Abo
  • Services:

Oder doch einfach zurückhacken?

Der republikanische Kongressabgeordnete Tom Graves schlägt vor: Firmen, die einer "Cyberattacke" ausgesetzt seien, sollen die Möglichkeit bekommen, zurückzuhacken. So hätte die Verbreitung der Wanna-Cry-Malware verhindert oder zumindest eingedämmt werden können, sagte Graves der Financial Times. "Ich glaube, es hätte einen positiven Einfluss gehabt, und möglicherweise die Ausbreitung [der Malware, Redaktion] in den USA verhindern können".

Stellenmarkt
  1. zeb/rolfes.schierenbeck.associates gmbh, Münster
  2. Hays AG, Frankfurt am Main

Im Falle eines Angriffs dürften Unternehmen dann nicht mehr nur Informationen aus ihren eigenen Logs und Servern nutzen, um den Angriff einzudämmen, sondern dürften auch versuchen, Rechner der Angreifer mit verschiedenen Methoden lahmzulegen. Unklar bleibt dabei bislang, ab welcher Hürde ungewöhnliche Zugriffe als Cyberangriff gewertet werden dürfen, und der Einsatz welcher Mittel dann für verhältnismäßig erklärt wird.

Gerade im Hinblick auf die aktuelle Wanna-Cry-Debatte erscheint es wenig realistisch, dass ein solches Gesetz positive Auswirkungen auf die IT-Sicherheit haben könnte. Denn im Fokus der Angriffe waren Unternehmen und Privatleute, die ihre Systeme nicht gepatcht, SMB1 aktiviert und einen Zugriff auf das Internet gestattet hatten. Ein "Zurückhacken", wie immer das auch aussehen soll, hätte hier wenig gebracht.

Zudem darf in Frage gestellt werden, ob es eine gute Idee ist, wenn Firmen, die offenbar grundlegende Security-Regeln nicht befolgen, unkontrolliert Angriffe gegen vermeintliche Hacker starten dürfen. Sogar der mutmaßliche staatliche Stuxnet-Angriff zeigt, wie schwer es ist, die Folgen eines gezielten Angriffs zu begrenzen.

"Die Tech-Community und die Cyber-Community"

Graves und weitere Unterstützer des Gesetzes wollen bei der Überarbeitung ihres Entwurfes Kritik aus der Security-Community berücksichtigen, sind aber weiter von ihrem Vorhaben überzeugt: "Wir haben viel Input, Feedback und Unterstützung bekommen. Es ist ganz klar: Die Tech-Community, die Cyber-Community und die finanzielle Community wollen Werkzeuge und Ressourcen bekommen, um sich zu verteidigen", sagte Graves der Financial Times.

Ein Problem lösen indes beide Vorhaben nicht: langsame Patchzyklen in Unternehmen. Gerade in streng regulierten Branchen und bei Unternehmen mit vielen Maschinenzulieferern müssen oft Prozesse eingehalten werden, bei denen die Updates ausführlich geprüft werden. Das verzögert die Implementierung entsprechender Updates oft über längere Zeiträume. Angriffe müssten dann über andere Mechanismen abgefangen werden. Eine einfache Antwort auf Wanna Cry gibt es daher leider bislang nicht.

 Geheimdienste entscheiden über die Veröffentlichung
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Top-Angebote
  1. 219€ (Vergleichspreis 251€)
  2. 19,89€ inkl. Versand (Vergleichspreis ca. 30€)
  3. (nur für Prime-Mitglieder)
  4. 77€ (Vergleichspreis 97€)

Jack0fAllRaids 29. Mai 2017

FU, den selben Gedanken hatte ich grade auch, umsonst im Nachbarkommentar getippt...

Jack0fAllRaids 29. Mai 2017

Ich stelle mir grad einen DDOS Angriff von massenhaft gehackten IOT Geräten vor in so...

matzems 27. Mai 2017

Der Vorwurf ist auch durchaus sinnvoll. Wenn ich NSA Cheff wäre, würde ich mir genau so...


Folgen Sie uns
       


Leistungsschutzrecht und Uploadfilter - Golem.de Live

Nach der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten sprach sich am Mittwoch in Brüssel auch der Rechtsausschuss des Europaparlaments für ein Recht aus, das die digitale Nutzung von Pressepublikation durch Informationsdienste zustimmungspflichtig macht. Ein Uploadfilter, der das Hochladen urheberrechtlich geschützter Inhalte verhindern soll, wurde ebenfalls auf den Weg gebracht. Doch was bedeutet diese Entscheidung am Ende für den Nutzer? Und wer verfolgt eigentlich welche Interessen in der Debatte?

Leistungsschutzrecht und Uploadfilter - Golem.de Live Video aufrufen
Garmin Fenix 5 Plus im Test: Mit Musik ins unbekannte Land
Garmin Fenix 5 Plus im Test
Mit Musik ins unbekannte Land

Kopfhörer ins Ohr und ab zum Joggen, Rad fahren oder zum nächsten Supermarkt spazieren - ohne Smartphone: Mit der Sport-Smartwatch Fenix 5 Plus von Garmin geht das. Beim Test haben wir uns zwar im Wegfindungsmodus verlaufen, sind von den sonstigen Navigationsoptionen aber begeistert.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Garmin im Hands on Alle Fenix 5 Plus bieten Musik und Offlinenavigation

Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

Indiegames-Rundschau: Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm
Indiegames-Rundschau
Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm

Gas geben, den weißen Hai besiegen und endlich die eine verlorene Socke wiederfinden: Die sommerlichen Indiegames bieten für jeden etwas - besonders fürs Spielen zu zweit.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Schwerelose Action statt höllischer Qualen
  2. Indiegames-Rundschau Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht
  3. Indiegames-Rundschau Mutige Mäuse und tapfere Trabbis

    •  /