Deal: Trump genehmigt Abspaltung des US-Geschäfts von Tiktok

US-Präsident Donald Trump hat in einem weitgehend symbolischen Schritt die Eckpunkte des geplanten Deals zur Zukunft von Tiktok in den USA gebilligt. Er erklärte die geplante Vereinbarung laut Reuters(öffnet im neuen Fenster) über die Abspaltung des US-Geschäfts in ein neues Unternehmen für rechtskonform.
Laut Trump stimmte der chinesische Staatschef Xi Jinping in einem Gespräch vergangene Woche dem Tiktok-Deal zu. Dem Weißen Haus zufolge müssen aber noch technische Details geklärt werden. Bis das per Vertrag besiegelt wird, kann es also noch dauern. Trump gab der Kurzvideo-App in den USA deshalb eine neue Gnadenfrist von 120 Tagen, die seit dem 25. September 2025 läuft.
Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin die Frage, wie die künftige Struktur von Tiktok in den USA aussehen soll. Der Tiktok-Mutterkonzern Bytedance hat seine Zentrale in Peking und die Zukunft der App in den USA hängt deshalb seit Monaten in der Schwebe.
Das US-Geschäft hätte nach einem im vergangenen Jahr beschlossenen Gesetz eigentlich bis zum 19. Januar 2025 von Bytedance abgetrennt werden müssen – oder die App in den USA vom Netz gehen . Trump setzte jedoch gleich zu seinem Amtsantritt im Januar die Umsetzung des Gesetzes aus und verlängerte die Frist dafür seitdem immer weiter.
Neues Unternehmen für den US-Markt
Nach der nun geplanten Lösung soll das US-Geschäft von Tiktok in ein neues Unternehmen eingebracht werden. Gut 80 Prozent daran sollen vor allem amerikanische Investoren halten – und Bytedance den Rest behalten. Das würde den Vorgaben des Gesetzes entsprechen.
Als geplante Anteilseigner nannte das Weiße Haus bereits den Softwarekonzern Oracle und den Finanzinvestor Silver Lake. Nach Informationen des TV-Senders CNBC(öffnet im neuen Fenster) ist aber auch die Investmentfirma MGX aus Abu Dhabi dabei, mit der zusammen Oracle und Silver Lake 45 Prozent an Tiktok USA halten sollen. Laut Vance sollen Details dazu erst später bekanntgegeben werden.
Laut Vizepräsident JD Vance wurde das US-Geschäft von Tiktok mit rund 14 Milliarden Dollar (rund 12 Mrd. Euro) bewertet. Zugleich schränkte er allerdings auch ein, am Ende würden die Investoren entscheiden, was die angemessene Bewertung sei.
"Wir denken, dass das ein guter Deal für die Investoren ist" , sagte Vance. Gemessen am Geschäft von Tiktok mit 170 Millionen Nutzern wäre das ein eher niedriger Preis. So sagte Analystin Jasmine Enberg von Emarketer dem Finanzdienst Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) , dass ihr Unternehmen allein die Werbeerlöse von Tiktok in den USA im Jahr 2026 auf etwa 14 Milliarden Dollar schätze.
Empfehlungssoftware im Fokus
Große Debatten gab es in den vergangenen Jahren um den Algorithmus von Tiktok – die Software, die entscheidet, welche Videos den Nutzern als Nächstes angezeigt werden. In den USA wird befürchtet, dass China über die Software die öffentliche Meinung manipulieren könnte. Tiktok und Bytedance weisen das zurück. Aber die Sorge war ein Auslöser für das Gesetz, das die Abspaltung des US-Geschäfts erzwingen sollte.
Die neue US-Firma wird nach Regierungsangaben eine Kopie der bisherigen Algorithmussoftware von Tiktok bekommen. Kritiker auch aus dem Lager von Trumps Republikanern warnen davor, den in China entwickelten Algorithmus selbst per Lizenz für das neue US-Geschäft zu übernehmen. Im Repräsentantenhaus wollen Vertreter sowohl der Demokraten als auch der Republikaner Details zu dem Deal sehen, um sicherzugehen, dass er die Vorgaben des Gesetzes erfüllt.
Wohl auch deswegen kündigte die US-Regierung laut AP News(öffnet im neuen Fenster) bereits an, dass der Algorithmus durchleuchtet und mit Daten von US-Nutzern neu angelernt werden solle. Darüber hinaus werde man auch im laufenden Betrieb beobachten, ob der Algorithmus korrekt funktioniere. Das US-Gesetz schreibt vor, dass weder die chinesische Regierung noch Bytedance Kontrolle über den Algorithmus haben dürfen.
Auf den Betrieb von Tiktok außerhalb der USA – etwa auch in Deutschland – dürfte das Geschehen keine Auswirkungen haben.