Schwarzer Raucher auf einem mittelozeanischen Rücken (Foto: ROV-Team/Geomar)

Anfang 2019 will Nautilus Minerals mit dem Abbau der Massivsulfide in der Bismarcksee, einem Randmeer des Pazifiks, beginnen. Damit wird Nautilus Minerals unter den Ersten sein, die in der Tiefsee nach Bodenschätzen schürfen. Es ist aber nicht das einzige Unternehmen, das Deep Sea Mining betreiben will.

Die Isa vergibt Explorationslizenzen

Dafür bedarf es einer Lizenz. In der ausschließlichen Wirtschaftszone, einem etwa 200 Seemeilen (etwa 370 Kilometer) breiten Bereich vor ihrer Küste, dürfen Staaten ungehindert Meeresbergbau betreiben oder Lizenzen dafür vergeben. Lizenzen, um in internationalen Gewässern zu schürfen, vergibt die International Seabed Authority (Isa), die internationale Meeresbodenbehörde der UN, die ihren Sitz in Kingston in Jamaika hat. Sie hat bisher allerdings nur Lizenzen für die Exploration von unterseeischen Rohstoffen, nicht aber für deren Abbau vergeben.

Gegen das Deep Sea Mining gibt es erheblich Vorbehalte, da der Abbau die Unterwasserwelt massiv beeinträchtigt, etwa durch aufgewirbelte Sedimente, die das Wasser trüben. Um Schwarze Raucher, die erst 1979 entdeckt wurden, bilden sich komplexe Ökosysteme, die bisher noch nicht vollständig erforscht und verstanden sind. Diese Lebensräume könnten durch den Abbau zerstört werden. Allerdings erlischt ein Schwarzer Raucher irgendwann. Versiegt die Wärmequelle, verschwindet auch das Ökosystem.

Da sich der Meeresboden nur sehr langsam regeneriert, haben Eingriffe langfristige Auswirkungen: Ende der 1970er Jahre wurden testweise rund 800 Tonnen Manganknollen vom Meeresboden gehoben. Die Spuren auf dem Meeresgrund sind heute noch deutlich zu erkennen.

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