Debian: Aus Iceweasel wird wieder Firefox

Seit 2005 haben Debian und Mozilla über die Verwendung des Firefox-Browsers in Debian gestritten, jetzt hat es eine Einigung gegeben, wie aus dem Bugreport #815006(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht. Die Probleme mit dem Branding der Wortmarke Firefox waren 2006 in den Bugreport #354622(öffnet im neuen Fenster) eingeflossen.
Mozilla war der Ansicht, der Name Firefox dürfe nur im Zusammenhang mit dem Firefox-Logo verwendet werden. Das Logo konnte allerdings bei Debian so nicht verwendet werden, da die Lizenz nicht konform mit den Debian Free Software Guidelines(öffnet im neuen Fenster) (DFSG) war. Im darauf folgenden Release Debian 4 "Etch" im Jahr 2007 wurde Firefox für Debian in Iceweasel umbenannt und heißt dort heute noch so.
Iceweasel wird wohl 2017 rückbenannt
Das soll sich nun bald ändern, indem Debian zum Originalnamen Firefox zurückkehren kann. Die Lizenz des Firefox-Logos steht mittlerweile unter einer freien Lizenz, die mit den DFSG einhergeht. Ein weiterer Streitpunkt, der ebenfalls beigelegt werden konnte, betraf Änderungen am Quellcode, die Debian für den Browser vornahm. Mozilla wollte solche Änderungen zur Überprüfung vorgelegt bekommen, worauf sich Debian nicht einlassen wollte.
Mozilla erkennt mittlerweile an, dass Debians Anpassungen, wenn sie sich im bisher üblichen Rahmen bewegen, die Qualität des Browsers nicht beeinträchtigen. Dieses Vertrauen ist auch dem Mozilla-Angestellten Mike Hommey zu verdanken, der gleichzeitig als Debian-Entwickler Iceweasel seit zwölf Jahren betreut. Um die Pflege der derzeit stabilen Version Debian 8 "Jessie" einfach zu halten, behält dort der Name Iceweasel Bestand. Mit Debian 9 "Stretch", das für 2017 erwartet wird, wird der Browser dann wieder Firefox heißen.
Gespräche, um auch dem Mailclient Icedove wieder den Originalnamen Thunderbird(öffnet im neuen Fenster) zukommen zu lassen, sind bereits aufgenommen worden.