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Deep Learning: Software wandelt Handskizzen in echte Gesichter um

Deepfacedrawing kann Gesichter in Echtzeit generieren und benötigt dazu nur ein paar Linien. Die KI hat aber noch ihre Grenzen.
/ Oliver Nickel
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Deepfacedrawing generiert Gesichter aus Skizzen. (Bild: University of Chinese Academy of Sciences)
Deepfacedrawing generiert Gesichter aus Skizzen. Bild: University of Chinese Academy of Sciences

Ein chinesisches Forschungsteam arbeitet an einem Deep-Learning-System(öffnet im neuen Fenster) , das Handskizzen in echte Gesichter umwandeln kann. Das berichtet das Onlinemagazin Synced(öffnet im neuen Fenster) . Das Programm namens Deepfacedrawing orientiert sich dazu an den gezogenen Linien und generiert passende künstliche Gesichter aus der eigenen Datenbank. Die Skizzen müssen nicht sehr detailliert sein: Farbgebung, Hauttexturen, Augenlider, Lippenfarben und andere Merkmale werden vom System automatisch hinzugefügt.

Zu Demonstrationszwecken erstellte das Team einen Editor, mit dem digital angefertigte Handskizzen in Echtzeit direkt als Gesicht ausgegeben werden. Den Prozess wurde als Video auf Youtube(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Die Software erreicht ihre Ergebnisse, indem während des Trainings aus Fotos von echten Menschen grobe Skizzen ihrer Gesichter generiert werden. Anhand der Linienführung gleicht das Programm gespeicherte Skizzen mit handgefertigten Eingaben ab und generiert das Foto, das am ehesten dazu passt. Das Hinzufügen von Details verändert das ausgegebene Gesicht. So können sich im Entwicklungsprozess etwa die Haare oder die Gesichtsform der ausgegebenen Person ändern.

Software bisher noch nicht produktiv nutzbar

Die Bilderstellung in Echtzeit ist bisher ein Alleinstellungsmerkmal des Projekts. Allerdings hat die Software Limits. So sind etwa Ausgaben mit einer Maximalgröße von 512 x 512 Pixeln möglich, wodurch eine praktische Anwendung noch nicht sinnvoll ist. Auch Artefakte in Details sind erkennbar.

Deepfacedrawing vorgestellt
Deepfacedrawing vorgestellt (04:11)

Außerdem scheint das System bisher wenige Vorlagen zu verwenden, denn die meisten Ergebnisse sind Gesichter von europäisch oder südamerikanisch aussehenden Frauen und Männern einer Altersklasse liegen. Es dürfte eine Herausforderung sein, verschiedene Altersgruppen und unterschiedliche Völker nur aus grober Linienführung abzubilden.

Den Quelltext will das Forscherteam wohl später veröffentlichen. Dann können auch andere die Software ausprobieren und möglicherweise erweitern.


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