Deep Fake: MIT lässt Nixon Rede zu Apollo-11-Fehlschlag halten

Ein MIT-Team lässt den ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon eine Rede halten, die er für einen Fehlschlag bei der Mondlandung 1969 vorbereitet hatte.

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Buzz Aldrin auf dem Mond: Was wäre gewesen, wenn Apollo 11 gescheitert wäre?
Buzz Aldrin auf dem Mond: Was wäre gewesen, wenn Apollo 11 gescheitert wäre? (Bild: Nasa)

Mit ernster Miene und feierlicher Stimme überbringt US-Präsident Richard Nixon die niederschmetternde Nachricht: Die Mondlandung ist gescheitert: "Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer, die in friedlicher Absicht zum Mond flogen, auf dem Mond bleiben werden, um in Frieden zu ruhen." Es ist der 20. Juli 2020 - zum 51. Jahrestag der erfolgreichen Mondlandung hat ein Projekt des Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine Rede gefälscht, die Nixon gehalten hätte, wenn Apollo 11 auf dem Weg zum Mond verloren gegangen wäre.

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In Event of Moon Disaster heißt das Projekt, das von Francesca Panetta, Kreativchefin des MIT Center for Advanced Virtuality, und Halsey Burgund, einem Musiker und Sound-Künstler aus Boston, initiiert wurde. Ziel sei es gewesen, darauf aufmerksam zu machen, was mit Deep Fakes möglich sei. "Diese alternative Historie zeigt, wie neue Technologien die Wahrheit um uns herum verschleiern können", sagte Panetta. Das solle die Menschen dazu bringen, die Medien genau zu reflektieren, denen sie jeden Tag begegneten.

Nixons Rücktrittsrede schien angemessen

Die Rede ist echt, Nixons Redenschreiber Bill Safire hatte sie zwei Tage vor der Landung geschrieben, für den Fall, dass diese schief ginge. Panetta und Burgund brauchten für ihr Fake ein Video von Nixon. Sie wählten seine Rücktrittsrede, weil sie in dem düsteren und ernsten Ton vorgetragen wurde, die dem Anlass angemessen gewesen wäre.

Dann ließen sie einen Schauspieler die Rede vorlesen und nahmen ihn dabei auf. Panetta und Burgund nutzten ein System, das mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitet. Es analysiert die Bewegungen des Gesichts und lernt anhand von Bildern, wie sich die Gesichtspartien bewegen, wenn ein Mensch spricht. Anschließend kann es diese rekonstruieren. Mit diesem System war es möglich, Nixon die Trauerrede überzeugend sprechen zu lassen.

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Jetzt fehlte noch der Ton: Mit einem zweiten KI-basierten System rekonstruierten Panetta und Burgund Nixons Stimme. Sie trainierten es anhand von Aufnahmen von seinen Reden aus dem Vietnamkrieg. Anschließend gaben sie dem System die Aufzeichnung des Schauspielers von der Lesung. Das KI-System generierte die entsprechende Tonspur, die dann nur noch mit dem Video synchronisiert werden musste.

"Medien-Falschinformationen sind ein seit langem bestehendes Phänomen, aber, verstärkt durch Deep-Fake-Technologien und dadurch, wie leicht Inhalte online verbreitet werden, sind sie zu einem der wichtigen Themen unserer Zeit geworden", sagte Fox Harrell, er leitet das MIT Center for Advanced Virtuality. "Mit diesem Projekt - und einem Kurs-Curriculum über Falschinformationen, das drumherum aufgebaut wird - treibt unsere überaus talentierte Kreativchefin Francesca Panetta eines der großen Ziele des Zentrums voran: den Einsatz von KI und Technologien der Virtualität zur Unterstützung des kreativen Ausdrucks und der Wahrheit."

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